Buenos Aires Briefing - August 2013 / 1

Nachrichten aus Argentinien

Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien möchte allen Interessierten einen besseren Zugang zu den politischen Ereignissen des Landes ermöglichen. Dafür veröffentlichen wir alle zwei Wochen ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Land. Die dritte Ausgabe fasst die wichtigsten Ereignisse zwischen dem 1. und dem 15. August 2013 zusammen.

Der Kirchnerismus gerät ins Schwanken

Bei den Parlamentswahlen (PASO) am 11. August erreichte die Partei von Präsidentin Cristina Kirchner, Frente para la Victoria, 29,6 Prozent der Stimmen, das bislang schlechteste Ergebnis seit Bestehen des Kirchnerismus. Allein in den fünf bevölkerungsreichsten Provinzen, darunter Buenos Aires, Mendoza und Cordoba, verlor sie gegenüber 2011 mehr als 20 Prozentpunkte. Generell zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab: Die Macht Kirchners scheint langsam zu bröckeln. Eine Verfassungsänderung zugunsten einer dritten Amtszeit der Präsidentin wird somit noch unwahrscheinlicher (siehe auch ausführlicher Länderbericht der KAS Argentinien zum Wahlausgang).

Weitere Wahlergebnisse

Als klarer Sieger in der Provinz Buenos Aires ging Sergio Massa hervor. Noch vor einiger Zeit war Massa selbst Mitglied des kirchneristischen Kabinetts, bis er sich zunehmend distanzierte. Jetzt konnte der Bürgermeister von Tigre mit seiner Frente Renovadora 34,5 Prozent der Stimmen einfahren. Martin Insaurralde, Kandidat der Regierungspartei Frente para la Victoria kam auf 29,3 Prozent. Auch in der Hauptstadt Buenos Aires verlor die Partei Cristina Kirchners weitere wichtige Stimmen. Hier belegte ihr Kandidat Juan Cabandie mit 18,9 Prozent den dritten Platz hinter Sergio Bergmann von PRO (27,5 Prozent). Das Parteienbündnis UNEN, das mit mehreren Listen angetreten war, erhielt insgesamt 35,7 Prozent und sorgte damit für Erstaunen. Richtig gewählt wird allerdings erst am 27. Oktober. Die Vorwahlen sind gleichwohl ein wichtiger Indikator der politischen Stimmung in Argentinien.

Die junge Wahl

Im November 2012 ist das Gesetz zur Änderung des Wahlalters inkraft getreten. Seitdem dürfen alle 16- bis 18-jährigen Argentinier freiwillig wählen. Die Opposition vermutete damals ein rein taktisches Vorgehen der Präsidentin. Es wurde angenommen, dass die Mehrheit der jungen Wähler ihre Stimme der Präsidentin geben würde. So zumindest hatte es die ultrakirchneristische Jugendorganisation „La Cámpora“ gehofft. Bei diesen Parlamentsvorwahlen gaben 600 000 Jugendliche ihre Stimme ab, damit haben 80 Prozent der Jungwähler ihr neues Recht wahrgenommen.

Schwere Gasexplosion erschütterte Rosario

Schreckliche Bilder aus Rosario, der drittgrößten Stadt Argentiniens gingen vergangene Woche um die Welt. Nach einer schweren Gasexplosion am 6. August stürzte ein Hochhaus ein und riss mehrere Menschen mit in den Tod. Noch vier Kilometer weiter war die Erschütterung zu spüren. Umliegende Häuser wurden schwer beschädigt und mehr als 60 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Nach mehreren Stunden erst konnte die Gaszufuhr abgestellt werden. Nach abgeschlossener Bergung steigt die Zahl der Toten auf 21. Die Sicherheitsbehörden teilten mit, dass Anwohner kurz vor der Explosion einen starken Gasgeruch meldeten.


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erschienen

Argentinien, 18. August 2013