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Die Auswirkungen des Klimawandels in Subsahara Afrika zeigen sich schon heute besonders deutlich. In der Folge treten auch Wechselwirkungen mit der Energieversorgungssicherheit auf. Um die nationalen und internationalen Herausforderungen der Klima- und Energiepolitik erfolgreich zu bewältigen, braucht Deutschland die Unterstützung seiner internationalen Partner. Subsahara Afrika ist vor diesem Hintergrund für Deutschland eine besonders wichtige Region. Nicht nur, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung hier bereits in zahlreichen Länderbüros und Regionalprogrammen aktiv ist, ist Subsahara Afrika auch eine Region, in der die Herausforderungen der Energiesicherheit in Zeiten des Klimawandels besonders zum Tragen kommen. So ist die Region außerordentlich reich an natürlichen Ressourcen und kann umfassende politische sowie ökonomische Erfahrungen in der Nutzung fossiler und regenerativer Energieträger vorweisen. Gleichzeitig ist die Afrikanische internationale Klimapolitik auch für Europa von zunehmender Bedeutung.

Die Auswirkungen des Klimawandels stellen die Menschheit vor enorme Herausforderungen – speziell in Afrika, wo diese Auswirkungen grenzübergreifend besonders empfindlich zu spüren sind. Der Klimawandel stellt in Afrika nicht nur ein besonderes Risiko für das Wirtschaftswachstum dar, sondern auch für die nachhaltige Entwicklung und verschiedene Aspekte der menschlichen Sicherheit. So sind durch den Klimawandel Gesundheit, Ernährungssicherheit und Existenz der Menschen in Afrika gefährdet. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Klimawandel und gewaltsamen Konflikten ist zwar schwer nachweisbar, zumal es für derartige Konflikte immer unterschiedliche und zum Teil miteinander verknüpfte Faktoren gibt (länderspezifische soziopolitische, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren). Klar ist aber, dass beispielsweise der klimabedingte Verlust natürlicher Ressourcen aufgrund der Überbeanspruchung verbleibender alternativer Bodenressourcen zu massiven Verteilungskonflikten in Afrika führen kann. Und wenngleich maßgebliche Ursachen für Urbanisierung und Migration in Afrika in aller Regel interagierende soziale, demographische und wirtschaftliche Faktoren sind, können auch die Auswirkungen des Klimawandels als Beweggründe für Migration und Urbanisierung nicht ausgeschlossen werden.

Da „Afrika insgesamt wegen mangelnder Anpassungsfähigkeit, niedriger Innovation und Technik, politischer Missstände, unwirksamer Diplomatie und niedriger internationaler Zusammenarbeit zu den am meisten gefährdeten Kontinenten zählt”, sind effektive Maßnahmen erforderlich, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Unter anderem sind nachhaltige finanzielle Förderungen und Technologietransfers im Hinblick auf Anpassungsdefizite, die Vulnerabilität der Menschen in ländlichen und städtischen Gebieten sowie auf die schwachen Wirtschaftssysteme dringend notwendig. Darüber hinaus gilt es, institutionelle Kapazitäten und Governance-Mechanismen zwecks Befähigung von Regierungen und Forschungseinrichtungen zu stärken und geeignete effektive Anpassungsmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen. Die durch den Klimawandel hervorgerufenen Risiken sind nicht gleichmäßig verteilt und in der Regel höher für Personen und Gesellschaften auf der unteren Entwicklungsebene. Afrika ist daher besonders anfällig. Die Risiken entstehen durch ein Zusammenspiel von Anfälligkeit, Exposition und Gefahr, insbesondere bei sogenannten Klimakatastrophen.

Nur ca. 20% der afrikanischen Bevölkerung Afrikas wird derzeit mit Strom versorgt. Der afrikanische Kontinent liegt bei den Fortschritten der Stromerzeugung gegenüber anderen Weltregionen weit zurück. Nach Prognosen der Vereinten Nationen wird die afrikanische Bevölkerung bis 2050 auf rund 2 Milliarden Menschen anwachsen, sodass der erhöhte Energiebedarf, neben Armutsbekämpfung, Nahrungssicherheit, Wassersicherheit und der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels, ganz oben auf der Agenda steht. Energiesicherheit spielt eine wichtige Rolle in allen Aspekten des täglichen Lebens; sie ist u.a. unentbehrlich für das reibungslose Funktionieren von sozialen und politischen Systemen, sowie für wirtschaftliches Wachstum und nachhaltige Entwicklung. Die Gewährleistung einer zuverlässigen Energieversorgung, welche auch die wachsende Nachfrage in Afrika bedienen kann, ist eine der größten gegenwärtigen Herausforderungen für den Kontinent. Angesichts der Tatsache, dass die energiebezogenen Kohlendioxidemissionen zu einem Großteil zu den globalen Treibhausgasemissionen beitragen, hat die Weltgemeinschaft die Aufgabe, eine Balance zwischen dem Ausbau der Energieversorgung einerseits und dem Energieverbrauch andererseits herzustellen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Sowohl die Zielvorgabe Energiesicherheit als auch der Eindämmung des Klimawandels erfordern den Einsatz von Innovation und Technologie, eine ausgewogene Klimapolitik, staatliche Intervention auf hohem Niveau, effektive Diplomatie und internationale Zusammenarbeit. Hierbei können enorme Chancen und Synergieeffekte für die beschleunigte Entwicklung Afrikas entstehen. Das Recht kann hierbei ein hilfreiches Instrument sein. Entwicklung und Recht sind beinahe untrennbar miteinander verknüpft, insbesondere wenn es um Energiesicherheit und Klimagerechtigkeit geht und zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs).

Das Regionalprogramm für Klimapolitik und Energiesicherheit in Subsahara Afrika versteht sich in seiner Tätigkeit als regionales Kompetenzzentrum, das fachlich berät und die Aktivitäten der Länderprogramme der KAS in Subsahara Afrika durch die regionale Vernetzung auf dem Kontinent koordiniert. Sein wichtigster Auftrag besteht darin, die politischen Akteure der Afrikanischen Union (AU), der regionalen Gebietskörperschaften sowie in den einzelnen Ländern Subsahara Afrikas für die Themen Energiesicherheit und Klimawandel zu sensibilisieren. Hierzu organisiert es in enger Zusammenarbeit mit den Landesbüros und den anderen Regionalprogrammen (Rechtsstaatsprogramm, Medienprogramm, Sicherheitsprogramm) der KAS in Subsahara Afrika sowie nationalen und internationalen Partnerorganisationen regionale Diskussionsforen, internationale Konferenzen und Seminare und gibt Berichte, Fachpublikationen und Studien heraus. Klimabezogene Schlüsselrisiken sollen im politischen Dialog ergebnisorientiert analysiert werden um nachhaltige projektgebundene Lösungsmodelle zu erarbeiten, sowohl auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene.