Umweltschutz und Low Carbon Development in China

April 28 Samstag

Datum/Uhrzeit

28. April 2012

Ort

Peking

Typ

Fachkonferenz

Am 28. April 2012 organisierte die KAS China gemeinsam mit der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) und dem Institute for Urban & Environment Studies (IUES) eine Veranstaltung zum Thema nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz.

Im Rahmen der Konferenz wurden dabei die Themenkomplexe der Nachhaltigkeit des nationalen chinesischen Wirtschaftswachstums, die Entwicklung des Umweltbewusstseins in China sowie die ökologische Entwicklung auf Stadt- und Kreisebene in China diskutiert.

Prof. Pan Jiahua, Direktor des Institute for Urban and Enviromental Studies der CASS, hob in seiner Eröffnungsrede die enorme Bedeutung von Nachhaltigkeit und Umweltschutz für China hervor, ohne die eine Verbesserung der Lebensqualität nicht möglich sei. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz begännen nicht mit großen, ambitionierten Projekten, sondern vor allem beim alltäglichen Leben und Konsumverhalten. Im ersten Teil der Konferenz wurden verschiedene Ideen und Ansätze für ein nachhaltiges ökologisches Wachstum in China erörtert. Prof Hou Jingling vom Institut für Umwelt und Bevölkerung der CASS erklärte in ihrem Vortrag, dass bei den chinesischen Wirtschaftsreformen ab Ende der 1970er Jahre Umweltschutz völlig vernachlässigt worden sei. Eine Verschiebung der Prioritäten hin zum Umweltschutz sei aber für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung unabdingbar. Tian Feng vom Amt für Wirtschaftsentwicklung des Kreises Xinjin (Provinz Sichuan) stellte dem Plenum low carbon Projekte in dem Kreis Xinjin vor, die die Lokalregierung begonnen hat. Prof. Fei Hongping vom staatlichen Forschungsinstitut für makroökonomische Entwicklung hob hervor, dass nur langfristig Veränderungen in der Industrie- und Stadtentwicklung möglich seien. Der Schlüssel sei dabei im Wesentlichen der Einsatz energieeffizienter Technologien.

Im zweiten Teil wurde u.a. der Einfluss von kulturellen und sozialen Faktoren auf den Umweltschutz debattiert. Die chinesische Tradition aufwendige Bankette und Festessen zu veranstalten ist ein Beispiel für einen kulturellen Faktor, der zur Verschwendung von natürlichen Ressourcen und zu einer erhöhten Abfallproduktion beiträgt. Aufgrund des zunehmenden Wohlstandes ist Chinas deshalb besonders stark von wachsenden Abfallmengen betroffen, ein Problem, welches sich laut Prof. Li Yujun, Vizeprofessorin am Institute for Urban and Enviromental Studies der CASS, nicht nur durch eine Änderung des Konsumverhaltens, sondern auch durch politische Vorhaben des Recycelns, der Mülltrennung und der Erhöhung von Gebühren ändern ließe. Johannes Grünhage, Regionalleiter des German Energy Center & College (GECC), erläuterte anhand des energieeffizienten Modellhauses des GECC in Shanghai, wie durch den Einsatz energieeffizienter Gebäudetechnik natürliche Ressourcen gespart werden können. Er konzentrierte sich dabei besonders auf die wichtige Rolle von Trainingsprojekten, in denen chinesische Techniker und Experten die Anwendung deutscher Technologie und deren sachgerechte Installation und Anwendung erlernen könnten. Dadurch sei ein großer Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit gegeben.

Der dritte Teil der Konferenz widmete sich Methoden und Ansätzen ökologischer Projekte auf regionaler und städtischer Ebene. Vorgestellt wurden Ansätze der CO2 Reduzierung in der Provinz Hunan und im Landkreis Xinjin (Provinz Sichuan). Als Möglichkeit der Emissionsverringerung wurden u.a. Projekte zur Aufforstung innerhalb der Stadt, das Konzept der sogenannten Stadtwälder, vorgestellt. Andere Möglichkeiten sind die oft, besonders im Rahmen der EXPO 2010, diskutierte Elektromobilität, aber auch eine Änderung der Stadt- und Verkehrsplanung, die nachhaltige Formen des Verkehrs begünstigt. Die Veranstaltung wurde von Prof. Ran, Direktor des IUES, mit einem Vortrag abgeschlossen, in dem er die großen Problemfelder der chinesischen Stadtentwicklung skizzierte: Ein Raumverschwendender Straßenbau, ein Verschwimmen von ländlichem und städtischem Raum sowie eine räumliche Trennung von Arbeiten und Wohnen. Er empfiehlt deshalb chinesischen Stadtplanern eine Konzentrierung verschiedener städtischer Funktionen auf engem Raum.

Durch die Teilnahme von chinesischen Regierungsbeamten an der Veranstaltung können die vorgestellten Ideen Eingang in die Politikformulierung im Umweltbereich finden und bei der zukünftigen Stadtplanung umgesetzt werden.

Low Carbon Development II

Johannes Grünhage, Regionalleiter des German Energy Center & College (GECC), bei seinem Vortrag über Energieeffizienz in Gebäuden.

GECC

Das German Energy Center & College in Shanghai: Ein Niedrigenergiehaus in dem deutsche energiesparende Technologien eingebaut sind und präsentiert werden.

Low Carbon Development I

Wissenschaftler und Praktiker diskutieren Ansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung in China.

Elektro-Bus in Shanghai

Elektro-Bus in Shanghai: Elektromobiltät könnte einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion der Luftbelastung in chinesischen Großstädten spielen. © Jace, http://www.flickr.com/photos/jace/629790114/.

Ansprechpartner

Dr. Peter Hefele

Leiter des Regionalprojekts Energiesicherheit und Klimawandel Asien-Pazifik

Dr. Peter Hefele
Tel. +852 28822245
Fax +852 28828515
Sprachen: Deutsch,‎ English,‎ Français,‎ Magyar

Partner

Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften (CASS)