Gedenktage- Recht und Gerechtigkeit

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Im Rahmen der vom 16. bis 23. November 2017 andauernden Gedenktage veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem ´Institute for Democracy, Media and Culture´ (IDMC) am 20. November 2017 ein Symposium zum Thema „Recht und Gerechtigkeit“. Ziel war es, die Herausforderungen des Rechtsstaats im Umgang mit der kommunistischen Diktatur zu thematisieren. Die Veranstaltung wurde eröffnet durch die Reden von Herrn Bernd Borchardt, Leiter der OSZE-Mission in Tirana, Frau Anke Holstein, Stellvertretende Deutsche Botschafterin, und Herrn Walter Glos, Leiter der KAS in Tirana.

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Memory days

Sie referierten über die Bedeutung aber auch über die Schwierigkeiten, welche eine rechtsstaatliche Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen mit sich bringt. Alle drei betonten zudem, dass in Ergänzung zu strafrechtlichen Prozessen, die Weitervermittlung des Wissens sowie der Dialog über die Vergangenheit ein wichtiges Element beim Aufbau einer neuen Identität eines Landes darstellt und dadurch gleichzeitig den Opfern ein Stück Gerechtigkeit zugestanden werden kann.

Nach den Begrüßungsreden gebührte dem polnischen Historiker und Präsidenten des „Institute of National Remembrance“, Herr Lukasz Kaminski, das Wort. Sein Vortrag drehte sich um die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur in Polen und er konkludierte mit den bedeutungsvollen Worten, dass es bei Gerechtigkeit nicht immer um Recht gehe. Insbesondere die Bildung und das öffentliche Vermitteln der Wahrheit seien von enormer Bedeutung.

Im Anschluss an die polnischen Erfahrungen, sprach Herr Agron Tufa vom albanischen „Institute for the Studies of Communist Crimes and Consequences“ über den Umgang mit den kommunistischen Verbrechen in Albanien. Er beklagte den fehlenden politischen Willen, die Straflosigkeit dieser Verbrechen endlich anzugehen und Gerechtigkeit für die Opfer nicht nur auf einer finanziellen Ebene anzustreben.

Nach einer kurzen Kaffeepause folgte eine anregende Panel-Diskussion über den rechtlichen und sozialen Prozess der Aufarbeitung der Vergangenheit. Teilnehmer waren Frau Gentiana Sula von der Behörde für die Öffnung der Sigurimi Akten, Herr Markus Meckel von der Deutschen Bundesstiftung Aufarbeitung, Herr Radu Preda in seiner Funktion als Präsident des „Institute for the Investigation of Communist Crimes and the Memory oft he Romanian Exile“, Herr Agron Tufa sowie Herr Enkelejd Alibeaj, Parlamentsmitglied und ehemaliger Justizminister der Demokratischen Partei.

Der deutsche und der rumänische Experte konnten die Diskussion mit wertvollen Beiträgen zu den Erfahrungen ihres Landes im Umgang mit der kommunistischen Diktatur bereichern. Zudem wurde dadurch verdeutlicht, dass nicht nur Albanien Schwierigkeiten mit dem kommunistischen Erbe bekundet und dass auch ein gesamteuropäisches Erinnern und Verurteilen der Gräueltaten kommunistischer Diktaturen in Europa wichtig ist.

Den Abschluss markierte die Vorstellung des Fotoalbums "Following the traces of communism in Albania", welches das Produkt einer Studienreise mehrerer Multimedia Künstler aus ehemaligen kommunistischen Ländern in den Erinnerungsorten in Albanien ist. Die rumänische Fotografin, Alice Teodorescu, führte mit poetischen Worten durch die eindrücklichen Bilder und machte dadurch die Präsentation zu einem bewegenden Erlebnis.

Veranstaltungen wie die Memory Days leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dem Vergessen entgegenzuwirken und zu einer möglichst breiten Aufklärung in der Gesellschaft beizutragen, damit den Opfern wenigstens auf dieser Ebene Anerkennung und Gerechtigkeit widerfahren kann.

http://tvklan.al/ish-te-perndjekurit-juristet-e-djeshem-po-bejne-ende-drejtesi/

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Veranstaltungsberichte

erschienen

Tirana, 21. November 2017