Ausblick auf die Wahlen in Deutschland - Wichtige Dimensionen und mögliche Konsequenzen

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Bundestagswahl Athen 1

Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, Europaabgeordnete Georgios Kyrtsos und die Leiterin der KAS Griechenland, Susanna Vogt

Die KAS Griechenland und das Konstantinos Karamanlis Institut für Demokratie organisierten Anfang Juli eine Diskussionsveranstaltung zur Information über die bevorstehenden Bundestagswahlen. Susanna Vogt, Leiterin der KAS Athen, unterstrich in ihrer Begrüßung die Bedeutung der kommenden Wahl und das Interesse daran jenseits der Grenzen Deutschlands. Die Tatsache, dass diese Veranstaltung das Verständnis der Griechen für das Funktionieren des deutschen politischen Systems und die Denkweise der deutschen Wähler verstärken wird, wurde von Rodi Kratsa, Präsidentin des Karamanlis Instituts, in ihrem Grußwort hervorgehoben.

Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte sprach in seinem Beitrag wichtige, bisher für die große Mehrheit der Griechen unbekannte Aspekte der deutschen Wahl an. Die internen Parteimechanismen, die Struktur und Logik des Wählermarktes sowie die Rolle der Programme für die Auswahl einer Partei gehörten dazu. Zudem hat Professor Korte die möglichen Koalitionskonstellationen vorgestellt, während er die Rolle betonte, die diese Wahl für die Bestätigung sowie weitere Entwicklung der demokratischen Debatte in Deutschland spielen kann.

Der Europaabgeordnete Georgios Kyrtsos konzentrierte sich in seinem Vortrag auf das Gebot der Verbesserung der deutsch-griechischen Verhältnisse, trotz der politischen und wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den zwei Staaten. Das Aufkommen des Populismus sei in beiden Ländern eine Gefahr, womit man sich auseinandersetzen müsse. Auf europäischem Niveau sollte, so Kyrtsos, die nächste deutsche Bundesregierung wichtige Initiativen in sensiblen Fragen – etwa die gemeinsame europäische Verteidigung – in Angriff nehmen, um das Projekt der Europäischen Integration voranzutreiben.

Nikos Dendias, Parlamentarischer Geschäftsführer der Nea Dimokratia und ehem. Minister, analysierte die historisch engen Beziehungen zwischen Griechenland und Deutschland und beschäftigte sich vor allem mit Fragen der europäischen Wirtschaftspolitik und der Eurozone. Zudem sah er die bevorstehende Wahl in Berlin im Lichte der Amtsübernahme von E. Macron in Frankreich und die Hoffnungen auf eine Verstärkung der pro-europäischen Kräfte überall in Europa.

Alle drei Redner gingen davon aus, dass das Ergebnis der Wahlen noch offen ist. Fragen von besonderem griechischen Interesse, wie eine eventuelle Schulderleichterung, stehen nicht im Rampenlicht des deutschen Wahlkampfs.

Yiannis Palaiologos, Journalist bei Kathimerini, moderierte die anschließende Diskussion mit den über 150 interessierten Gästen der Veranstaltung, die die erste zu diesem Thema in Athen war.

Autoren

Eleftherios Petropoulos, Susanna Vogt

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Athen, 10. Juli 2017