Nachhaltig leben

Wertvoll leben - Was ankommt und worauf es ankommt

„Wertvoll leben - Was ankommt und worauf es ankommt“ diskutierten Prof. Dr. Dieter Kronzucker und Prof. Dr. Anabel Ternès mit zahlreichen Gästen in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Damit bildeten sie den Auftakt der Reihe „Nachhaltiges Leben“.

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Publikum

Rund 200 Gäste kamen in die Akademie...

Umweltgesichtspunkte seien gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen, so die Definition des von der Bundesregierung berufenen Rates für nachhaltige Entwicklung. Zukunftsfähig wirtschaften bedeute, es müsse den nächsten Generationen ein intaktes soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen werden, schilderte die Leiterin des Politischen Bildungsforums in Berlin, Renate Abt, zu Beginn der Gesprächsrunde.

Diese drei Teilbereiche „Ökonomie, Ökologie und Soziales bedingen einander, erklärte auch die Leiterin des Internationalen Instituts für Nachhaltiges Management (IISM), Dr. Anabel Ternès. Nachhaltigkeit bedeute zugleich Respekt, Wahrnehmung, das Schöne, das Wahre, sowie das Gute, so Ternès.

„Was täten wir heute ohne die schönen Schlösser, Kirchen und Schloßparks.“ Es müsse sich jedoch von der Vorstellung getrennt werden, dass wir unsere heutigen Maßstäbe auf die Vergangenheit anlegen können, betonte einer der bedeutendsten Journalisten Prof. Dr. Dieter Kronzucker. „Das Wort Tugend“ scheint ganz aus der Mode zu sein, denn auch diese verändere sich im Laufe der Generationen und Weltgeschichte, bemerkte Kronzucker. Sei es nach Aristoteles die Weisheit, Gerechtigkeit und Geduld, bedeute Tugend im Christentum bereits zu glauben, hoffen und zu lieben. Heute, in Zeiten des Internets bestimme ein neuer Moralismus. Die neue „Why Generation“ stelle das Merkmal der Authentizität an erster Stelle. Folglich entstünde ein Wertewandel. Die Werte blieben erhalten, würden nur unterschiedlich abgerufen. Jedoch sollte man sich darauf zurück besinnen, wie diese einst gedacht waren.

Menschen haben eine zu hohe Erwartungshaltung anderen Menschen gegenüber. Sie vergessen dabei sich selbst zu fordern, Eigeninitiative zu zeigen und auch mal ein Risiko einzugehen, führte die vielfache Doktorandin aus. „Sinnentleerteste Dinge“ würden milliardenfach verbreitet und geteilt, statt behutsam und „nachhaltig“ mit Informationen aus dem Internet umzugehen, sind sich beide Professoren einig. Auch bestehe ein Zwiespalt zwischen dem Internet – und Offlineverhalten. Ein Zwang alles zu posten, jedoch privat die Angst vor dem Unbekannten - die Welt werde zunehmend orientierungsloser. Zudem gleite es in eine Art Digitale Demenz ab, da die Flut an Informationen für den Menschen kaum zu verarbeiten seien und er sich höchstens daran erinnern könne, dass sein „Wissen“ immer wieder aus dem Netz abrufbar sei. Es sei heute zwar selten, jedoch stets nachhaltig, wenn die jungen Generationen etwas für überflüssig empfinden. „Schön, wenn die Jugend auch noch aus weniger mehr machen kann“, erfreute Kronzucker.

Autor

Juliane Liebers

Serie

Veranstaltungsbeiträge

erschienen

Berlin, 29. Januar 2015

Kontakt

Renate Abt

Leiterin des Politischen Bildungsforums Berlin

Renate Abt
Tel. +49 30 26996-3253
Fax +49 30 26996-3243