Ein echter Knaller: Die Bremer Stadtrallye

Das Bildungswerk Bremen der Konrad-Adenauer-Stiftung rief und 55 Institutionen beteiligten sich an der Bremer Stadtrallye: vom Rathaus über die Bahnhofsmission und das Weltraumunternehmen Astrium bis zur Deutschen Kammerphilharmonie. Aufgeteilt in 30 Gruppen suchten 150 Schülerinnen und Schüler die Stationen auf, um Fragen über Bremen zu beantworten.

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Olympiateilnehmerin und mehrfache Deutsche Meisterin der Leichtathletik Jonna Tilgner mit der Startschusspistole

Olympiateilnehmerin und mehrfache Deutsche Meisterin der Leichtathletik Jonna Tilgner mit der Startschusspistole

Die Idee, die dahinter stand, war es, den Jugendlichen – unter Einsatz moderner Medien – die Hansestadt Bremen geografisch, politisch, wirtschaftlich und kulturell näher zu bringen. Durch die (spielerische) Auseinandersetzung mit Institutionen, Akteuren, Inhalten und Prozessen sollten die Teilnehmer einen neuen Blick auf die Stadt erhalten und die Vielfalt unserer demokratischen Kultur kennenlernen. Über die Rallye hinaus sollte das Interesse der Jugendlichen an gesellschaftlichen Themen geweckt und ihr Wunsch nach Partizipation gestärkt werden.

Die Regeln, welche Dr. Ralf Altenhof, Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung, zu Beginn der Veranstaltung im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft festlegte, waren einfach: Die Jugendlichen sollten die vorgegebene Reihenfolge ihrer Stationen wahren, als Gruppe zusammenbleiben und spätestens zwischen 12:00 und 12:20 Uhr wieder in der Bremischen Bürgerschaft eintreffen. Ob sie die Stationen per Straßenbahn, Bus oder zu Fuß erreichten, war dem Urteilsvermögen der Schüler überlassen. Alle Jugendlichen erhielten für ihren Stationenlauf dieselbe Ausrüstung: einen Stadtplan, eine Liste ihrer Stationen, ein BSAG-Ticket und eine weiße KAS-Tasche.

Um 9:30 Uhr eröffnete die Olympiateilnehmerin und mehrfache deutsche Meisterin über 400 Meter Hürden Jonna Tilgner die Rallye mit einem lauten Knall aus einer eigens für diesen Zweck von der Polizei zur Verfügung gestellten Startpistole.

Und damit begann für die Schüler ein Hürdenlauf der besonderen Art. An jeder Station (siehe am Ende des Berichtes eine Liste aller teilnehmenden Institutionen) wurden ihnen Informationen zur jeweiligen Station oder zu einem verwandten Thema präsentiert. Anschließend mussten die Teilnehmer anhand der Informationen einen Fragebogen beantworten.

Die Schüler hatten einen abwechslungsreichen Tag, an dem sie neue Institutionen kennenlernten z. B. das Institut für niederdeutsche Sprache (INS) oder die Besteckmanufaktur Koch & Bergfeld, unterschiedliche Medien rezipierten z. B. einen eigens für die Stadtrallye gedrehten Film über das Rathaus oder Kunstwerke in der Weserburg und Bremen mit allen Sinnen erlebten z. B. durften die Jugendlichen Hachez-Chocolade probieren und die Glocken in der Böttcherstraße klingen lassen.

Sie lernten, was die FDGO ist (Landeszentrale für politische Bildung), welche Aufgaben die Handelskammer hat, wie viele Kilokalorien ein Fußballspieler in einem Spiel verbrennt und wie vielen Kilogramm Nudeln das entspricht (Universum Science Center), was die Promillegrenze für unter 21-Jährige ist (Polizei Bremen) und warum die Auseinandersetzung mit Europa gerade in unseren Zeiten wichtig ist (Europe Direct).

Besonders begeistert waren die Gruppen von Radio Bremen. Sie erlangten Eintritt in das Bremen Vier Studio, trafen die Moderatoren Ike Pauli und Roland Kanwicher und erfuhren, dass Bremen Vier seit dem 1. Dezember 1986 sendet.

Die erste Gruppe erschien schon um 11:35 Uhr in der Bremischen Bürgerschaft und reichte alle fünf Fragebögen ein. Nicht jede Schülergruppe war so schnell und erfolgreich. Manche Schüler kamen kurz nach 12:20 Uhr atemlos in der Bürgerschaft an und waren froh, dass Verspätung im Gegensatz zu den anderen beiden Regeln kein Disqualifizierungsgrund war. Andere Gruppen reichten statt fünf nur drei Fragebögen ein. Dennoch war Altenhof mit dem Ergebnis zufrieden: „Im Großen und Ganzen haben die Jugendlichen sich gut geschlagen. Einige Stationen waren begeistert vom Engagement der Schüler." Die Koordination von 55 Stationen und 150 Schülern sei eine organisatorische Mammutaufgabe gewesen. Aber der Aufwand habe sich gelohnt. „Wir planen gerade eine Stadtrallye für Bremerhaven. Eine Wiederholung in Bremen ist ebenfalls vorstellbar“, sagte Altenhof.

