Mein FPJ-ABC

Ein Jahr bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bremen

Jana Glose aus Bersenbrück hat im Politischen Bildungsforum Bremen ein Freiwilliges Politisches Jahr (FPJ) absolviert. Zum Abschluss hat sie ihr „FPJ-ABC“ formuliert – als Rückblick auf das eigene Jahr und als Anregung für potenzielle Nachfolger.

FPJlerin Jana Glose spricht mit interessierten Studenten über ein Praktikum bei der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Jana Glose absolvierte im Zeitraum von August 2015 bis August 2016 ein Freiwillgies Soziales Jahr Politik bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bremen.

Adenauer: Mit Konrad Adenauer hatte ich nicht nur als Namengeber für die Stiftung, sondern besonders während der von mir organisierten Studienreise „Auf den Spuren Konrad Adenauers“ zu tun. Während der Reise konnte ich viele Lebensstationen Adenauers besuchen und viel über sein Leben erfahren.

Begabtenförderung: Immer wieder hatte ich bei meiner Arbeit mit Stipendiaten der KAS zu tun. Unter anderem fand Mitte April eine Stipendienwoche an Bremer Schulen statt, bei der Bremer Stipendiaten der KAS insgesamt etwa 400 Schülerinnen und Schüler der Q-Phase über die Stipendienmöglichkeiten und die Begabtenförderung durch die KAS informierten.

Christ sein heute: Im Rahmen eines Kreativwettbewerbs hatte die KAS Bremen Jugendliche und junge Erwachsene bundesweit dazu aufgerufen, sich gestalterisch oder dokumentarisch mit dem „Christ sein heute“ zu befassen. Fast 500 Teilnehmer aus 12 Bundesländern reichten knapp 100 verschiedene Beiträge ein. Aus ihnen wählte eine prominent besetzte Jury die drei besten Einsendungen aus. Diese wurden Ende November im Rahmen einer festlichen Preisverleihung ausgezeichnet.

Domshof: Nachdem ich den ersten Teil meines FPJs im alten Büro an der Martinistraße arbeiten durfte, stand Anfang Januar der Umzug in die neuen Räumlichkeiten am Domshof an. Besonders das neue große Büro und die noch zentralere Lage waren von da an ein großer Pluspunkt im neuen Büro.

Extremismuskonferenz: Eines der großen Projekte während meines FPJs war die Extremismuskonferenz Ende April in Bremen. Auf der ganztägigen Fachkonferenz zum Thema „Extremismusformen im Vergleich“ diskutierten Experten aus Wissenschaft und Praxis in vier Panels über die verschiedenen Radikalisierungstendenzen in Deutschland, die Chancen der Präventionsarbeit, Antisemitismus als eventuell verbindendes Element der einzelnen Extremismusformen sowie über Terrorismus und Strategien zu dessen Bekämpfung. Im Rahmen der Konferenz wurden die Extremismus-Portale der KAS freigeschaltet.

Fotografieren: Immer wieder durfte ich auf Veranstaltungen Fotos für den späteren Veranstaltungsbericht auf unserer Homepage machen. Zu Beginn meines FPJs hatte ich nie wirklich gerne Fotos gemacht, aber im Laufe der Zeit machte es mir immer mehr Spaß, auf den einzelnen Veranstaltungen zu fotografieren.

GEW: Im Rahmen eines Stellentauschs hatte ich während meines FPJs die Möglichkeit, für einen Zeitraum von zwei Tagen einen Einblick in die Einsatzstelle eines anderen Freiwilligen zu erhalten. Ich besuchte Johanne, die ihr FPJ bei der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) in Bremen absolvierte. Dabei erhielt ich einen interessanten Einblick in die Arbeitsabläufe in einer anderen Einsatzstelle.

Homepage: Zu meinen Aufgaben gehörte die Betreuung und Pflege der Homepage. Neben Veranstaltungsbeiträgen und Fotos unterstützte ich Kollegen auch immer wieder bei allen anderen Aspekten bezüglich der Homepage.

Idealismus: Definitiv eine Grundvoraussetzung für mein FPJ, um die Höhen und Tiefen des Arbeitsalltages gut zu überstehen.

Jahr: Insgesamt ein Jahr, also 12 Monate habe ich mein FPJ bei der KAS in Bremen absolviert. Auch wenn mir die Zeit am Anfang ziemlich lang erschien, ging sie letztlich viel zu schnell vorbei.

