Buenos Aires Briefing - Dezember 2014/2

Die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien möchte allen Interessierten einen besseren Zugang zu den politischen Ereignissen des Landes ermöglichen. Dafür veröffentlichen wir alle zwei Wochen ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Land. Diese Ausgabe fasst die wichtigsten Ereignisse zwischen dem 15. Dezember und dem 31. Dezember 2015 zusammen.

Das Wahljahr 2015

Mit dem neuen Jahr begannen in Argentinien auch die Kampagnen der Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen im Oktober 2015. Die amtierende Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner kann nach zwei Amtsperioden selbst nicht noch einmal kandidieren. Kirchner und ihr Wahlbündnis Frente para la Victoria (FpV) haben sich allerdings noch nicht darauf festgelegt, wen sie in das Rennen um die Präsidentschaftsnachfolge schicken. Der Mangel an Kandidaten resultiert auch aus den zahlreichen Korruptionsvorwürfen gegen einige Regierungsmitglieder. Ein weiterer Vorfall sorgte allgemein für Verzögerungen der Regierungsarbeit. Die Präsidentin erlitt am Neujahrstag in ihrem Haus in El Calafate einen Knöchelbruch und kann bis zum 12. Januar keine offizielle Termine wahrnehmen. Dadurch wird das Kabinett seine Arbeit im neuen Jahr mit Verzug aufnehmen. Der Peronist Daniel Scioli, Gouverneur der Provinz Buenos Aires, hat dagegen bereits am ersten Wochenende des Jahres seine Wahlkampagne im Touristenort Mar del Plata an der argentinischen Atlantikküste begonnen. Neben Scioli waren auch Sergio Massa, Bürgermeister der Stadt Tigre und Kandidat des Bündnisses Frente Renovador (FR), sowie weitere Anwärter auf den Präsidentenposten in mehreren Orten der Atlantikküste anwesend. In Argentinien beginnt am 1. Januar die Hauptsaison in den dortigen Touristenhochburgen. Die von Millionen Argentiniern frequentierten Orte und Städte bieten also eine ideale Gelegenheit zur Gewinnung von Wählerstimmen. Mauricio Macri, Bürgermeister der Stadt Buenos Aires und Präsidentschaftskandidat der PRO, blieb dagegen in der Hauptstadt.

Cromañon Nunca Más - Erinnerung an eine Tragödie

Am 30. Dezember 2014 jährte sich zum zehnten Mal das tragische Feuer in der Disko Cromañon im Viertel Once der argentinischen Hauptstadt, bei dem im Jahre 2004 194 Personen ums Leben kamen und mehr als 700 verletzt wurden. Damals hatten Unbekannte während eines Konzertes der Band Callejeros Feuerwerkskörper gezündet, die in der Folge das Gebäude in Brand stecken. Zudem entstand eine Massenpanik, die dazu führte, dass die größtenteils jungen Opfer nicht nur aufgrund des Rauches erstickten, sondern auch von anderen Personen, die selbst verzweifelt ihr Leben retten wollten, zu Tode getreten wurden. Seitdem erinnern jedes Jahr Familienangehörige und Freunde der Verstorbenen mit Märschen, Gottesdiensten und Konzerten an die Tragödie. Aufgrund der besonderen Bedeutung dieses Tages im Jahr 2014 wurde die Straße, in der sich die Disko befand, in eine permanente Erinnerungsstätte umgewandelt. Dort sind nun die Namen und Fotos der Opfer zu sehen. Seit der Nacht des Unglücks vor zehn Jahren ist die Straße für den Verkehr gesperrt. Auch Papst Franziskus nahm Stellung zu diesem Ereignis und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Er selbst erinnere sich noch, wie er in der Nacht des Unglücks und in den Tagen danach die Überlebenden in den Krankenhäusern besuchte.

Auftakt der Rallye Dakar

Am Samstag, den 3. Januar 2015 stellen sich auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires die Teilnehmer der Rallye Dakar mit ihren Motorrädern, Autos und Lastwagen zur Schau. Zum vorerst letzten Mal findet vom 4. bis 17. Januar 2015 die legendäre Rallye auf dem südamerikanischen Kontinent statt. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt 8196 Kilometer und führt die Teilnehmer durch die Länder Argentinien, Bolivien und Chile. Den Tag vor dem Auftakt der Rallye nutzten die Teilnehmer dazu, sich und ihre Fahrzeuge in Buenos Aires, dem Startpunkt der ersten Etappe, zunächst vor der Casa Rosada und dann während einer Rundfahrt durch die Stadt zahlreichen Schaulustigen zu präsentieren. Die Menschen hatten sich am Straßenrand versammelt, um die Fahrer aus 53 verschiedenen Ländern zu begrüßen und zu bejubeln.

erschienen

Argentinien, 7. Januar 2015

Buenos Aires Briefing Dezember 2014/2