Jenseits von "Absorption": Die Wirkung von EU-Strukturfonds in Griechenland

Buchvorstellung in Zusammenarbeit mit dem Jean Monnet Centre of Excellence on Governance der Universität der Peloponnes

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Team

Die Referenten der Buchvorstellung

Am Donnerstag, den 9. Februar 2017 hat die KAS Griechenland, in Zusammenarbeit mit der Universität der Peloponnes, die Publikation Beyond "Absorption": The Impact of EU Structural Funds on Greece von Prof. Dr. Panagiotis Liargovas, Dr. Sotiris Petropoulos, Prof. Dr. Nikolaos Tzifakis und Prof. Dr. Asteris Huliaras vorgestellt.

Als Referenten waren zu der Diskussion rund um das Thema Professor em. Heinz-Jürgen Axt, Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Duisburg-Essen, Professor Asteris Huliaras, Fakultät für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen, Jean Monnet Exzellenzzentrum für Governance, Universität Peloponnes und Dr. Christos Dimas, Mitglied des Parlaments, Stellvertretender Koordinator für Wirtschaft und Entwicklung der Nea Dimokratia, eingeladen. Das Panel wurde von Yannis Palaiologos, Journalist der Tageszeitung Kathimerini, moderiert.

Nachdem die Leiterin der KAS Griechenland Susanna Vogt und Professor Panagiotis Liargovas im Namen des Jean Monnet Exzellenzzentrums für Governance, in Ihren Begrüßungsreden treffend das Thema adressiert hatten, konnte Prof. Heinz-Jürgen Axt eine erste akademische Perspektive einbringen. Professor Axt analysierte die offensichtlichen Probleme der mangelhaften Integration der europäischen Gelder in Griechenland. Einerseits waren die ursprünglichen Vorgehensweisen bei der Nutzung von EU-Strukturfondsmitteln nur wenig bis gar nicht den tatsächlichen Wachstumserfordernissen in Griechenland angepasst. Andererseits hätten übermäßige Bürokratie und schlechtes Management die Lage in den letzten Jahren noch verschlechtert. Gewiss haben dazu auch Korruption und Klientelismus negativ beigetragen. Resümierend ging Professor Axt auf Auswege aus dieser „Krise“ ein, namentlich einerseits den verstärkten Fokus der EU auf die weniger entwickelten Staaten und Regionen zu richten und andererseits spezifische Wachstumsregionen und Projekte wie Berufsausbildung, Forschung, Rechtsstaatlichkeit und Verbrechensverhütung zu fördern.

Professor Huliaras betonte als nächster Sprecher, dass die fehlende Integration der EU Gelder in die griechische Wirtschaft gleichermaßen in Athen und Brüssel entstanden sei und somit auch das Nebenprodukt der jeweiligen Bürokratie. EU-Stellen verfolgen und überwachen die Integration in Punkten wie der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Expansion des Markts immer näher und strenger. Jedoch scheinen Probleme wie Überbuchung und exzessive Fragmentation nicht nachzulassen. Im Gegenteil führen sie offenbar zu Verlust von Motivation für gute und qualitative Arbeit. Auch die stetige Verfolgung der Daten sowie das Ziel, den Nepotismus weitgehend zu beseitigen stets vor Augen zu halten, sollten höchste Priorität in der EU und der griechischen Agenda genießen.

Aus der abschließenden Rede des Abends von Dr. Christos Dimas ist in Resonanz mit dem Rest des Panels nochmal die Notwendigkeit der direkten Adressierung konkreter Fälle klargeworden. Der Mangel an langfristig orientierten Projekten, die niedrigen Effizienzraten von Firmen, die EU-Gelder annehmen, sowie die nicht angemessene Verwendung der Gelder seien von höchster Bedeutung und müssen dringend verbessert werden. Des Weiteren sollen Sektoren der Wirtschaft wie der Energiesektor nicht außer Acht gelassen werden, da sie gegenwertig nur unzureichende Effizienz aufweisen und reichlich Raum für Fortschritt geboten ist. Die generelle Kohäsionspolitik Europas müsse aber auch verfeinert werden, indem bessere Netzwerke implementiert werden. Diese müssten den neuen Gegebenheiten angepasst werden und Phänomene wie die Migrationskrise, der Griechenland beispielsweise ausgesetzt ist, besser auffangen.

Autoren

Susanna Vogt, Martha Kontodaimon, Jeroen Kohls

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Athen, 15. Februar 2017

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