Strukturwandel und Energiepolitik im 13. Fünfjahresplan am Beispiel der Inneren Mongolei

19. Jahrestreffen 2016 der KAS-AltstipendiatInnen in der VR China

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KAS-Altstipendiatinnen und Altstipendiaten in der VR China tagten zum Thema "Strukturwandel und Energiepolitik im 13. Fünfjahresplan am Beispiel der Inneren Mongolei" in Baotou.

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Gruppenfoto mit den Teilnehmern des Altstipendiatentreffens in Baotou

Gruppenfoto mit den Teilnehmern des Altstipendiatentreffens in Baotou

„Ein gutes Gespräch ist eines, das nie endet.“ Mit diesen Worten eröffneten Tim Wenniges und Thomas Awe, Leiter der KAS-Büros in Shanghai und Peking, das 19. KAS-Altstipendiatentreffen in der VR China. Seit mehr als 20 Jahren währt dieser Dialog mit den chinesischen KAS-Altstipendiatinnen und Altstipendiaten fort, die mit ihren vielfältigen Erfahrungen einen unentbehrlichen Beitrag zur Stiftungsarbeit in Peking und Shanghai leisten. Die diesjährigen Gespräche fanden vor dem Hintergrund „Strukturwandel und Energiepolitik im 13. Fünfjahresplan am Beispiel der Inneren Mongolei“ in Baotou statt.

Frank Priess, Stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit, ging in seiner Ansprache zunächst auf die Herausforderungen an das weltweite Engagement der KAS ein und diskutierte mit den Teilnehmern über die bisherige und zukünftige Arbeit der Stiftung in China.

Im Mittelpunkt des ersten Fachvortrags von Prof. Dr. Jakhadai Chimeddorji von der Universität der Inneren Mongolei stand die Rolle des Autonomen Gebiets in der chinesischen Energie- und Ressourcenpolitik. Dank des reichhaltigen Vorkommens an Kohle, Stahl und Seltenerdmetallen auch in den Bayan-Obo-Minen nahe Baotou konnte sich die Region zu einem bedeutenden Industriezentrum entwickeln. Damit einhergehende Wandlungsprozesse in den Bereichen der Migration, Urbanisierung und der Umweltverschmutzung geraten zunehmend in den Fokus der zentralen Regierung. Mit einer aktiven Förderung erneuerbarer Energien sollen die Wind- und Sonnenkapazitäten der Region genutzt werden, um zunächst die Energiesicherheit des Landes nachhaltig zu gewährleisten.

Dr. Peter Hefele, Leiter des KAS-Regionalprogramms für Energiesicherheit und Klimawandel in Asien-Pazifik, identifizierte Chinas Weg zu einem nachhaltigen Energiesystem in der zunehmenden Trennung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum. Der Umbaubedarf auch des deutschen Energiesystems diene dabei als Grundlage für eine tiefergehende Zusammenarbeit insbesondere bei der zukünftigen Implikation kleintechnologischer Lösungen in China, die näher am Energiebedarf und leichter steuerbar sind als die bisherigen Großprojekte der zentralen Regierung. Mehr Effizienz im Energieverbrauch könne jedoch nicht ohne Hilfe der Unternehmen und Zivilgesellschaften gewährleistet werden.

Eine anschließende Exkursion im Stahlwerk der Baogang-Gruppe verdeutlichte das Bewusstsein des Unternehmens über den Reformbedarf der Industrie zur Inangriffnahme der Umweltprobleme vor Ort, aber auch zur nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung landesweit.

Die Tagung schloss mit einem Fachvortrag von Prof. Dr. Maximilian Mayer von der Tongji-Universität Shanghai über energiepolitische Aspekte der „One Belt, One Road“-Initiative: Die Verteilung der Ressourcenabhängigkeit auf möglichst viele Förderländer konnte in der chinesischen Energiestrategie bislang erfolgreich umgesetzt werden. Die Sicherung der Transportrouten für diese Ressourcen ist zentraler Bestandteil des sogenannten Seidenstraßenprojekts, das Infrastrukturinvestitionen für die Errichtung eines Logistik- und Transportkanals von China bis nach Europa vorsieht. Laut Prof. Dr. Meyer müsse sich die Volksrepublik jedoch zunehmend innenpolitischen Konflikten anderer Länder annehmen, was im Gegensatz zur bisherigen chinesischen Nichteinmischungspolitik stehe.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

China, 22. September 2016

Kontakt

Tim Wenniges

Leiter des Auslandsbüros in China | Shanghai

Tim Wenniges
Tel. +86 21 6249 8511
Fax +86 21 6249 4549
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