Die Gemeinsamkeiten von Kommunismus und Nationalsozialismus

Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“

Die Konrad-Adenauer-Stiftung präsentierte am 11. Dezember 2017 anlässlich des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ am Hermann-Böse-Gymnasium. Die Ausstellung des Historikers Gerd Koenen umfasst über 200 zeithistorische Fotos und Dokumente, die auf 25 Schautafeln gezeigt wurden. Prof. Dr. Werner Müller führte die Schülerinnen und Schüler durch die Ausstellung.

Bild 1 von 6
V. l. Ralf Altenhof, Frederick Bernt, Sibylle Müller und Werner Müller

V. l. Ralf Altenhof, Frederick Bernt, Sibylle Müller und Werner Müller

Dr. Jörg Spielvogel, Mitglied der Schulleitung des Hermann-Böse-Gymnasiums (HBG), nutzte die Einleitung der Ausstellungseröffnung, um an Hermann Böse zu erinnern. Der Namenspate der Schule, ehemals SPD-Mitglied, gründete 1918 die Bremer KPD mit, weshalb am HBG die Themen des Sozialismus und Kommunismus regelmäßig debattiert werden.

Weshalb Sozialismus und Kommunismus zu weiten Teilen nicht übriggeblieben sind, erfuhren die Schülerinnen und Schüler, nach Ralf Altenhofs thematischer Einleitung in die Ausstellung, von Dr. Werner Müller, vormals Professor für Geschichte an der Universität Rostock.

Zu Beginn seiner einführenden Bemerkungen verwies Werner Müller auf die Ähnlichkeit des Titels der Ausstellung, „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“, zu dem Buch von Ernst Nolte „Der Faschismus in seiner Epoche“. Tatsächlich, so Müller, kämen bei der genaueren Betrachtung grausige Parallelen zwischen dem Kommunismus und dem Faschismus zum Vorschein. So wurde beispielsweise das „industrielle Töten“, wie Müller die Kriegsmaschinerie im Ersten Weltkrieg nannte, in den faschistisch und kommunistisch geführten Staaten Europas und der Welt fortgeführt. Hierbei fügte er an, dass zwischen dem Kommunismus und der Räterepublik, wie Pioniere wie Böse sie sich vorgestellt haben, und der praktischen Umsetzung in Staaten wie der Volkrepublik China und der Sowjetunion natürlich Welten lagen, dies aber die traurige Wirklichkeit einer kommunistischen Herrschaft sei.

Im Anschluss an den kurzen Vortrag führte Müller die Schülerinnen und Schüler durch die Ausstellung und verdeutlichte an den Stelltafeln die bereits angerissenen Punkte. So hätten sich nicht nur die Ansichten von Stalin und Böse grundlegend unterschieden, auch an vielen anderen Stellen waren sich Kommunisten untereinander nicht einig. Für Marx bestand die Arbeiterklasse zum Beispiel nur aus Industriearbeitern, während Lenin diesen Begriff auch auf Bauern ausweitete, um sich einen größeren Rückhalt in der Bevölkerung zu verschaffen. Auch ideelle Standpunkte, wie der Bezug zur Sozialdemokratie, waren umstritten, viele Sozialdemokraten sahen und sehen sich selbst als Sozialisten vice versa, während Stalin und seine Anhänger die Sozialdemokratie als „letzte Säule des Kapitalismus“ und „Zwilling“ des Faschismus bezeichneten und somit zum Hauptfeind des Kommunismus erklärten. Gleichzeitig wurde Stalin, auch von deutschen Kommunisten, zum „Führer“ erhoben. Dies ist ein weiteres Indiz für die Ähnlichkeit der kommunistischen und faschistischen Regime, die beide einen Totalitätsanspruch erhoben, beide Arbeitslager und Erschießungskommandos nutzten, um politische Gegner aus dem Weg zu Räumen und beide nur auf der Basis von Terror und Unterdrückung bestehen konnten.

Autor

Jan Middelberg

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Bremen, 21. Dezember 2017

Gütesiegel

Kontakt

Dr. Ralf Altenhof

Landesbeauftragter für Bremen und Leiter des Politischen Bildungsforums Bremen

Dr. Ralf Altenhof
Tel. +49 421 163009-0
Fax +49 421 163009-9