Cajamarca: Kurs auf Nachhaltigkeit

Regionale Fachtagung

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Am 19. Mai fand in der Stadt Cajamarca (in der nördlichen Gebirgskette Perus) die dritte regionale Fachtagung des Jahres 2017 statt: „Kurs auf Nachhaltigkeit“. Das Event wurde gemeinsam mit dem Netzwerk für erneuerbare Energie Perus organisiert.

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Cajamarca: Kurs auf Nachhaltigkeit

Cajamarca: Kurs auf Nachhaltigkeit

In der Präsentation des Kongressmitglieds Armando Villanueva (Präsident der Kommission für Energie und Bergbau) wurde aufgezeigt, dass die Untätigkeit bezüglich der Umwelt sowie die sozialen Konflikte in Cajamarca das wesentliche Hindernis für den Erfolg eines Bergbaus, welcher die angemessene Ausübung und die Bevölkerung respektiert, darstellt. Unser Land, Peru, befindet sich an zweiter Stelle der weltweiten Silber- und Kupferproduktion sowie auf Rang vier der Zinkerzeugung, aber obwohl wir auch in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen erfolgreich sein möchten, bleibt noch viel für die Region Cajamarca zu tun, welche in jenen fundamentalen Themen wie Bildung, Gesundheit, Infrastruktur etc. minderwertig aufgestellt ist. Wir müssen ein Gleichgewicht zwischen der Stadtentwicklung, der Erhaltung der traditionellen Architektur, Ziegeldächern, engen Gassen und der ländlichen Umgebung, dem Ackerland, erzielen. Insbesondere Letzteres, das Ackerland, hat einen besonderen Reiz für Cajamarca, nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die Erhaltung der regionalen Identität, darunter die Identität des „gossen Tawantisuyo“.

Es ist notwendig, dass der wirtschaftliche Erfolg des Bergbaus Cajamarcas sich darin äußert, dass seine Bürger eine hohe Bedeutsamkeit erlangen, da die weltweite Nachfrage an Kupfer und Zink aufgrund der stetigen Verstädterung und der Zuwachs an technologischen Ausrüstungen ansteigen wird. Aus diesem Grund ist die Verwirklichung des Fortschritts im Bereich Bergbau unumgänglich für den Staat Perus, gefolgt von einem Fortschritt in der Gesellschaft. Es wird betont, dass die Kommission für Energie diesbezüglich sehr engagiert ist.

Darüber hinaus waren Vertreter der Regionalen Regierung anwesend. Der Gemeindevorsteher der Provinzgemeinde verlieh Dr. Pedro Gamio vom Netzwerk für erneuerbare Energie eine Auszeichnung für seine Arbeit zugunsten der nachhaltigen Entwicklung Cajamarcas seit er Vizeminister für Energie ist. Bezüglich des Bildungssektors überbrachte Victoria Ruíz, Direktorin für Sozialen Akademischen Verantwortung der Nationalen Universität Cajamarcas , herzliche Grüße im Namen ihrer Institution. Sie bekannte sich zur Zusammenarbeit, um die Entwicklung Cajamarcas durch die Umsetzung der Vorschläge, welche außerhalb der Fachtagung n mittels permanenten und partizipativem Einsatzes ausgetragen werden, voranzutreiben.

Vorträge

Der erste Redner, der Magister Pedro Gamio, referierte im Namen von Energía Renovable Perú (zu Deutsch: Erneuerbare Energie Peru) über Klimawandel und erneuerbare Energien. Er betonte, dass Aufklärung im Bereich Technologien eine wesentliche Rolle für die Verringerung der hohen Jugendarbeitslosigkeit sowie für die Schaffung von neuen Möglichkeiten spielt. Jedoch erwähnte er die Notwendigkeit, im Bereich Ausbildung zukunftsorientierter und innovativer zu sein. Hierfür sollte man sich dem Arbeitsmarkt, welcher sich neuen Technologien öffnet, zunutze machen. Dies umfasst zum Beispiel das Zurateziehen von Satellitenbildern anhand der Anschaffung und Nutzung des ersten Raumsatellits (Peru SAT-1), welcher das gesamte Staatsgebiet abbildet und somit Arbeitsposten für Jugendliche im Bereich der technischen Überwachung von Satellitenbildern, Fernerfassung etc. schafft. Dies hilft der Arbeit sowie der Kontrolle der Umweltschutz-Institutionen, wodurch jene bezüglich Verbrechen wie illegale Abholzung, Drogenhandel oder illegaler Bergbau schneller handeln können. Heutzutage ist es möglich, die Bewegung eines Fußballes aufzuzeichnen. Satellitenbilder sind nicht manipulierbar oder anfällig für Korruption. Um zu den Entwicklungsländern, den OCDE (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), zählen zu können, ist es für Peru eine wesentliche Bedingung, seine Vorgehensweise bezüglich der Handhabung von Einrichtungen und Ressourcen, beispielsweise im Bereich Abfallverarbeitung oder dem Umgang mit Abwasser, zu verbessern. Indessen ist die Handhabung der Wasserressourcen des Landes eins der wesentlichen Problemfelder, welches auch Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung hat. Hier spielt Korruption, die dürftige Koordination zwischen den unterschiedlichen Regierungsebenen sowie das Fehlen von Sanitärleistungen und Abwasseraufbereitungsanlagen eine Rolle. Ressourcen werden nicht ausreichend wiederverwertet. In Bezug auf die Handhabung mit Abfall erzeugt Peru täglich 22.400 Tonnen Müll und lediglich 50% der Peruaner verfügt über angemessene Sanitärleistungen. Der Prozentsatz der Bürger, welche sich für eine adäquate Energieerzeugung oder die Erzeugung von Biol oder Kompost mithilfe von Biogasanlagen einsetzen, ist deutlich geringer. In Cajamarca schreitet die Wüstenbildung stetig voran. Die vereinzelten Bemühungen um die Nutzung von Solarenergie in Cajamarca sind bemerkenswert, aber trotz allem bleiben sie unzureichend in Anbetracht des großen Potenzials der hierfür vorhandenen Ressourcen. Zum Beispiel kann man auf einigen Dächern der Stadt Solaranlagen finden. Jene ermöglichen es, dass eine einzige Familie $13.500 innerhalb einer Laufzeit von 15 Jahren sparen kann, indem sie aif die Nutzung von elektrischer Energiegewinnung verzichtet. Insofern müssen wir mit vereinter Anstrengung eine Bürgerschaft schaffen, die auf die Umwelt Rücksicht nimmt. Jenes stellt ein wichtiges Erbe für nachfolgende Generationen dar.

