„Nicht angepasst. Mein Leben zwischen Mainz, Bonn und Jerusalem“

Eine Bilanz des Darmstädter Gesprächs 18. Mai 2011

„Ich habe kein Heldenepos geschrieben, aber auch keinen Abrechnungsroman“. Im Darmstädter Gespräch der Konrad-Adenauer-Stiftung las Dr. h.c. Johannes Gerster aus seiner Autobiographie „Nicht angepasst. Mein Leben zwischen Mainz, Bonn und Jerusalem“.

Dr. h.c. Johannes Gerster (Foto: Christine Leuchtenmüller)
Dr. h.c. Johannes Gerster (Foto: Christine Leuchtenmüller)


Gerster, 1941 in Mainz geboren, stammt aus einer fest im christlichen Glauben verwurzelten Familie. In seiner Autobiographie erzählt er, wie es war, in den Kriegs- und Nachkriegsjahren in Mainz aufzuwachsen, und wie stark er durch sein Elternhaus geprägt wurde. Früh interessierte sich Gerster für die Politik, trat als 19-Jähriger in die CDU ein und war 22 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages. In vielerlei Funktionen hat Gerster erlebt, wie Politik gemacht wird. In seiner Autobiographie gewährt er einen Blick hinter die Kulissen der Macht; etwa wenn es um den Neue-Heimat Untersuchungsausschuss geht, dessen Obmann er war, oder um die Guillaume-Affaire.

1997 wurde Gerster Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem und erfüllte sich damit einen „Herzenswunsch“. Als er von Teddy Kollek (Bürgermeister Jerusalems von 1965 bis 1993) angesprochen wurde, ob er bei der Realisierung eines Konferenzzentrums zur Förderung des Dialogs zwischen Juden, Christen und Muslimen mithelfen wolle, zögerte Gerster nicht lange und begann sofort, Spenden zu sammeln. Bereits im November 1999 konnte der Grundstein des Konrad-Adenauer-Konferenzzentrums im Herzen Jerusalems gelegt werden. Für seinen Einsatz für Frieden und Verständigung im Nahen Osten erhielt Gerster im selben Jahr in der Botschaftsresidenz in Tel Aviv das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

Offen und selbstkritisch beleuchtet er seine politischen wie auch persönlichen Erfolge und Krisen. Sein Resümee lautet: "Manche meinen, ich sei ein Hans im Glück: In Bonn kein Regierungsamt, in Rheinland-Pfalz kein Ministerpräsident, in Mainz kein Oberbürgermeister. In einem finde ich diesen Vergleich passend: Ich selbst fühle mich am Ende sehr glücklich. Ich hatte ein abwechslungsreiches, ja spannendes Leben, das zu keinem Zeitpunkt in Routine erstarrte. Ich konnte in meinem jeweiligen Arbeitsbereich gestalten, was mir ein Gefühl der Zufriedenheit verschaffte. Und ich blieb jederzeit unabhängig und war nie angepasst."

Autor

Christine Leuchtenmüller

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Wiesbaden, 19. Mai 2011

Achtung
Aktivieren Sie bitte JavaScript in Ihren Browsereinstellungen.
Bitte laden Sie das Flash-Plugin hier, um den Inhalt zu sehen. ›