II. Treffen der Umweltdezernenten der Hauptstädte Brasiliens

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Am 22. April trafen sich die Umweltdezernenten der brasilianischen Hauptstädte im Rahmen der CB-27 (Capitais Brasileiras 27) in Porto Alegre. Das zweite nationale Treffen, welches am "Tag der Erde" statt fand, mündete in der erfolgreichen Unterzeichnung der Charta von Porto Alegre.

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II. Treffen der Umweltdezernenten in Porto Alegre

Umweltdezernenten der CB-27

Am 22. April empfingen das Umweltdezernat von Porto Alegre und das Lateinamerika Institut für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (Instituto Latino Americano de Desenvolvimento Econômico Sustentável, ILADES), in Zusammenarbeit mit der Konrad Adenauer Stiftung sowie dem Umweltamt Rio de Janeiros, die Vertreter der CB-27 Gruppe. Das Forum knüpft an das erste Nationale Treffen während der Konferenz Rio+20 im vergangenen Jahr und eine Reihe von Regionaltreffen an, die im Vorfeld stattgefunden hatten. Da jedoch mehr als 80% der Umweltdezernenten nach den Kommunalwahlen ausgewechselt worden waren, lag das Hauptanliegen des Treffens diesmal darin, den neuen Dezernenten sowohl das Projekt CB-27 als auch ihre Amtskollegen gegenseitig vorzustellen. Darüber hinaus wurde das Ziel verfolgt, das Netzwerk der Umweltämter zu stärken und den Austausch von Erfahrungen, Visionen und "Best-Practice-Modelle" weiter zu fördern.

José Fortunati, Bürgermeister von Porto Alegre, eröffnete die Veranstaltung und unterstrich die besondere Rolle der Städte, die direkt für die Lebensqualität der Bürger verantwortlich sei. Die Gemeinden könnten ihre Aufgaben jedoch nicht ausreichend wahrnehmen, wenn der Bund weiter die Länder privilegiere. Beispielsweise im Prozess des Schuldenabbaus müsse auch den Städten und Gemeinden zu einer Sanierung der kommunalen Finanzen verholfen werden. Um der Bedeutung regionaler Umweltpolitik Rechnung zu tragen, waren 25 Vertreter der CB-27 Gruppe, davon 19 Umweltdezernenten, zusammen gekommen, um über die Institutionalisierung einer zukünftigen Zusammenarbeit zu diskutieren. In der Anwesenheit der Umweltdezernenten von Porto Alegre und Rio de Janeiro, sowie des Repräsentanten der Konrad-Adenauer-Stiftung, Felix Dane und des Präsidenten des ILADES tauschten sich die teilnehmenden Umweltdezernenten über die jeweiligen regionalen Problemlagen, Arbeitsschwerpunkte und -umstände sowie Umweltkonzepte aus. Neben zahlreichen Aufforstungsprojekten, der Verbesserung der Qualität des öffentlichen Transports und dem Einsatz regenerativer Energien fokussiert vor allem die Umweltpolitik im Norden Brasiliens verstärkt die Sensibilisierung der Bevölkerung für Umweltthemen und den Erhalt der Biodiversität des Amazonasgebiets.

Weiterhin referierten Marina Grossi, Präsidentin des brasilianischen Wirtschaftsrates für nachhaltige Entwicklung (Conselho Empresarial Brasileiro para o Desenvolvimento Sustentável, CEBDS) und Emílo Lèbre La Rovere, Direktor des "Centro Clima" der Universität Rio de Janeiros, darüber, wie wichtig die Einrichtung von Programmen in den Hauptstädten zur Kontrolle und Reduktion von Treibhausgasen sowie für die Verwirklichung von Nachhaltigkeit seien. Weltweit gehen heute ca. 70% aller Emissionen auf die Rechnung der Städte. Neben kommunalen Führungskräften und Experten konnte auch Dr. Gregor V. Wolf, Leiter der Abteilung der Weltbank für nachhaltige Entwicklung in Lateinamerika und der Karibik, als Teilnehmer gewonnen werden. Dieser stellte zum einen die Organisation vor und informierte zum anderen über deren Förderprogramme. Zukünftige gemeinsame Projekte im Namen der CB-27 könnten nicht nur finanziell, sondern auch durch technische Beratungsleistungen unterstützt werden.

