Unbegleitet mindejährige Ausländer in Deutschland

Viele Tausend minderjährige Migranten leben ohne Eltern oder Erziehungsberechtigte in Deutschland. Ihre Betreuung stellt Kommunen, Wohlfahrtsorganisationen und ehrenamtliche Helfer vor große Herausforderungen.

Die Fachtagung behandelte die grundsätzlichen rechtlichen Fragen und die Standards im Umgang mit unbegleiteten Minderjährigen (UMF). In einem Einführungsvortrag wurden Beispiele aus der Praxis in der Rechtsprechung erläutert und insbesondere das Spannungsverhältnis zwischen Aufenthaltsrecht (Gefahrenabwehrrecht-Schutz der Gesellschaft) und Jugendhilfe SGB VIII als Schutz- und Leistungsrecht (Schutz des Individuums) herausgearbeitet.
Danach wurden Standards für den Umgang mit unbegleiteten Minderjährigen und die besonderen Aufgaben der Mitarbeiter in den Jugendämtern dargestellt, immer unter dem Leitgedanken des §1 SGB „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“
Weiterhin wurde das Projekt „Do it“,zur Gewinnung, Qualifizierung und Begleitung ehrenamtlicher Vormünder für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vorgestellt. Alternative Unterbringung in Gastfamilien, ehrenamtliche Vormundschaften und Pflegschaften wurden intensiv diskutiert. Ehrenamtliche Vormünder helfen, junge Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren.
%Abschließend wurde die psychische Situation traumatisierter unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychotherapie dargestellt.
Das Seminar wurde von den Teilnehmern sehr positiv beurteilt. Die Teilnehmer waren hoch motiviert, so dass während des gesamten Seminars intensive Diskussionen geführt wurden.

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erschienen

Sankt Augustin, 16. April 2018