Während die Jugendlichen sich am Büffet im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft bedienten und sich über ihre Erfahrungen bei der Rallye austauschten, korrigierten die Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung die eingereichten Fragebögen mit Hochdruck. Schließlich begann die Preisverleihung. Gespannte Stille breitete sich im Saal aus. Die Gewinner waren Anastasia Lapina, Martin Prigge, Lara Schäffer, Nathalie Schmidt, Jacqueline Schneider und Steffen Schnittger vom Politikgrundkurs der Oberschule an der Lerchenstraße. Die Gruppe war als erste zur Bremischen Bürgerschaft zurückgekehrt und erreichte nahezu die Maximalpunktzahl. Für diese Leistung erhielt sie 500 Euro für die Klassenkasse. „Was wir mit dem Geld machen wollen, überlegen wir uns noch“, sagte einer der glücklichen Gewinner. Das Preisgeld für den zweiten Platz (300 Euro) ging an Philipp Jutrczenka, Thorge Schönfeld, Colin Ruminski und Jannes Nazarek vom Kippenberg Gymnasium. „Die Orientierung war nicht schwer. Wir kannten die Stationen schon vorher und wussten deshalb, wo sie zu finden sind“, erklärten sie. Annelie von Laguna, Enisa Beljulji, Nurcan Kaplan, Jana Stelljes und Gözde Kargin vom Schulzentrum Walle erreichten den dritten Platz. Nachdem Altenhof ihnen einen Scheck von 200 Euro übergeben hatte, fragte er, welche Station den Schülern am besten gefallen habe. Die Antwort kam wie aus der Pistole: „Hachez,“ wo die Jugendlichen Schokolade probieren durften.

Die Albert-Einstein-Oberschule, das Schulzentrum Blumenthal und die Wilhelm-Olbers-Schule nahmen ebenfalls an der Bremer Stadtrallye teil.

Auch die Presse zeigte sich sehr interessiert an der Bremer Stadtrallye der Konrad-Adenauer-Stiftung: Es berichteten center.tv, Delmenhorster Kreisblatt, Kreiszeitung Syke, Weser Report und Wildeshauser Zeitung.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung bedankt sich bei allen Institutionen, die sich an der Bremer Stadtrallye beteiligt haben, sehr herzlich:

Amnesty International, Amtsgericht Bremen, Arbeitnehmerkammer Bremen, Astrium GmbH, Bahnhofsmission, Bankhaus Carl Plump, Böttcherstraße GmbH, Bremer Geschichtenhaus, Bremer HACHEZ Chocolade GmbH&Co. KG, Bremer Musical Company, Bremer Silbermanufaktur Koch und Bergfeld, Bremer Touristikzentrale, Bremische Bürgerschaft, Bremische Landesmedienanstalt (BREMA), BSAG, Bundeswehr, CDU Bremen, Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, Die Deutsche Kammerphilharmonie, Die Unternehmerverbände im Lande Bremen e.V, Europe Direct, FDP Bremen, Freiwilligen-Agentur Bremen, Focke-Museum, Fundamt, Greenpeace, Handelskammer, Handwerkskammer, Haus der Wissenschaft, Himmelssaal, Institut für niederdeutsche Sprache, Kaffee Mühle am Wall, Katholischer Gemeindeverband Bremen, Kino 46, Klinikverbund Bremen, Kunsthalle, Landeszentrale für politische Bildung, Landgericht Bremen, Olbers Planetarium, Polizei Bremen, prizeotel, Radio Bremen, Rat für Integration, Rathaus, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Staatsarchiv, Stadtbibliothek Bremen, Stadtwaage, Übersee-Museum, Umwelt Bildung Bremen, Universität Bremen, Universum Science Center, Verbraucherzentrale Bremen, Weserburg, Wirtschaftsförderung, Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau

Autor

Janine Dufner

Serie

Veranstaltungsbeiträge

erschienen

Bremen, 18. Juli 2012

Kontakt

Dr. Ralf Altenhof

Landesbeauftragter für Bremen und Leiter des Politischen Bildungsforums Bremen

Dr. Ralf Altenhof
Tel. +49 421 163009-0
Fax +49 421 163009-9