Buenos Aires Briefing - September 2013 / 1

Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien möchte allen Interessierten einen besseren Zugang zu den politischen Ereignissen des Landes ermöglichen. Dafür veröffentlichen wir alle zwei Wochen ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Land. Diese Ausgabe fasst die wichtigsten Ereignisse zwischen dem 1. und dem 15. September 2013 zusammen.

Waldbrände in der Provinz Córdoba

Nach einer viermonatigen Trockenperiode kam es in der Provinz Córdoba im Zentrum des Landes zu verheerenden Waldbränden. Die Feuerfronten breiteten sich auf einem Gebiet von mehr als 50.000 Hektar, die Größe von rund 7.000 Fußballfeldern, aus. Besonders betroffen war die Valle de Calamuchita nördlich der Provinzhauptstadt. Infolge mussten nach Berichten des Brandschutzbeauftragten Fernando Epela etwa 500 Personen aus den betroffenen Gebieten evakuiert werden. Es gab keine Todesopfer, jedoch wird von hohen Sachschäden ausgegangen. Als Ursache des Feuers wird Brandstiftung angenommen. Es wurden bereits zwölf Verdächtige festgenommen.

Cristina Fernández de Kirchner auf dem G20-Gipfel in Sankt Petersburg

Syrien

Der anhaltende Konflikt in Syrien war eines der zentralen Themen des Gipfels. In den Gesprächen konnte kein Konsens über die Frage einer Militärintervention in Syrien erreicht werden. Argentinien sprach sich stark dagegen aus. Präsidentin Kirchner argumentierte wie folgend: “Eine Militärintervention wäre unheilvoll. Es gibt nichts Schlimmeres als Krieg. Wir müssen wie Papst Franziskus und UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon für den Frieden eintreten.“ Damit stellt sich Argentinien in eine Linie mit Staaten wie Russland, China und Brasilien, die ebenso gegen eine Aktion des Militärs eintreten.

Holdouts - Fondos Buitre

Nach dem argentinischen Staatsbankrott 2001/2 kam es zwei Mal (2005 und 2010) zu einer Neuverhandlung der Staatsschulden. Der Großteil, 93 Prozent, der Anleger nahmen die Umschuldungsmaßnahmen an. Damit verbunden war ein Schuldenschnitt von rund 50 Prozent. Hinzu kam noch der Zinsausfall. Der Rest der Gläubiger nahm das Angebot nicht an. Ein New Yorker Gericht sprach Ende August den klagenden Hedge Fonds das Recht zu, den vollen Betrag ihrer Bonds einzufordern. Argentinien legte daraufhin Einspruch ein. Nun wird der Fall an den Obersten Gerichtshof in Washington weitergeleitet. Präsidentin Kirchner versuchte in Sankt Petersburg das Problem der Hedge Fonds mit Obama zu diskutieren und seine Unterstützung einzufordern. Eine Reaktion blieb aus. Außerdem verlangte sie eine internationale Regulierung für die Restrukturierung von Schulden, die Anleger an Umschuldungsmaßnehmen binden soll. Obama unterstützte das Anliegen nicht. Der Rhetorik der Argentinierin gegenüber dem großen Nachbar im Norden ist seit geraumer Zeit recht schroff. (Vgl.Länderbericht)

IOC in Buenos Aires

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hielt seine 125. Generalversammlung vom 7. bis zum 10. September erstmals in Buenos Aires ab. Gewählt wurden Tokio als Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 2020 und Thomas Bach als neuer Präsident des Komitees. Die japanische Hauptstadt konnte sich trotz Bedenken der Strahlenbelastung nach dem Unglück in Fukushima 2011 gegen Madrid und Istanbul durchsetzen. Bach löst den Belgier Jaques Roche ab. Er wird in den nächsten acht Jahren das olympische Komitee leiten. Außerdem gehört Wrestling wieder in das Programm der Spiele 2020 und 2024.

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