Im Anschluss referierte Albina Ruiz, Gründerin der NGO Ciudad Saludable (zu Deutsch: Gesunde Stadt) über den nachhaltigen Umgang mit Abfallprodukten. Ihre Organisation bemüht sich um einen veränderten Umgang ganz Lateinamerikas bezüglich der inadäquaten Handhabung der Abfallprodukte, der vorherrschenden Armut und der Ausgrenzung von mehr als 4 Millionen bedürftigen, sich um Wiederverwertung bemühender Familien. Bezogen auf die Tatsache, dass der Abfall an jenen Orten verbleibt, an denen sich die in Armut lebende Bevölkerung befindet, wurde Ciudad Saludable gegründet, um einen Wandel voranzutreiben. Es werden folgende Fragestellungen berücksichtigt: Warum sind diejenigen Personen, die Wiederverwertung betreiben, jene, die ihre Nahrung im Abfall suchen müssen? Warum wird es akzeptiert, dass die Regierung unfähig ist, eine effiziente öffentliche Versorgung zu garantieren? In Anbetracht dessen, wird dazu aufgerufen, sich bewusst zu machen, Bürger Cajamarcas zu sein, Bürger Perus sowie Bürger unseres Planeten. Ohne dieses Bewusstsein warten wir stetig darauf, dass jemand anderes etwas unternimmt.

Insofern wird die Wichtigkeit dessen betont, in seiner Einstellung, Benehmen und Gewohnheit seinen Konsum sowie dessen Abfallprodukte zu berücksichtigen. Jenes gelingt mit folgendem, bedeutenden Werkzeug für das Erlangen einer Veränderung: Eine Bildung, die nicht nur Kenntnisse, sondern auch Werte vermittelt. Jene Werte beinhalten, dass wir selbst das lebende Beispiel darstellen und somit die Möglichkeit haben, sich bei den Behörden zu beschweren und anstelle an die Rechte erst einmal an die Pflichten zu denken. Insofern ist es nur möglich etwas zu fordern, wenn man selbst richtig handelt, seinen Konsum reduziert, Wiederverwertung betreibt, Abfall trennt etc.

Hiernach folgte der Vortrag von Benito Ramírez der Organización Soluciones Prácticas (zu Deutsch: Organisation für praxisorientierte Lösungen)__ mit dem Thema Erfahrung mit der Anwendung von Technologien der erneuerbaren Energien. Die Mission der Organisation ist es, die Armut zu beseitigen, indem man die Fähigkeiten der Bürger weiterentwickelt und den Zugang zu Technik und Bildung verbessert. Alles in Allem will man mit der Bevölkerung zusammenzuarbeiten, um jene miteinzubeziehen und zu befähigen, Innovation zu betreiben und Technik zu nutzen. Ihre Arbeit bezüglich erneuerbare Energien legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung von Fähigkeiten im Bereich Energie sowie auf die Durchführung von Projekten für einen nachhaltigen Zugang und ergiebigen Nutzen derer.

Außerdem entwickeln sie Vorgehensweisen für die jeweiligen Maßnahmen und Interventionen. Demzufolge betreibt die Organisation 30 Schulen in ländlichen Gebieten (19 davon in Cajamarca), welche mit Solarenergie, warmes Trinkwasser, Hygienemaßnahmen, Zugang zu Internet mittels Satellitenempfang sowie technische Ausstattung bestückt sind. Soluciones Prácticas ist Teil der Gemeinschaft mit Energía Renovable Perú. Ziel dessen ist, Vorschläge und strategische Handlungen für eine nachhaltige Entwicklung der Energienutzung in Peru voranzutreiben.

In folgenden Links finden Sie die Berichte der Seminare in Arequipa und Piura ( in Englisch)

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Peru, 3. Juni 2017

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Kontakt

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Projektkoordinator

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