„Die Begleitung der Veranstaltungen in den verschiedenen Regionen des riesigen Landes Brasiliens war daher auch Höhepunkt meiner Praktikumszeit“

Praktikumsbericht Linda Messer

Ich heiße Linda Messer und studiere im 6. Semester Global Management mit Schwerpunkt Brasilien an der international ausgerichteten Hochschule Bremen. Bevor ich das Praktikum bei der Konrad-Adenauer Stiftung begann, hatte ich bereits ein Semester an der Universidade Federal do Ceará in Fortaleza studiert.

Teil meines Studiums ist ein 20-wöchiges Plicht-Praktikum in Brasilien. Durch meine Internetrecherche bin ich schnell auf die Konrad-Adenauer Stiftung in Rio de Janeiro gestoßen. Während meines Studiums habe ich mich bereits wissenschaftlich mit Brasilien und seinem politischen und wirtschaftlichen System beschäftigt. Durch ein Praktikum bei der KAS erhoffte ich mir eine praktische Arbeitsweise neben dem ansonsten sehr theoretischen Unialltag zu erleben. Gleichzeitig stellte ich es mir sehr spannend vor, Einblicke in das Alltagsgeschäft einer international agierenden politischen Stiftung und in die Zusammenarbeit mit politischen Akteuren zu gewinnen. Das Land erlebte während meines Aufenthalts in Brasiliens sehr turbulente Zeiten. Zu Beginn meines Auslandssemesters wurde gerade die Präsidentin Dilma Rousseff durch ein Impeachmentverfahren abgesetzt. Kurz darauf fanden die Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio Janeiro statt. Und zu Ende meiner Brasilienzeit geriet der aktuelle Präsident Michel Temer so tief in den Korruptionsskandal, sodass bereits sein Rücktritt und mögliche Wiederwahlen diskutiert wurden. Gleichzeitig steckte das Land in der schwersten Wirtschaftskrise aller Zeiten. Durch die Arbeit bei der Konrad-Adenauer erhielt ich einen sehr guten Einblick in die aktuellen Geschehnisse, wobei auch die wöchentlichen Teambesprechungen halfen, bei denen die Projekte und das Tagesgeschäft besprochen wurden und gleichzeitig die aktuelle brasilianische Tagespolitik diskutiert wurde.

Meine Arbeit in der KAS war interessant und abwechslungsreich. Durch die Zusammenarbeit mit den Projektkoordinatoren erhielt ich Einblick in die vielfältigen Arbeitsbereiche der Stiftung. Zu meinen Aufgaben gehörte unter anderem die Übersetzung von Veranstaltungsberichten von Kollegen, wodurch ich auch Einsicht in deren Projekte und Arbeit erhielt und gleichzeitig meine Sprachkenntnisse verbessern konnte. Die Arbeitssprache im Büro ist ebenfalls Portugiesisch. Im administrativen Bereich war ich für die Erstellung von Teilnehmerlisten, Honorarverträgen oder Angeboten für die Veranstaltungsorte bei Seminaren und Kongressen zuständig. Toll war es, dass ich dabei die Gelegenheit hatte an den Veranstaltungen, die ich half vorzubereiten, auch teilzunehmen. Die Begleitung der Veranstaltungen in den verschiedenen Regionen des riesigen Landes Brasiliens war daher auch Höhepunkt meiner Praktikumszeit. Zum einen führte mich das Nationaltreffen des Dialogforums CB27 der Umweltdezernentinnen und -dezernenten der 27 brasilianischen Bundesstaaten nach Salvador/Bahía. Bei diesem Forum geht es primär darum, Umweltdezernate zu stärken, Erfahrungen zur städtischer Nachhaltigkeit auszutauschen und fortschrittliche umweltpolitische Aktionsprogramme zu fördern. Eine zweite Veranstaltung des Dialogforums fand im Bundesdistrikts Brasília statt, wo die Themen Finanzierung und Verwaltung von Klimaschutzmaßnahmen behandelt wurden. Ich durfte die Diskussionen inhaltlich begleiten, unterstützte die logistischen Aspekte der Konferenz und war außerdem für die Fotos zuständig. Im Büro habe ich mich sehr wohl gefühlt und wurde herzlich in das Team der KAS aufgenommen. Die Arbeitsatmosphäre war immer sehr angenehm und ich konnte jederzeit Fragen stellen.

Bezüglich meines Berufswunsches hat mir die Erfahrung dahingehend geholfen, dass ich weiß, dass ich im internationalen Kontext arbeiten möchte, gerne im Bereich der Schnittstelle zwischen Deutschland und Lateinamerika. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, später auch in der Privatwirtschaft zu arbeiten, einen internationalen Bezug möchte ich aber in jedem Fall haben.

Insgesamt hat das Praktikum bei der KAS meine Erwartungen in jeder Hinsicht erfüllt. Ich konnte meine Sprachkenntnisse ausbauen und interkulturelle Kompetenz und Verständnis entwickeln. Die Arbeit in diesem wunderbaren Team hat mir viel Spaß gemacht und nicht zuletzt bietet natürlich Rio de Janeiro, die Cidade Maravilhosa, einen perfekten Rahmen für eine tolle Praktikumszeit.


Linda Messer absolvierte vom 13. Februar bis zum 23. Juni 2017 ein Praktikum im Auslandsbüro Brasilien der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Weitere Praktikumsberichte

Linda Messer an der Seite der KAS-Projektkoordinatorin Marina Caetano beim X. Nationaltreffen der Umweltdezernenten - CB27

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