Buenos Aires Briefing - April 2014/2

Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien möchte allen Interessierten einen besseren Zugang zu den politischen Ereignissen des Landes ermöglichen. Dafür veröffentlichen wir alle zwei Wochen ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Land. Diese Ausgabe fasst die wichtigsten Ereignisse zwischen dem 15. April und dem 30. April 2014 zusammen.

UCR, PRO und UNEN spekulieren über mögliche Zusammenarbeit für die Präsidentschaftswahlen 2015

Ricardo Alfonsin, Abgeordneter der Unión Cívica Radical (UCR), drückte seine Haltung hinsichtlich einer möglichen Zusammenarbeit von PRO und UNEN folgendermaßen aus: „Wenn man von möglichen Vereinbarungen mit anderen politischen Kräften spricht, wird das im Hinblick auf eine Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen 2015 geschehen.“ Auch UCR- Präsident Ernesto Sanz sagte, dass man im Falle einer Stichwahl Vereinbarungen mit Mauricio Macri und PRO treffen werde. Die Abgeordnete Elisa Carrió der Wahlvereinigung UNEN, die zuvor ein Bündnis mit der UCR und den Libres del Sur (Freien des Südens) eingegangen war, sagte: „Ich würde Macri nicht wählen, aber auch nicht viele von UNEN.“ Währenddessen sucht Sergio Massa mit seiner Frente Renovador strategische Wahlallianzen auf regionaler Ebene und bezieht dabei ebenfalls UCR-Politiker ein, unter ihnen die Bürgermeister von San Isidro und Junín, Gustavo Posse und Mario Meoni.

Buchmesse Buenos Aires 2014

Am Donnerstag, dem 24. April, begann von neuem die Buchmesse, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Den feierlichen Auftakt begleitete Joaquín, „Quino“ Lavado, der Vater der berühmten Comicfigur Mafalda, die dieses Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. Gaststadt ist Sao Paolo, von wo aus eine Reihe von „Saraus“ in die argentinische Hauptstadt kommt: eine Mischung aus Literatur, Musik und Schauspiel. Zu Gast sind in diesem Jahr außerdem Paul Auster, J.M. Coetzee, Arturo Pérez-Reverte y Almudena. Die Buchmesse empfängt jedes Jahr eine knappe Million Besucher und endet am 12. Mai. Bis dahin bietet sie eine große Anzahl von Kulturveranstaltungen für alle Altersgruppen.

Unsicherheit im Land steigt

Allein im Monat April wurden in der Provinz Buenos Aires 21 Raubmorde gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Rate damit um das Vierfache. Obwohl die offizielle Statistik nur jene Fälle erfasst, die in der Presse erschienen, zeugt sie von einem besorgniserregenden Anstieg der Gewalt bei Überfällen in der Provinz Buenos Aires.

Inflation im April lag bei 2,6 Prozent und überstieg Erwartungen für das ganze Jahr

Wie die Regierung bekannt gab, stiegen die Preise im April um zwei Prozent. Die Zahl liegt unter den Berechnungen privater Institute, die drei oder mehr Prozent berechneten. Damit ist die Inflation im Vergleich zu den Vormonaten zwar leicht abgebremst. Dennoch beträgt sie im ersten Jahresdrittel nach offiziellen Angaben bereits 10 Prozent und liegt damit schon jetzt über den für das ganze Jahr 2014 veranschlagten zehn Prozent. Wirtschaftsminister Axel Kicillof sagte: „Die Preisspirale nach oben ist deutlich abgeschwächt“ und verneinte den Zusammenhang mit der Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivitäten.

Institut für Statistik hält Zahlen über Armut und Bedürftigkeit für das Jahr 2013 zurück

In einem weiteren Fall von Intransparenz hat das staatliche Institut für Statistik und Erhebungen (Indec) Zahlen über Armut und Bedürftigkeit im Jahr 2013 zurückgehalten. Die Zahlen hätten am 22. April präsentiert werden sollen. Weder Indec noch das Wirtschaftsministerium äußerten sich zu dem Vorfall. Nach Einschätzungen von Beobachtern sollten von offizieller Seite jene Daten verschleiert werden, die über die soziale Realität in Argentinien Auskunft geben können. Tatsächlich stoppte das Statistikinstitut im Januar die Veröffentlichung von Daten über den Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln und lebensnotwendigen Gütern, an denen Armut und Bedürftigkeit normalerweise festgemacht werden können. Die letzten Daten von Indec datieren vom Ende des ersten Halbjahres 2013, in denen die Armut bei 4,7 Prozent lag. Private Quellen hatten jedoch für denselben Zeitraum errechnet, dass jeder vierte Argentinier arm sei.