„Heimat ist ein Gefühl“: Leben wir in einer zerrissenen Gesellschaft?

Eine Bilanz des Wiesbadener Tischgesprächs 10. September 2018

„Leistung alleine schafft nicht Integration. Auf die Werte kommt es an. Deshalb sollen neue Vorbilder Jugendliche an die Hand nehmen.“ Die in Hannover geborene jesidische Journalistin Düzen Tekkal stellte im Wiesbadener Tischgespräch der Konrad-Adenauer-Stiftung ihre Initiative vor, „Wertebotschafter in die Schulen“ zu entsenden: „Wir sollen weniger lamentieren, sondern konsequenter handeln. Wir müssen uns um Ronny aus Pasewalk genauso kümmern wie um Ahmed aus dem Ruhrgebiet.“

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Düzen Tekkal (Foto: Ulrich Schimmelpfennig)

"Leistung alleine schafft nicht Integration. Auf die Werte kommt es an." (Düzen Tekkal, Foto: Ulrich Schimmelpfennig)

Angesichts der aktuellen Debatte über mögliche Diskriminierungen stellte Tekkal klar: „ Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund werden im Alltag benachteiligt. Aber niemand sollte sich auf eine Opferrolle reduzieren lassen. Aus diesem Grund habe ich vor einigen Wochen mit dem Hashtag GermanDream in den sozialen Medien Beiträge geleistet.“ Mit klaren Worten wandte sich Düzen Tekkal, von der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. als „Frau Europas 2018“ ausgezeichnet, den muslimischen Verbänden zu: „Sie sind nicht transparent, sondern fremdbestimmt. Diskussionen sind nicht erwünscht, wenn sie etwa die Kinder formatieren. Deshalb fühlen sich viele liberale Muslime von diesen Verbänden verraten.“

Gemäß ihrer Devise „Integration heißt Emanzipation“ setzt sich Tekkal für die Anliegen von Frauen ein, denen unsere Gesellschaft mehr anbieten müsse als mancher Imam, Ehemann und Sohn bislang zulasse. Auch mit dem Ziel, Frauen im Alltag höhere Freiheitsgrade zu ermöglichen, redet die Journalistin einer Kindergarten-Pflicht ab dem dritten Jahr das Wort: „So können wir Kinder und Jugendliche früh aus der Gemengelage von Frustration und Chancenlosigkeit befreien und gegen Extremismus immunisieren.“

Autor

Dr. Thomas Ehlen

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Wiesbaden, 20. September 2018

Kontakt

Dr. Thomas Ehlen

Landesbeauftragter für Hessen und Leiter des Politischen Bildungsforums Hessen

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