Global Innovation Networks – New Roles for Germany and China

Auch verfügbar in English

Am 24. September 2012 veranstaltete die KAS|Shanghai gemeinsam mit dem CDHK der Tongji Universität und Global Bridges|Berlin, eine Podiumsdiskussion über " Die Rolle Chinas und Deutschlands in globalen Innovations- Netzwerken".

Die gemeinsam mit dem CDHK und Global Bridges|Berlin organisierte Veranstaltung widmete sich der Frage, ob China in den kommenden Jahren zu den führenden Nationen im Bereich Research & Development (R&D) aufsteigen wird und inwiefern dies für Deutschland und anderen Industriestaaten eine Herausforderung darstellt.

In seinem Grußwort erläuterte Dr. Walther Leisler Kiep, Ehrenvorsitzender der Atlantik Brücke e.V. und Ehrenmitglied von Global Bridges | Berlin, wie enorm sich die Beziehungen zwischen Deutschland und China in den letzten Jahren intensiviert haben. Die großen Fortschritte in der Entwicklung Chinas machen sich seiner Ansicht nach auch bereits im Bereich der Innovationen immer deutlicher bemerkbar.

Im ersten Panel stellte zunächst Prof. Dr. Torsten Oltmans von Roland Berger Strategy Consultants dar, wie sich China im Bereich Innovation in den letzten Jahren weiterentwickelt hat und betonte das hohe Potenzial in chinesischen Unternehmen. China verfüge über viele (mittelständische) Privatunternehmen, die sehr kreativ und innovativ arbeiten und neue Ideen schnell umsetzen. Die hohe Innovationskraft in China, sei schon jetzt daran zu erkennen, dass China bereits mehr R&D exportiere als importiere.

Prof. Dr. Max von Zedtwitz vom Research Center für Global R&D Management (GLORAD) verglich die momentane Wirtschaftslage Chinas mit der Europas in den 1950er Jahren. China habe sein Qualitätsmanagement (QM) immens gesteigert und z. T. setzen chinesische Unternehmen im Bereich QM bereits internationale Standards. Es gebe jedoch noch Nachholbedarf im Management und Personalbereich. Zudem fehle es in China an der Art von kultureller Diversität, die etwa Innovationszentren wie Silicon Valley auszeichne. Zudem stehe der mangelnde Schutz von geistigem Eigentum (IPR) Innovationen weiterhin im Wege.

Im zweiten Panel widmete sich Dr. Christian Ossig von der Royal Bank of Scotland vor allem der zukünftigen Situation Chinas. Er betonte, dass es immer noch ein immenses Wachstumspotenzial gebe. China mache zudem im Bildungswesen große Fortschritte, was sich u.a. im Abschneiden chinesischer Schüler bei den Pisatests zeige. Zudem wird sich die Zahl der Universitätsabsolventen, besonders in den Natur- und Ingenieurswissenschaften, in den nächsten Jahren stark erhöhen und der Zugang der breiten Bevölkerung zu Bildung weiter verbessern.

Dr. Ou Minhui von der University of Shanghai for Science and Technology beschrieb ebenfalls das hohe Potenzial Chinas im Bereich Innovationen. Gerade die junge Bevölkerung sei sehr motiviert und zielstrebig. Um jedoch dauerhaft erfolgreich zu sei, sei eine Reform des chinesischen Bildungssystems notwendig, um die Schüler zu mehr Selbstständigkeit zu erziehen.

In der anschließenden Paneldiskussion wurde darüber debattiert, wie man die genannten Probleme in der Zukunft lösen könne und wie sich die Innovationsfähigkeit Chinas in den kommenden Jahren entwickeln wird. Es wurde aufgezeigt, dass mit der wachsenden Zahl von Patenten, die chinesische Unternehmen anmelden, auch der Schutz geistigen Eigentums gestärkt werde. Bereits jetzt finden über 98% der Rechtsstreitigkeiten aufgrund der Verletzung von Patentrechten in China zwischen chinesischen Konzernen statt. Allmählich so die geäußerte Hoffnung, werde sich auch in China eine Ethik herausbilden, die dem Kopieren von Produkten entgegensteht. Mittelfristig werden chinesische Innovationen vor allem deshalb erfolgreich sein, weil deren technisches Niveau den Bedürfnissen von anderen Schwellenländern entspricht und in China entwickelte Produkte auf dem Weltmarkt häufig wesentlich günstiger angeboten werden können. Langfristig könnte China jedoch zumindest in einzelnen wichtigen Bereichen (wie etwa der Nano-Technologie) weltweit führend zu werden.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

China, 8. Oktober 2012

Dr. Hefele

Dr. Peter Hefele, Leiter der KAS|Shanghai, spricht die Grußworte.

Kontakt

Tim Wenniges

Leiter des Auslandsbüros in China | Shanghai

Tim Wenniges
Tel. +86 21 6249 8511
Fax +86 21 6249 4549
Sprachen: Deutsch,‎ English