Insgesamt konnten die Ziele der CB-27 während des Treffens gestärkt werden. Trotz der regionalen Besonderheiten jeder der brasilianischen Großstädte konnten die Amtskollegen, die sich mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sehen, gegenseitig von Erfahrungen profitieren. Verschiedene Projekte der Städte wurden vorgestellt und sowohl Schwierigkeiten besprochen als auch Lösungsmöglichkeiten erörtert. Den bisher noch wenig beachteten Umweltämtern soll zudem durch die Schaffung einer Plattform innerhalb der Stadtverwaltungen und auch gegenüber der übergeordneten Landes-und Bundesregierung zu einer gemeinsamen Stimme verholfen werden. Dabei geht es einerseits um die Aufwertung von Umweltpolitik als gleichwertiges Ressort innerhalb der Stadtverwaltung. Andererseits spielt die Interaktion mit den anderen Dezernaten der Stadtverwaltung wie Abfallentsorgung, Wohnungsbau und Verkehrsplanung eine enorme Rolle. Denn nur durch diese Integration können nachhaltige urbane Räume geschaffen sowie die Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes und der Anpassung an den Klimawandel effizient und ganzheitlich umgesetzt werden. Durch die Anwesenheit von Karen Silverwood-Cope vom brasilianischen Umweltministerium konnten die Belange sowohl an den Bund kommuniziert als auch Vorschläge von deren Seite eingebracht werden.

Um den weiteren Informationsfluss bzw. –austausch zu gewährleisten, wurde die Charta von Porto Alegre unterzeichnet. Darin verständigten sich insgesamt 25 Vertreter der CB-27 Gruppe im Wesentlichen darauf, ihre Zusammenarbeit noch dieses Jahr auf eine institutionelle Basis zu stellen, die bis Juli 2013 von einer Arbeitsgruppe erstellt werden soll. Damit solle der Grundstein für eine langfristige und effiziente Kooperation im Bereich der lokalen Umweltpolitik sowie deren Professionalisierung gelegt werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu verwirklichen.

Das nächste nationale Treffen ist für September 2013 geplant und soll in Salvador da Bahia statt finden.

Den gesamten Text der Erklärung "Carta de Porto Alegre" finden Sie hier .

Verfügbare Präsentationen der Umweltdezernenten der CB-27 über ihre Projekte:
Aracajú
Belo Horizonte
Boa Vista
João Pessoa
Manaus
Porto Alegre
Recife
Salvador
São Luís

Präsentationen der teilnehmenden Experten:
Das Programm Cidades Sustentáveis
Emilio Lèbre La Rovere vom Klimazentrum
Gregor Wolf von der Weltbank
Marina Grossi vom CEBDS

Medienberichterstattung zum II. Nationalen Treffen der CB-27 (auf Portugiesisch):

O Sul
O Sul
O Sul
Metro
Jornal do Comércio
Jornal do Comércio
Zero Hora
Zero Hora
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M1 Notícias
O Sul
Blog Portoimagem
Ulbra TV
TVE
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Band TV
FM Cultura 107,7 Mhz
Gaúcha AM 600 Khz
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Zusammenarbeit zwischen Porto Alegre und Rio de Janeiro im Umweltbereich:

RBS TV - Porto Alegre
TVCOM
CBN AM 1.340 Khz
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Gaúcha AM 600 Khz
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Autoren

Kathrin Zeller, Elisabeth Vogl

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Brasilien, 25. April 2013

Kontakt

Kathrin Zeller

Sprachen: Deutsch,‎ English,‎ Português,‎ Español