Inklusion kostet nicht nur, sondern vermeidet Kosten,

so lautete eine der zentralen Botschaften, die auf einer Strategieklausur des Büros Bundesstadt Bonn unter Mitwirkung der Vertrauensperson für Menschen mit Behinderung in der Konrad-Adenauer-Stiftung - Frau Barbara Bergmann - mit Multiplikatoren aus Vereinen und Verbänden mit Menschen mit Behinderung formuliert wurden. Leitthema der Klausur war die Ermöglichung von politischer Bildung für alle.

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Bei der Strategieklausur des Büros Bundesstadt Bonn mit Multiplikatoren aus Vereinen und Verbänden mit Menschen mit Behinderung wird gearbeitet.

Die Multiplikatoren bei der Arbeit.

Ca. 8 Mio. Menschen in Deutschland haben einen Ausweis, der eine Beeinträchtigung attestiert. Tatsächlich ist die Zahl der Betroffenen viel höher. Vor allem die nichtsichtbaren Behinderungen nehmen erheblich zu.
Für das Büro Bundesstadt Bonn Anlass genug, darüber nachzudenken, wie politische Bildung und damit politische Teilhabe für diese immense Zielgruppe ermöglicht werden kann. Die Strategieklausur fand mit Betroffenen statt, die teilweise über 40.000 Menschen vertreten. Es ging um Ziele, Unter-Zielgruppen, Themen, Formate, Voraussetzungen und Umsetzungsvorschläge. Eine Handreichung wird den Umgang von Unerfahrenen mit diesem Themenkomplex erleichtern. Darin sind u.a. Musterseminare mit Checklisten enthalten. Die Herausforderung besteht u.a. darin, dass jede Behinderung eine andere Art von Assistenzsystemen benötigt. Erstmalig haben wir unser Fachprogramm „Ehrenamt und Bürgergesellschaft“ als Audio-Datei aufsprechen lassen und auf der Homepage für sehbehinderte Menschen zugänglich gemacht (siehe Link rechte Spalte).
Für die Arbeitsplanung 2016 ist vorgesehen, zum einen ein maßgeschneidertes politisches „Empowerment“ für Verbands- und Vereinsvertreter anzubieten, zum anderen den Zugang zu unseren regulären Seminaren und Veranstaltungen für allgemein politisch interessierte Menschen mit Behinderung zu erleichtern. Das Thema Teilhabe und Inklusion ist auch ein Politikum ersten Ranges. Mit Uwe Schummer, dem behindertenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wurden die wichtigsten Teilhabeprojekte dieser Legislaturperiode diskutiert. Die Wirtschaft erkennt zunehmend, dass Menschen, die „nur“ zu einem Dreiviertel der Normalleistung fähig sind, viel mehr leisten, als wenn sie frühverrentet überhaupt nicht zur Wertschöpfung beitragen können. Für das sperrige, kurzfristig kostenintensive Thema Inklusion ist ein Paradigmenwechsel nötig, der stärker in Potenzialen denkt. Die Politische Bildung möchte mit Maßnahmen und Vernetzungen einen aktiven Part bei diesem Zukunftsthema übernehmen.

Autor

Dr. Ludger Gruber

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Sankt Augustin, 16. Juli 2015

Kontakt

Dr. Ludger Gruber

Stv. Leiter Politische Bildung und Leiter des Politischen Bildungsforums NRW

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