Jugend packt an - zivilgesellschaftliches Engagement in Elmina

Junge Erwachsene aus der Stadt Komenda in der Central Region lernen bei einem Workshop der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Organisation African Information Movement, Verantwortung in ihrer Kommune zu übernehmen. Und setzen das Gelernte gleich um.

Western Region, 19.04.17 // Etwa 35 Jugendliche und junge Erwachsene nahmen am Dienstag, den 17. und Mittwoch, den 18. April 2017 an einem Workshop in Elmina (Central Region, Ghana) mit dem Titel „The Involvement of Youths in Community Project Planning, Implementation and Monitoring: a Key to Sustainable Community Development“ teil. Dieser wurde von der deutsch-ghanaischen Organisation African Information Movement (AIM) geplant und in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KA) durchgeführt. Zum Ziel hatten sich die beiden Partner gesetzt, Jugendliche auf lokaler Ebene in ihrem Vorhaben zu unterstützen, eigene Projekte in ihren Städten und Dörfern und nicht nur darauf zu warten, dass die Behörden sich um alles kümmern müssten. Durch den Workshop wurde den jungen Menschen beigebracht, wie Probleme einer Gemeinde analysiert und daraufhin Projekte entwickelt werden könnten, so Solomon Appiah, Leiter der Organisation AIM in Komenda . Zudem sollten sie selbst Verantwortung übernehmen und eigenständig handeln, um Probleme zu beseitigen und sie nicht den Politikern überlassen. Als Zeichen, dass aktiv etwas in der Gemeinde verändert werden kann, wurde am Samstag, den 23. April 2017, eine Müllsammel-Aktion in Elmina gestartet.

Insgesamt haben sich 72 Jugendliche und junge Erwachsene dazu entschlossen, an diesem Projekt teilzunehmen. Es waren jedoch nicht alle der Teilnehmer Schüler. Viele, die sich entschlossen haben, aktiv etwas verändern zu wollen, sind Landwirte oder Auszubildende. Alle Teilnehmer kamen aus verschiedenen Städten des K.E.E.A.-Distrikts (Komenda Edina Eguafo Abrem). Auch die Motivationen der jungen Leute waren ganz unterschiedlicher Natur, weshalb sie an dem Workshop teilnehmen wollten. Eine Teilnehmerin äußert ihren Wunsch, eines Tages ein Mitglied des Parlaments zu werden und durch ihr erlangtes Wissen einen positiven Einfluss zu bewirken; ein anderer Teilnehmer wollte dazulernen, um die Jugend für Entwicklung zu mobilisieren.

Am ersten Workshop-Tag, Dienstag (17. April), gab es eine theoretische Einführung von Solomon Appiah (Leiter von AIM.), Alberta Kpleleku (Mitorganisatorin des Workshops) und David Akoto Minta (Mitglied der Central Region Development Commission) über den Ablauf und das Ziel des Workshop, der in der K.E.E.A. Assembly Hall (Sitzungssaal) abgehalten wurde. Es wurden außerdem Inhalte geklärt, wie man ein Projekt plant, was dazu notwendig ist, und dass Monitoring (Messen und Beobachten) und Evaluierung (Auswerten) nach einem Projekt von großer Bedeutung sind, um den Erfolg langfristig messen zu können. Um die Mittagszeit wurde der theoretische Teil abgeschlossen und der praxisbezogene Teil begann. Dieser zeigte sich in Form einer Gruppenarbeit. Jede Gruppe, die eine Gemeinde repräsentierte, sollte sich ein Projekt überlegen, das zur Verbesserung der Gemeinde diente, wie etwa der Bau einer Fußgängerbrücke um zwei Ortsteile zu verbinden, oder der Bau einer Wasserpumpe zur verbesserten Wasserversorgung. Am nächsten Tag wurden die Gruppenarbeiten fortgeführt. Insgesamt wurden sieben verschiedene Aufgaben ausgeführt, von der Überlegung einer Projektidee, bis hin zur Bestätigung des Projekterfolgs. Anschließend wurden die Projekte bewertet und Plätze vergeben.

Samstag, 6:30 Uhr – zur kühlsten und somit angenehmsten Zeit des Tages – versammelten sich die Jugendlichen, die zuvor auch schon an dem zweitägigen Workshop teilnahmen, um in der Innenstadt Elminas ein Zeichen der Veränderung zu setzen. Es wurde Müll gesammelt, um eines der Probleme Ghanas (die Verschmutzung der Umwelt durch Müll) anzugehen in ihrem Umfeld eigenständig anzupacken und somit eine positives Zeichen gegenüber der örtlichen Behörden, aber auch der Mitbürger zu setzen. Die Aktion dauerte etwa drei Stunden und wurde von lauter typisch ghanaischer Musik durch große Lautsprecher begleitet, um für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, aber auch um die Motivation der Teilnehmer aufrecht zu erhalten. Der Müll, der gesammelt wurde, wurde anschließend in einem großen Container entsorgt. Bei der Sammel-Aktion wurde sich hauptsächlich auf die Innenstadt konzentriert.

Dennoch war die Aktion für den Leiter der AIM. ein voller Erfolg und bedankte sich herzlich bei der Unterstützung der KAS, ohne die das Vorhaben nicht möglich gewesen wäre, und bei der tatkräftigen Hilfe der Jugendlichen. Er „glaubt in die Zukunft des Landes“ und möchte deshalb noch mehr dieser Projekte in anderen Gemeinden ins Leben rufen. Auch bei den Bewohnern der Stadt Elmina stieß die Aktion auf Zustimmung und Befürwortung des Vorhabens. Einige entschlossen sich sogar kurzerhand, an der Aktion teilzunehmen und griffen sich einen Besen oder zogen Handschuhe an, um mitwirken zu können. Aber nicht nur die Müllsammel-Aktion war laut Solomon Appiah „erfolgreich“, auch der Workshop, der einige Tage zuvor stattfand, wurde positiv und gelungen aufgefasst. Jetzt gilt es, die Motivation der jungen Leute aufrecht zu erhalten: nächste Müllsammeltermine sind schon ins Auge gefasst, dabei soll es aber nicht bleiben. Gemeinsam möchte man überlegen, wie man der Verantwortung als Bürger darüberhinaus gerecht werden kann.

22.04.17, Belinda Hertlein (Praktikantin im KAS-Buero Ghana)

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Ghana, 20. April 2017

Jugendliche in Komenda bei einer Muellsammelaktion