Interreligiöser Dialog

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Susret mladih teologa

Ein Leitthema der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ist die Verständigung über gemeinsame Werte eines zusammenwachsenden Europas.

Das Auslandsbüro in Sarajevo setzt seinen Schwerpunkt auf das Gelingen eines interreligiösen und interkulturellen Dialogs. Dabei werden das europäische Wertegefüge, die christlich-abendländische Kulturtradition und die Prinzipien der Aufklärung – auf welchen das Selbstverständnis des säkularen Staates basiert, analysiert. Gleichermaßen gilt es, Bedeutung und Wesen verschiedener Religionsgemeinschaften in demokratischen Gesellschaften zu untersuchen. Den Themen Medien und Religion sowie Gesellschaft und Religion widmen sich diverse Publikationen der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bosnien und Herzegowina. Durch einen Gedankenaustausch über verbindende bzw. trennende Elemente sollen Grundlagen zur Intensivierung der interreligiösen Verständigung und Perspektiven einer positiv unterstützenden Rolle der Religionsgemeinschaften im Integrations- und Versöhnungsprozess erläutert werden.

Bosnien und Herzegowina kann mit seiner Vergangenheit und den jüngsten Kriegserfahrungen einen wichtigen Beitrag zum europäischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog leisten. Eine Besonderheit des Landes liegt in seiner konfessionellen und kulturellen Vielfalt. Der bosnisch-herzegowinische Staat wird aus drei so genannten konstitutiven Völkern gebildet: den Bosniaken, Serben und Kroaten. Die Bosniaken sind mehrheitlich Muslime, die Serben zumeist Angehörige der serbisch-orthodoxen und die Kroaten vorwiegend der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft. Es existieren außerdem eine jüdische Gemeinde sowie 17 anerkannte, nationale Minderheiten. Schätzungen gehen davon aus, dass die Muslime mit etwa 40 Prozent der Bevölkerung die größte Glaubensgemeinschaft bilden, etwa 31 Prozent der Einwohner sind serbisch-orthodox und 15 Prozent römisch-katholisch.

Aufgrund der enormen ethnisch-nationalen und religiös-konfessionellen Zersplitterung des Landes, welche sich nach dem Bürgerkrieg manifestierte, setzt sich die Konrad-Adenauer-Stiftung seit der Aufnahme ihrer Tätigkeit im Jahr 1997 besonders für die Erneuerung von Vertrauen zwischen den jeweiligen Gruppen ein. Das Anliegen ist, einen Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung und Versöhnung zu erwirken. Dabei arbeitet die Konrad-Adenauer-Stiftung mit anderen Organisationen zusammen.

• Als einen wichtigen Kooperationspartner betrachtet die Konrad-Adenauer-Stiftung den 1997 gegründeten „Interreligiösen Rat“ (IRR). In diesem haben sich die höchsten Würdenträger der vier traditionellen Religionen Bosnien und Herzegowinas zusammengeschlossen. Anfang 2005 wurde der IRR eine unabhängige Organisation und ist seither ein Hauptpartner der KAS in Sarajevo. Die gute Kooperation mit dem IRR konnte 2007 mit der Gründung des "Interreligiösen Instituts" (IRI) einen vorläufigen Höhepunkt erreichen. Das Institut knüpft an die Erfahrungen an, die in Deutschland mit kirchlichen Bildungs- und Begegnungshäusern gesammelt werden konnten. Seit Oktober 2007 baut es seine Funktion als "Brücke zwischen der Gesellschaft und den vier traditionellen Religionsgemeinschaften" aus.

• Hervorzuheben sind ferner die "Begegnungen junger Theologen", die die Konrad-Adenauer-Stiftung seit 2006 unterstützt. Bei diesen Begegnungen besuchen 40 römisch-katholische, muslimische und serbisch-orthodoxe Theologiestudenten gemeinsam die theologischen Fakultäten des Landes, um sich gegenseitig ihre Curricula, aber auch ihre jeweiligen Glaubenspraxen näher zu bringen. Dadurch wird ihnen die Möglichkeit gegeben, die Gotteshäuser der Anderen und die dazugehörigen Traditionen kennen zu lernen. Die Gruppe der Jungtheologen charakterisiert zudem ein hoher Grad an Eigeninitiative und Interesse an umstrittenen Themen, der zuletzt zum Fachgespräch "Dialog mit Atheisten und Agnostikern" und zur Anfertigung eines gemeinsamen Religionskalenders führte.