Konrad Adenauer

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Konrad Adenauer war der erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und konnte gegen Ende seiner politischen Karriere und als „geachteter Staatsmann der westlichen Welt“ zufrieden auf seine Erfolge und Leistungen zurück blicken: Außenpolitisch wurde Adenauer berühmt durch die Erringung der staatlichen Souveränität Deutschlands, eine feste Bindung an den freien Westen, die Mit-Gündung und feste Stellung in der Europäischen Union und die Aussöhnung mit Frankreich. Innenpolitisch steht Adenauer für den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Krieg, dem Ausbau der der soziale Marktwirtschaft, die den freien Wettbewerb und sozialstaatliche Verantwortung beinhaltet. Es gelang ihm durch seine Politik die Vertriebenen und Flüchtlinge des Krieges wieder in die Gesellschaft einzugliedern und er konsolidierte freiheitliche Demokratie, Frieden, Wohlstand, soziale Sicherheit und Gerechtigkeit im Land.

Herkunft und Jugend
Konrad Adenauer wurde am 5.1.1876 in einem einfachen Beamtenhaushalt in Köln geboren. Als Jugendlicher besuchte er ein humanistisches Gymnasium in seiner Heimatstadt und legte 1894 erfolgreich die Abiturprüfung ab. Im Anschluss darauf folgte eine Banklehre, die er jedoch für ein „Bürgerstipendium“ abbrach.

Kaiserreich, Weimarer Republik und die Zeit des National Sozialismus
Durch das Stipendium ermöglichte sich der Anfang zwanzigjährige ein Studium. Neben seinem Hauptstudium Jura, nahm er an volkswirtschaftlichen Kursen teil. Nach dem Ablegen des Staatsexamen, stieg Adenauer als Assessor einer Staatsanwaltschaft in Köln ins Berufsleben ein. Später wurde er in einer Kanzlei tätig. Adenauers politische Karriere begann mit der Vermählung von Emma Weyer im Jahre 1904, deren Familie Verbindungen zum „gesellschaftlich und politisch tonangebenden Bürgertum“ pflegte. In dieser Zeit führte ihn zudem seine katholische Kinderstube, seine rheinische Herkunft und seinem Politikverständnis in die Partei „Zentrum“. 1906 wurde Adenauer darauf zum Beigeordneten der Stadt Köln gewählt, dann später zum Stellvertreter des Oberbürgermeisters und schließlich, durch seine Fertigkeit und seinen Ideenvermögen die er während des Ersten Weltkrieges unter Beweis stellte, zum Oberbürgermeister der Stadt Köln in 1917. Konrad Adenauer wuchs zu einer starken politischen Persönlichkeit heran und wurde zum Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit ernannt. Wegen seiner politischen Ansichten war Adenauer unbeliebt bei den „Gegnern des Weimarer Systems“. Als schließlich 1933 die National Sozialisten an die Macht kamen, wurde er aus seinen Ämtern entlassen und wurde musste die Statd Köln für unbestimmte Zeit verlassen. In permanenter Angst vor Verfolgung verbrachte Adenauer die Zeit des Zweiten Weltkrieges isoliert von der Gesellschaft mit seiner Familie. Gegen Ende des Krieges und nach dem Scheitern eines Versuches das Hitler Regime zu stürzen, wurde Adenauer von der Gestapo verhaftet, überlebt jedoch. Nach dem Krieg galt Adenauer als einer der wenigen „unbelasteten Politiker“ Deutschlands und wurde daher von den amerikanischen Siegermächten im Alter von 69 Jahren erneut als Oberbürgermeister von Köln eingesetzt. Allerdings war seine Amtszeit nicht von langer Dauer, da er durch kritische Bemerkungen über die Besatzungspolitik von den Alliierten entmachtet wurde. Nach „dem Verbot zur politischen Betätigung“, das gegen ihn ausgesprochen wurde, richtete Adenauer sein Augenmerk auf die Arbeit in der neu gegründeten Partei Christlich Demokratische Union Deutschlands – CDU -, der Adenauer beigetreten war.

Höhepunkte Adenauers politischer Laufbahn
Durch seine innovativen Ideen, legte Adenauer in der CDU eine „Blitzkarriere“ ein. Schon 1946 wurde er zum Vorsitzenden der CDU der britischen Zone. Zwei Jahre später folgte die Wahl durch die Alliierten zum Präsidenten des Parlamentarischen Rates, welche ein entscheidender Schritt Adenauers auf dem Weg an die Spitze seiner Karriere werden sollte. Im Parlamentarischen Rat wurde das Grundgesetz der werdenden Bundesrepublik Deutschland gegründet, in der Adenauer bald als Sprecher fungierte. Im Jahre 1949 wurde Adenauer durch seine politischen Erfolge und seine Popularität durch das Volk zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt und blieb in diesem Amt für die nächsten 14 Jahre. Während der Jahre 1951 und 1955 hielt Adenauer zudem das Amt des Außenministers inne. Während seiner Kanzlerschaft verfolgte und erreicht Adenauer mehrere Ziele, wie oben aufgelistet, die durch seine Christ demokratische Politik geprägt waren.

Späte Jahre und Tod
Wie vor seiner Wahl abgesprochen, trat Adenauer in der Mitte seiner vierten Legislaturperiode 1963 wegen „Veränderungen der weltpolitischen Großwetterlage, neuer Prioritätensetzung der USA, Druck der Sowjet Union auf die Republik, der Spaltung Deutschlands durch den Mauerbau und dem innen politischen Druck zu einer Nachfolge "des Alten" zurück“. Drei Jahre später gab Adenauer schließlich auch das Amt des Bundesvorsitzenden ab. 1967 stirbt der 91 Jährige einen natürlichen Tod.

Die Stiftung
Die Konrad Adenauer Stiftung ist eine politische Stiftung. Ihr Vorläufer, Gesellschaft für christlich-demokratische Bildungsarbeit, wurde bereits 1955 ins Leben gerufen und dann 1964 in ihren heutigen Namen umgetauft. Der Name der Stiftung reflektiert die Werte für die ihr Namensgeber Konrad Adenauer stand und für welche die Stiftung heute national und international eintritt. Dabei stehen „Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit durch politische Bildung, Demokratieförderung, Integration in der EU, Entwicklungspolitik und internationaler Konsensus“ im Hauptaugenmerk der Stiftung. Die Stiftung arbeitet wissenschaftlich und bietet in weltweit mehr als 200 Projekten und in über 120 Ländern Fortbildungsmaßnahmen an. Begabte junge Menschen werden von der Stiftung gefördert und Ausstellungen und Preise vervielfältigen das Angebot der Stiftung. (Alle Zitate wurden der KAS-Homepage entnommen).

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