EU-Annäherung
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Das zentrale Ziel Bosnien und Herzegowinas – der wichtigsten politischen Kräfte und der breiten Bevölkerung – ist der Beitritt zu den euro-atlantischen Strukturen. So befürwortet laut Statistiken ein Großteil der Bevölkerung BuHs (ca. 85%) den Beitritt zur EU. Nachdem mit der Verteidigungsreform von 2005 ein entscheidender Schritt für die Mitgliedschaft in das Bündnis „Partnership for Peace“ erfolgt ist, steht nun die Annäherung an die Europäische Union im Mittelpunkt der Anstrengungen BuHs. So hat der Konsens aller politischen Kräfte des Landes dazu geführt, dass BuH am 25. Januar 2006 die Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU beginnen konnte. Damit wurde der Integrationsprozess - nach dem grünen Signal von Seiten der EU-Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel in Thessaloniki 2003 – offiziell eingeleitet. Dieser Weg ist gekennzeichnet durch notwendige Reformen, die einerseits den Beitritt BuHs ermöglichen sollen und andererseits die Stabilisierung des Staates sichern werden.
Nur in Kenntnis des Modells der EU und der verlangten Standards kann im Land Akzeptanz für die notwendigen Reformen erzielt werden und damit der Integrationsprozess erfolgreich beschritten werden. Um den Integrationsprozess zu unterstützen organisiert die Außenstelle Sarajevo bereits seit mehreren Jahren Konferenzen und Seminare mit wichtigen Vertretern des politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens BuHs. Hauptzielgruppen unserer Maßnahmen sind Politiker, Journalisten und Nachwuchsführungskräfte. Diesen wird eine ihren Bedürfnissen angepasste Beratung und Schulung angeboten. Das bedeutet, dass beispielsweise der regionale Austausch von Parlamentariern gefördert wird (COSAP), junge Politiker in Simulationen den Erweiterungsprozess der EU live miterleben, Journalisten die Institutionen und die Funktionsweise der EU näher gebracht wird, NGO-Vertreter über die Integration der neuen EU-Mitgliedstaaten diskutieren und daraus Schlüsse für die EU-Annäherung von BuH ziehen und KAS-Stipendiaten über die Europäische Identität diskutieren.
Durch die in mehr als zehn Regionen BuHs in Partnerschaft organisierten Abendkurse, Radiosendungen und Diskussionen wird darüber hinaus die breite Öffentlichkeit mit der Bedeutung des Annäherungsprozesses bekannt gemacht. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnerorganisationen, NGOs als auch Bürgerinitiativen, sowie mit den Medien, soll das Wissen über die EU und den SAA-Prozess stärken und die positive Stimmung des Landes auf dem Weg in die EU langfristig fördern.