Die Zukunft der Energie(wende) - Den Wandel gestalten!

Wie kann im Unternehmerland Baden-Württemberg Energiewende erfolgreich gestaltet werden? Kann Deutschland energiepolitisch Vorbild sein? Wie sicher ist unser Strom? Welche Veränderung erwartet den ländlichen Raum? Und welche Rolle spielt die digitale Revolution dabei? Über die Zukunft der Energie diskutierten in der Technologiewerkstatt Albstadt Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Umweltschutz.

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B70-180717-1 Zukunft der Energie(wende)

Dr. Stefan Hofmann, Leiter des Bildungsforums, begrüßte die Diskutanten und das Publikum.

„Das größte Energieinfrastrukturprojekt, das Deutschland je gesehen hat!“ Auf diese Beschreibung der Energiewende, ausgesprochen von Thomas Bareiß, dem energiepolitischen Sprecher der CDU/CSU im Bundestag, konnten sich alle Diskutanten unschwer einigen. Die Energiewende ist und bleibt jedoch unzweifelhaft ein Projekt, dass die Gemüter der Bürger bewegt, die Politik zur Gestaltung fordert und auch die Wirtschaft vor große Herausforderung stellt.
Welcher Weg bei der Gestaltung dieser komplexen Umwälzung zu gehen sei, darum ging es am Dienstagabend in der Technologiewerkstatt Albstadt - einem Ort, der in seiner beachtenswerten Modernität zweifellos der richtige ist, um über die Zukunft der Energie zu sprechen. Das Ambiente, eine gelungene Symbiose aus hochtechnologisiertem Start-Up-Zentrum und ländlich-schwäbischen Charme, spiegelte dabei schon eine der großen Fragen des Abends wieder: Wie kann im traditionsreichen Unternehmerland Baden-Württemberg, der Heimat vieler „hidden champions“, erfolgreich energiepolitische Zukunft gestalten werden?

Während Stefan Baumeister, Geschäftsführer von myclimate, und Sylvia Pilarsky-Grosch, Geschäftsführerin des Landesverbandes des BUND, betonten, dass es notwendig sei den Klimaschutz in den Vordergrund zu stellen und nach internationalen Lösungen zu suchen, hoben Thomas Bareiß und Manfred Haberzettel die lokalen und wirtschaftlichen Herausforderungen dieser energiepolitischen Revolution hervor.
Dass die Energiewende marktkonform und wettbewerbsfähig gestaltet sein müsse, stellte Thomas Bareiß fest. Man dürfe die Expertise, die Deutschland beim Kohleabbau und in der Atomenergie habe, nicht aus ideologischen Gründen wegfallen lassen. Abgesehen von dem daraus entstehenden wirtschaftlichen Nachteil, würden zum Beispiel türkische oder indische Unternehmen ansonsten auch auf wesentlich umweltschädlichere Techniken zurückgreifen.

Auch die Dezentralität der Energiewende war ein großes Thema. Bliebe das deutsche Netz so zentralisiert wie es ist, könnten maximal 40% des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Eine Dezentralisierung sei sicher eine Herausforderung, gerade der Ausbau der Windkraftanlagen bewegte auch in der anschließenden Diskussionsrunde die Gemüter. Allerdings, so betonte Haberzettel, böten sich auch auf lokaler Ebene große wirtschaftliche Chancen. Baumeister pflichtete bei und ergänzte, dass, insbesondere durch die wachsende Share-Economy und die steigende Vernetzung, Energiepolitik effizienter und schonender gestaltet werden könne.

Immer wieder kam in der Diskussion durch, dass das Gelingen der Energiewende auch ein Gelingen der Digitalisierung sein wird. Der Staat müsse daher, um erfolgreich Innovationsanreize setzten zu können, an Flexibilität und Handlungsfähigkeit gewinnen.

Betont wurde außerdem durch die Bank, dass es notwendig sei die Bürger zu Gewinnern der Energiewende zu machen. Nur demokratische und transparente Prozesse könnten außerdem sichern, dass die Gesellschaft geschlossen und optimistisch in die Zukunft schaue. Überzeugungsarbeit müsse geleistet werden, damit die Bürger nicht - wie Dr. Hofmann zum Ende zitierte - wie Wilhelm der II. das Pferd für die Zukunft und die Eisenbahn für modischen Schnick-Schnack hielten.

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Stuttgart, 20. Juli 2017