KAS: Die Abkürzung, die ich im vergangenen Jahr wohl am meisten benutzt habe. Auch wenn ich mich noch genau daran erinnern kann, dass ich am Anfang nicht wirklich viel mit den drei Buchstaben anfangen konnte, habe ich es mit der Zeit zu schätzen gelernt, nicht immer das Wort Konrad-Adenauer-Stiftung auszuschreiben.

Lehrer: Im Zuge der zahlreichen Schulveranstaltungen hatte ich oft mit Lehrern zu tun. Dabei war es gerade bei Lehrern bezüglich der Kommunikation nicht immer ganz einfach – aber das kannte ich ja so auch schon aus der Schule. Hier galt wie bei vielem anderen: Aus Erfahrungen lernen.

Mittagsimbiss: Die Veranstaltungsreihe „kas-kompakt“ ist ein Format, in dem ein Businesspublikum in der Mittagspause zu einem leichten Imbiss und einem Mittagsgespräch zu einem wirtschaftlichen Thema eingeladen wird. In gemütlicher Atmosphäre wird eine halbe Stunde ein Kurzvortrag gehalten. Anschließend bleibt eine halbe Stunde Zeit für Fragen und die gemeinsame Diskussion mit den Referenten. Nach getaner Arbeit bei dieser Veranstaltung (Fotografieren, Mitschreiben) konnte auch ich mich dann jedes Mal am Buffet bedienen.

Nach dem FPJ: Für mich geht es jetzt für mein Studium an die Nordsee. In Wilhelmshaven werde ich Medienwirtschaft und Journalismus studieren.

Organisation: Eines der Hauptaufgaben während meines FPJs war die Organisation und Planung von Veranstaltungen. Auch wenn am Anfang vieles noch unorganisiert war oder zumindest für mich wirkte, fühlte ich mich von Tag zu Tag organisierter und hatte am Ende richtig Spaß daran, verschiedene Veranstaltungen nebeneinander zu planen.

Podiumsdiskussion: Bei den mit Abstand meisten Veranstaltungen, die ich während meines FPJs mitorganisieren durfte, handelte es sich um Podiumsdiskussionen, bei denen Experten über ein Thema diskutierten. Meiner Meinung nach ist dies ein sehr spannendes Veranstaltungsformat, da hier viele verschiedene Standpunkte diskutiert werden.

Qualifikation: Auch wenn ich durch mein FPJ keinem Schul- oder Berufsabschluss erreicht habe, habe ich vielfältige Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen gesammelt. Besonders in Bezug auf meine berufliche Orientierung hat mir mein FPJ viel gebracht.

Recherche: Die Recherche machte einen großen Teil meiner Arbeit aus. Sei es bei der Suche nach Veranstaltungsthemen, bei der Suche nach Referenten oder auch bei der Suche nach passenden Informationen zu einer bestimmten Thematik.

Seminare: Insgesamt hatte ich während meines FPJs 25 Seminartage. Besonders spannend war mein Wahlseminar in Krakau. Aber auch auf allen anderen Seminaren konnte ich tolle Erfahrungen sammeln. Ich hatte eine wirklich prima Seminargruppe, mit der ich auch außerhalb der Seminare viel unternommen habe.

Tag der Demokratie: Am 15. September 2015 durfte ich gemeinsam mit dem Team der KAS anlässlich des „Internationalen Tags der Demokratie“ mit einer bundesweiten Postkartenaktion auf dem Bremer Marktplatz für die Demokratie werben. Unter dem Motto „Farbe bekennen: Demokratie braucht Demokraten“ verteilte ich mit Kollegen Postkarten, auf denen Bürgerinnen und Bürger die Frage beantworteten, was Demokratie ihrer Meinung nach braucht. Die Aktion wurde von Sat1 begleitet, die später einen kleinen Bericht im Regionalmagazin sendeten.

Uni Bremen: Ende April 2016 habe ich auf der Praxisbörse an der Uni Bremen den Stand der KAS Bremen betreut. Gemeinsam mit Stipendiaten sprach ich mit interessierten Studentinnen und Studenten über Stipendien und Praktika bei der KAS. Außerdem fand Anfang Januar eine Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem RCDS an der Uni in Bremen statt. Dabei wurde über die Legalisierung von Cannabis diskutiert.

