Interessiert Euch für Afrika!

Bonner Diskussionsrunde zur Weltklimakonferenz mit Parlamentariern aus Subsahara-Afrika

Afrika ist nicht nur einer der von Klimaveränderung betroffenen Kontinente – es ist der am meisten davon betroffene Kontinent. Die Konrad-Adenauer-Stiftung nimmt diese Entwicklung sehr ernst – sowohl mit ihrer Arbeit vor Ort über die Europäische und Internationale Zusammenarbeit als auch durch den über Länder und Kontinente hinwegreichenden Dialog der Politischen Bildung in Bonn.

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Unsere fünf Gäste aus Subsahara-Afrika, Prof. Dr. Oliver Ruppel, Dr. Georg Schneider (von rechts nach links)

Daher haben das Büro Bundesstadt Bonn des Politischen Bildungsforums Nordrhein-Westfalen und das Regionalprogramm Klimapolitik und Energiesicherheit in Subsahara-Afrika (CLESAP) zu einer Diskussionsveranstaltung an der Universität Bonn mit fünf Parlamentariern aus Kamerun, Tansania und Uganda eingeladen. Partner bei der Durchführung waren die Amnesty International-Hochschulgruppe und die Fachschaft Politik.

Senator Haman Paul MP (Kamerun), Frau Hon. Jacqueline Amongin MP (Uganda), Prof. Joseph Armathe Amougou (Kamerun), the Reverend Prof. Aidan G. Msafiri (Tansania) sowie Frau Bürgermeisterin Célestine Ketcha Courtès (Kamerun) sind die Mitglieder dieser Parlamentarier-Gruppe, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung zu der Dialogreise u.a. nach Bonn eingeladen wurden. Sie erörterten die Fragen, welche ihnen der Leiter unseres Subsahara-Programms, Prof. Oliver Ruppel, und Studierende aus dem Publikum stellten.

Die Auswirkungen der Klimaveränderungen zeigen sich gerade in Subsahara-Afrika schon heute besonders deutlich. In der Folge treten auch Wechselwirkungen mit der Energieversorgungssicherheit auf. Um die nationalen und internationalen Herausforderungen der Klima- und Energiepolitik erfolgreich zu bewältigen, braucht Deutschland die Unterstützung seiner internationalen Partner. Subsahara-Afrika ist vor diesem Hintergrund für Deutschland eine besonders wichtige Region, in der die Herausforderungen der Energiesicherheit in Zeiten des Klimawandels besonders zum Tragen kommen. Gleichzeitig sind die internationale Klimapolitik Afrikas wie auch allgemein die politischen und sozialen Entwicklungen dieses Kontinentes für Europa von zunehmender Bedeutung.

Die Gäste aus Subsahara-Afrika, welche auch schonungslos Defizite auf dem eigenen Kontinent benannten, sensibilisierten für die schon jetzt auftretenden Folgen von Klimaveränderung in ihrer Heimat. Sie warnten, dass diese Entwicklung nicht vor den Grenzen von Nationen und Kontinenten Halt machen werde. Gleichwohl blieb man nicht bei der Bestandsaufnahme des Unerfreulichen stehen, sondern verband diese mit Appellen und Vorschlägen für gemeinsame Lösungen.

Der Globalisierung der Probleme müsse eine „Globalisierung des Mitsorgens“ entgegengestellt werden – frei nach dem afrikanischen Sprichwort: „Ich bin, weil wir sind.“ In Europa – und speziell in Deutschland – dürfe man nicht unterschätzen, was für eine konstruktive Kraft mit einer wohlverstandenen Vorreiterrolle im weltweiten Klimaschutz entfaltet werden könne. Ausdrücklich wurden u.a. deutsche Ansätze gelobt, nicht einfach nur moderne Infrastrukturmittel (z.B. im kurzfristig kalkulierten Tauschhandel gegen Rohstoffe) nach Afrika zu bringen, sondern Ansätze zur eigenständigen Bewältigung der Probleme zu unterstützen. Nicht allein der „Homo oeconomicus“ sie gefragt, sondern der „homo integralis“. Jede Partnerschaft von afrikanischen und deutschen Universitäten, jeder Austausch gerade junger Menschen aus Afrika und der Bundesrepublik Deutschland sei daher von elementarem Wert für die Zukunft: Interessiert Euch für Afrika!

Autor

Dr. Georg Schneider

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Sankt Augustin, 17. November 2017

Kontakt

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Koordinator Wirtschaftspolitik

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