Publikation des Werkes "Dezentralisierung 2.0"

Am 24. Oktober 2017 fand in Valparaíso die Publikation des Buches "Dezentralisierung 2.0" statt. Herausgeber ist die Stiftung "Chile descentralizado ... desarrollado" , welche die Dezentralisierung Chiles forciert sowie die regionale Entwicklung und die Stärkung der lokalen Ebenen fördert.

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Osvaldo Urrutia, Rodrigo González, Carlos Vergara Ehrenberg, Andrea Molina und Marco Antonio Núñez

Am 24. Oktober 2017 wurde in der Bibliothek des Nationalkongresses in Valparaíso die Publikation „Dezentralisierung 2.0: Die regionale Ordnungspolitik, die Chile benötigt - Eine Herausforderung für das Land“ der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Herausgeber des Buches ist die Stiftung „Chile Descentralizado … Desarrollado“, ein Kooperationspartner der KAS Chile und fundamentaler Förderer der Dezentralisierung und Regionalisierung Chiles.

Der einführende Teil der Konferenz stand unter der Leitung von Diego Portales Cifuentes, Vizedirektor der Stiftung. Er wies auf die Herausforderungen hin, welche vor Allem die Gewährung von Kompetenzen durch die Zentralregierung an die Regionalregierungen sind – eine umstrittene Forderung, welche die Befürworter und Gegner der Dezentralisierung spaltet, da die Verteidiger der Zentralregierung Machtverlust fürchten.

Der Vizepräsident des Senats, Guido Girardi Lavín, der Präsident der Abgeordnetenkammer, Fidel Espinoza Sandoval, sowie der Leiter des chilenischen Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Andreas Klein, hielten ebenso eine kurze Begrüßungsansprache und hoben die Relevanz der Dezentralisierung für Chile hervor. In seiner Ansprache zog Andreas Klein Deutschland als exemplarischen Vorreiter heran, dessen föderalistisches System sich historisch bewährt habe.

Im Anschluss präsentierte der Präsident der Stiftung „Chile Descentralizado … Desarrollado“, Heinrich von Baer, die wesentlichen Inhalte des Buches. Er wies auf die Konsequenzen des Zentralismus hin und erinnerte an ein Zitat des Politikwissenschaftlers Joan Prats Catalá, demnach Chile dezentralisiert werden müsse, da es andernfalls unentwickelt bleibe.

Die aus mehreren Artikeln unterschiedlicher Autoren bestehende Publikation „Dezentralisierung 2.0“ präsentiert konkrete Vorschläge, Perspektiven und Visionen für ein neues Verhältnis zwischen dem Staat und den Territorien, insbesondere hinsichtlich der kommenden Legislaturperiode 2018 bis 2022. Zentrale Forderung ist die Entwicklung einer neuen Beziehungskultur zwischen den verschiedenen Akteuren sowohl unter- als auch miteinander, um von Synergieeffekten profitieren zu können. Der geforderte politische Rahmen basiert auf dem Oberziel einer gerechten und nachhaltigen Entwicklung in ganz Chile, was mit einem neuen Organisationssystem des Staates einhergeht.

Das Konzept der Dezentralisierung 2.0 stützt sich weiterhin auf vier strategische Linien, namentlich die Entwicklung des Humankapitals, die Stärkung der lokalen und regionalen Kapazitäten, die Erhöhung des für lokale und regionale Ebenen eingesetzten Kapitals sowie die Kontrolle und Unterstützung des Prozesses.

Von Baer präsentierte im Folgenden zehn essentielle Maßnahmen, die die Stiftung im Hinblick auf die Koproduktion des Prozesses sowie die Stärkung der lokalen und regionalen Kapazitäten in ihrem Werk herausgearbeitet hat. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem die Einrichtung eines Nationalen Rates für Dezentralisierung und territoriale Entwicklung, die Kreation regionaler Think Tanks, die Einbindung der Arbeiter als Co-Konstruktoren des Prozesses, die effektive Beteiligung der Bürger sowie der graduelle und ausgeglichene Übergang der Kompetenzen vom Staat auf die Regionen bzw. Kommunen.

Die dargestellten Maßnahmen werden weiterhin ergänzt durch Maßnahmen wie die Stärkung der lokalen und regionalen Medien, aber auch die Etablierung eines Netzes von regionalen Instanzen, die die Entwicklung der Dezentralisierung beobachten, beinhalten.

Letzten Endes zieht das umfangreiche literarische Werk der Stiftung das Fazit, dass jetzt der richtige und notwendige Zeitpunkt ist, um zu den projizierten Szenarien aufzubrechen und gemeinsam ein dezentralisiertes und entwickeltes Chile aufzubauen.

Die Veranstaltung in Valparaíso schloss mit einem Panel aus vier Senatoren und Abgeordneten ab, welches unter der Moderation von Carlos Vergara Ehrenberg, Direktor der Tageszeitung „El Mercurio“ in Valparaíso, stand. Die Referenten legten ihr Verständnis der Dezentralisierung dar und eröffneten zukunftsträchtige Vorschläge für die anstehende Wahl und künftige Regierung.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Chile, 26. Oktober 2017

Kontakt

Andreas Michael Klein

Leiter des Auslandsbüros Chile

Andreas Michael Klein
Tel. +56 22 234 20 89
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