„Unser Leitbild ist die persönliche Freiheit“

Deutschland: Das nächste Kapitel – Leitbilder und Zusammenhalt der Gesellschaft

Die Politische Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung führt bundesweit eine Veranstaltungsreihe zu ihrem Jahresmotiv „Mit Vertrauen in die Zukunft“ durch. Unter der Frage nach Leitbildern in Deutschland diskutierten Experten im Katholisch Sozialem Institut in Siegburg über den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland.

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Büro Bonn 13.07.2017 Leitbilder und gesellschaftlicher Zusammenhalt; Gruppenfoto

Ali Can, Elisabeth Winkelmeier-Becker, Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Dr. Ulrike Hospes, Dr. Moritz Küpper.

Udo Di Fabio, Professor des öffentlichen Rechts an der Universität Bonn, betonte in seinem Impuls zur Zukunft des Leitbildes in Deutschland die Wichtigkeit des Mittelstandes. Wenn die bürgerliche Mitte zwischen einer hochausgebildeten Elite und einer abgehängten Unterschicht läge, gäbe es ein Problem, so Di Fabio. „Es geht im deutschen Denken nicht nur um Wirtschaft, sondern auch um soziale Integration“, erklärte er weiterhin. Des Weiteren kritisierte er den zum Umgang mit der Meinungsfreiheit im Internet und das neu beschlossene Gesetz zum härterem Vorgehen gegen Hasskommentare auf Online-Plattformen. Die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker griff diese Kritik am neu beschlossenen Gesetz auf. Die Regeln der Demokratie müssten im Internet genauso gelten wie in der Politik, erklärte sie in der Diskussionsrunde.

Der Initiator der Hotline für besorgte Bürger und Gründer des Vereins „Interkultureller Frieden e.V.“, Ali Can, forderte mehr positives Engagement von Seiten der Gesellschaft. „Wir brauchen Menschen die einladen, Menschen die Türen öffnen.“ Die Bürger in Deutschland sollten sich als eine Gesellschaft verstehen, erklärte er weiterhin und sprach sich für mehr Wertschätzung und Hilfsbereitschaft untereinander aus.

Udo Di Fabio kritisierte die fehlende Streitkultur in Deutschland. „Wir haben Angst vor Streit, wir sind lieber in einer Konsenssuppe.“ Laut ihm bräuchte man Streit, um zu zeigen, wie man zivilisiert Meinungen austauscht und sich gegenseitig Respekt erweist. Ali Can ergänzte diese Ausführungen und forderte eine schönere Diskussionskultur, die schon bei dem Gebrauch der Sprache anfängt. Für ihn sei eine Diskussion eine gemeinsame Entwicklung, in der die unterschiedlichen Parteien auf ein Ziel hinarbeiten.

Auf europäischer Ebene müsse man ebenfalls eine gemeinschaftliche Richtung einschlagen. Damit Europa auch weiterhin auf internationaler Ebene schritthalten könne, müsse man die Gemeinsamkeiten in Europa stärken, erklärte die Bundestagsabgeordnete Winkelmeier-Becker. Die europäischen Staaten sollten wirtschaftlich und wertetechnisch mehr Zusammenhalt zeigen. Dazu müsse man besonders die jungen Leute ansprechen und ihnen die Vorteile einer verbundenen Gesellschaft aufzeigen. Eine gemeinsame Zukunft in Deutschland und Europa funktioniere nur, wenn der Zusammenhalt und das Engagement innerhalb einer Gesellschaft gestärkt würden, darüber waren sich alle Referenten einig.

Hanna Loben

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Bonn, 14. Juli 2017

Kontakt

Dr. Ulrike Hospes

Leiterin des Büros Bundesstadt Bonn

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