Vielfältigkeit: Ein Wort, das mein FPJ wirklich sehr gut beschreibt. Die Aufgaben und Erfahrungen, die ich gesammelt habe, waren sehr vielfältig und abwechslungsreich.

Wandkalender: Der Wandkalender in meinem Büro war so ziemlich das beste Hilfsmittel, um alle Veranstaltungen im Auge zu behalten. Jede neue Veranstaltung bekam ein eigenes Post-It-Zettelchen auf dem Kalender. So hatte ich die Termine alle jederzeit im Auge.

X-mal überlegt: Nichts eingefallen

Y

Zeitzeugen: Bei verschiedenen Veranstaltungen waren immer wieder Zeitzeugen zu Gast, die aus ihrem Leben berichteten. Anlässlich der Ausstellung „Eine Karikatur sagt mehr als 1000 Sätze – 25 Jahre deutsche Einheit im Spiegel der Karikatur“ waren beispielweise verschiedene Zeitzeugen bei Schulveranstaltungen, um den Schülerinnen und Schülern ihre Lebensgeschichten zu erzählen. Die Veranstaltungen waren jedes Mal wirklich sehr interessant, denn selten bekommt man sonst die Chance, mit Zeitzeugen über wichtige geschichtliche Ereignisse zu sprechen.

In den letzten zwölf Monaten habe ich nicht nur gelernt, Einladungsschreiben, Veranstaltungsbeiträge und Pressetexte zu verfassen, sondern besonders meine organisatorischen Fähigkeiten und meine Kreativität unter Beweis gestellt und verbessert. Zu Beginn meines FPJs hätte ich mir niemals zugetraut, eine Veranstaltung eigenverantwortlich zu organisieren, und doch habe ich es mit der Studienreise am Ende des Jahres geschafft. Ich hätte mir auch nie zugetraut, vor fast 100 Menschen zu sprechen, und auch das habe ich geschafft. Ich habe gelernt, auch auf den ersten Blick nicht so schöne Aufgaben anzunehmen – und zu meistern. Und durch alle diese Erfahrungen bin ich viel selbstbewusster geworden und habe gelernt, auch mal über vermeintliche Grenzen zu gehen. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass mir so viel Verantwortung übertragen wurde. Immer wieder aufs Neue wurde mir viel Vertrauen entgegengebracht und nur dadurch konnte ich mich in diesem Maße weiterentwickeln. In den letzten zwölf Monaten durfte ich mit tollen und interessanten Menschen zusammenarbeiten und habe dadurch sehr viel gelernt.

Ich bin sehr froh, dass ich mich dafür entschieden habe, mein FPJ bei der KAS in Bremen zu absolvieren. Neben den vielen tollen Dingen, die ich während der Arbeit kennenlernen durfte, habe ich auch eine wunderschöne neue Stadt kennen und lieben gelernt. Auch wenn ich zum Studium nicht in Bremen bleibe, bin ich mir sicher, dass ich meinem „neuen alten“ Zuhause nicht endgültig den Rücken kehren, sondern immer wieder gerne zurückkommen werde.

Zum Schluss geht ein großer Dank an den Sozialen Friedensdienst, der mich das Jahr über sehr gut begleitet hat und durch dessen Organisation ich fünf tolle Seminar-Wochen erleben durfte. Mein größter Dank geht an meine Einsatzstelle, die Konrad-Adenauer-Stiftung. Neben allen Mitarbeitern, die mir immer unterstützend zur Seite standen, geht mein größter Dank an meinen Chef Ralf Altenhof, der mich bei allem unterstützt hat, mich immer wieder ermutigt hat Dinge in Angriff zu nehmen und immer so viel Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten hatte. Ganz zum Schluss bleibt nur noch, alle Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr Politik zu bewerben. Für mich war diese Entscheidung aus heutiger Sicht eine der besten Entscheidungen, die ich nach dem Abitur treffen konnte. Ich möchte keine einzige Erfahrung und keinen einzigen Tag des vergangenen Jahres missen.

Autor

Jana Glose

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Bremen, 14. November 2016

Gütesiegel
60 Jahre Politische Bildung

Kontakt

Dr. Ralf Altenhof

Landesbeauftragter für Bremen und Leiter des Politischen Bildungsforums Bremen

Dr. Ralf Altenhof
Tel. +49 421 163009-0
Fax +49 421 163009-9