Russia in 2018: Challenges and Responses

Vierte Russlandkonferenz des BALTDEFCOL in Tartu

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Die diesjährige Präsidentschaftswahl, das Zapat-2017-Manöver und die Vorwürfe der gezielten Einflussnahme auf den politischen Diskurs und Parteien im Ausland – das waren nur einige der Themen, die am 8. und 9. März auf der vierten Russlandkonferenz des Baltic Defense College (BALTDEFCOL) in Tartu diskutiert wurden.

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Major General Andis Dilāns, Kommandant des Baltic Defense College, begrüßte die Konferenzteilnehmer.

Major General Andis Dilāns, Kommandant des Baltic Defense College, begrüßte die Konferenzteilnehmer.

Nach der Begrüßung durch die Konferenzleiter, die ihren Partnern, darunter auch der Konrad-Adenauer-Stiftung, für ihre Mithilfe bei der Verwirklichung der Konferenz dankten, leitete Prof. Mark Galeotti vom Prager Institute of International Relations in die Thematik der Konferenz ein. Er gab einen Überblick über die innenpolitische Lage und außenpolitischen Ambitionen kurz vor der russischen Präsidentschaftswahl 2018. Insgesamt waren etwa 300 Teilnehmer – vor allem aus den baltischen Staaten und der EU, aber auch darüber hinaus aus NATO-Partnerländern – zur zweitägigen Konferenz in Tartu erschienen, die seit 2014 jährlich durchgeführt und vom Baltic Defense College inzwischen als „Flaggschiffprojekt“ bezeichnet wird.

Insgesamt präsentierten im Laufe der Konferenz 32 Experten in 11 Diskussionsforen ihre Erfahrungen und Forschungsergebnisse zu verschiedenen Aspekten russischer Außenpolitik und stellten sich den Fragen der Zuhörer. Die Themengebiete reichten deckten dabei sowohl militärische Strategien als auch die Frage nach Russlands Kapazitäten für die gezielte Verbreitung und Manipulation von gesteuerten Informationen im Ausland ab. Besonderer Fokus der Konferenz lag auch auf den Erfahrungen Georgiens und der Ukraine in ihren Auseinandersetzungen mit Russland. Vertreter der beiden Länder nahmen an verschiedenen Paneldiskussionen teil, die Georgische Botschaft in Tallinn beteiligte sich zudem am Abendessen des ersten Konferenztages im Wissenschaftszentrum AHHAA, an dem auch Urmas Klaas, Bürgermeister der Stadt Tartu, teilnahm. Zu den Highlights des ersten Konferenztages gehörte auch die sich an das Abendessen anschließende „Night-Owl-session“, während derer das russische Zapad-2017-Manöver aus dem letzten Jahr eingehend analysiert wurde.

Am zweiten Konferenztag lag der Themenschwerpunkt der Diskussionen auf den Handlungsmöglichkeiten der NATO-Staaten und ihrer Verbündeten, den konkreten Herausforderungen, die sich für einzelne Ländergruppen ergeben, und dem Konzept moderner Abschreckungspolitik im 21. Jahrhundert. Die Konferenz endete mit einer zusammenfassenden Abschlussdiskussion, welche die Fragen der vorhergegangenen Panels noch einmal aufgriff und sich mit der Frage befasste, wie und warum Abschreckungspolitik gegen Russland funktionieren kann. Die Panelsprecher und Zuhörer waren dabei darin einig, dass dabei auch zukünftig nicht nur militärische Verteidigungsmöglichkeiten wichtig sein werden, sondern dass auch Cyber- und Information warfare verstärkt in den Mittelpunkt rücken, und dass in eine effektive Abschreckungspolitik sämtliche Teilnehmer der Zivilgesellschaft einbezogen werden müssen. Vor dem Hintergrund dieses Grundsatzes wurde auch in diesem Jahr die Zusammensetzung der Panels und des Publikums gelobt, da sich die Konferenz gleichermaßen an Akademiker, Vertreter des Militärs und der Politik richtet, und diesen neben den einzelnen Einheiten genügend Raum zum Vernetzen und weiteren Diskutieren bot.

Autoren

Elisabeth Bauer, Milena Vanini

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Estland, 23. März 2018