50 Jahre Konrad-Adenauer-Stiftung in Indien

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2018 kann das Indien Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung auf eine fünfzigjährige, sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinen indischen Partnern zurückblicken. Seit 1968 hat nicht nur Indien eine immense Entwicklung durchlaufen und sich nachhaltig verändert, auch die Arbeit der Stiftung hat dieser Entwicklung Rechnung getragen und seinen Arbeitsfokus kontinuierlich den neuen Bedingungen und Herausforderungen angepasst. 2018 wird die KAS mit ihren Partner, Unterstützern und Freunden diese internationale Zusammenarbeit würdigen und eine Reihe von Veranstaltungen zu den fünf Schwerpunktthemen der KAS veranstalten.


Peter Rimmele mit dem Vizepräsidenten Indiens, M Venkaiah Naidu
Peter Rimmele mit dem Vizepräsidenten Indiens, M Venkaiah Naidu

Der Beginn der Zusammenarbeit

Mit der Jugendförderung begann vor 50 Jahren die Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Indien. In Asien war Indien eines der ersten Länder, in denen die Stiftung ihre Arbeit aufnahm. Ausgangspunkt der internationalen Zusammenarbeit war die Partnerschaft mit der auf Betreiben Jawaharlal Nehrus, dem ersten Premierminister des unabhängigen Indiens, gegründeten Jugendakademie Vishwa Yuvak Kendra (VYK) in Neu-Delhi. Bis in die 1980er Jahre konzentrierte sich die KAS in ihrer Arbeit auf die dringenden Entwicklungsbedürfnisse Indiens, vor allem auf die Themen ländliche Entwicklung, Armutsbekämpfung und Jugendförderung. Neben der VYK kooperierte die KAS mit verschiedenen Partnern in ganz Indien, unter anderem mit der Ramakrishna Mission (RKM) in Kalkutta, dem Indian Institute of Youth Welfare (IIYW) in Nagpur, dem Yuvak Vikas Trust (YVT) in Ahmedabad und dem Institute for Youth and Development (IYD) in Bangalore.

Ausweitung der Aktivitäten ab den 1980er Jahren

Die zweite Phase der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Indien, von Ende der achtziger Jahre bis 2003, war geprägt durch die aktive Erweiterung dieser Projekte. Die Anfang der neunziger Jahre beginnende Reform- und Öffnungspolitik der indischen Regierung führte zu weitreichenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Auf die sich daraus ergebenden Veränderungen reagierte die Stiftung mit neuen Ansätzen zur Stärkung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Klein- und Mittelständischen Unternehmen und der Verbreitung der Idee der Sozialen Marktwirtschaft. Diese sehr erfolgreichen Projekte werden bis heute zusammen mit den institutionellen Partnern PHD Chamber of Commerce and Industry (PHD) in Neu-Delhi sowie mit der Madras Management Association (MMA) in Chennai, Tamil Nadu, durchgeführt. Neue Trainingsprogramme für Panchayati Raj (Dorfräte der lokalen Selbstverwaltung) wurden mit den Partnern Centre for Rural Entrepreneurship and Technical Education (CREATE) in Lucknow und All India Santal Welfare and Cultural Society (AISWACS) in Westbengalen begonnen. Ein spezieller Fokus lag auf der Netzwerkbildung von NROs. Außerdem wurden Training-für-Trainer-Programme in ganz Indien zu den Themen Rechtsstaatlichkeit und Panchayati Raj aufgenommen.

Daneben begann die KAS mit der Organisation von Politikdialogen zwischen deutschen und indischen Politikern zu Themen wie Sicherheit, internationalen Beziehungen, sozialer Wandel sowie Verfassungsreformen um die Beziehungen zwischen Deutschland und Indien zu stärken. Als Antwort auf den 11. September 2001 wurde ein Sonderprogramm Islam und Demokratie durchgeführt sowie Seminare zum internationalen Terrorismus durchgeführt. Diese Programme wurden zusammen mit den Partnern Centre for Public Affairs (CPA), Rashtriya Jagriti Sansthan (RJS), Society for Peace, Security and Development Studies (SPSDS) und dem Institute for Defense Studies and Analyses (IDSA) umgesetzt. Themen der regionalen Sicherheitspolitik konnten mit dem Regional Centre for Strategic Studies in Colombo, Sri Lanka, behandelt werden. In Kooperation mit dem Centre for European Studies der Jawaharlal Nehru University und der Delegation der Europäischen Kommission in Neu-Delhi wurde auch das Thema Europäische Integration behandelt.

Der wachsenden weltpolitischen Bedeutung Indiens wird Rechnung getragen

Seit 2003 hat die Konrad-Adenauer-Stiftung ihr Länderkonzept für Indien ausgebaut und teilweise neu strukturiert um dem wachsenden weltpolitischen Gewicht Indiens Rechnung zu tragen. Aufbauend auf den bisherigen Erfolgen wurden erfolgreiche Projekte weitergeführt und in neue Programme und Kooperationen eingebracht. Bei der Formulierung des neuen Konzepts berücksichtigte die KAS die neue Rolle Indiens als regionale und globale Macht, die zunehmende Bedeutung Indiens bei der Bewältigung globaler Herausforderung, sowie den derzeitigen Reform- und Transformationsprozessen und Wandel die das Land durchläuft. Das neue Konzept baut auf der "Agenda für die indisch-deutsche Partnerschaft" aus dem Jahr 2000 auf und integriert Elemente der gemeinsamen Erklärung von Premierminister Manmohan Singh und Bundeskanzlerin Angela Merkel von 2006 zur "Strategischen Partnerschaft" zur weiteren Vertiefung der bilaterale Beziehungen zwischen Indien und Deutschland in verschiedenen Bereichen. Zu diesem Zweck hat die KAS ihre Zusammenarbeit ausgeweitet. Für Kooperationen konnten neben dem alten Partnernetzwerk neue Partner u.a. das Institute for Peace and Conflict Studies (IPCS), die United Service Institution of India (USI), Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry (FICCI), The Energy and Resources Institut (TERI), Supreme Court Bar Association (SCBA) sowie Confederation of Indian Bar (CIB), Centre of the Study of Developing Societies (CSDS) und das Institute of Chinese Studies (ICS) gewonnen werden. Mit der C.R. Irani Foundation fördert die KAS im Rahmen „The Statesman School of Print Journalism“ junge Journalisten in Indien.

Folgenden fünf Arbeitsbereichen widmet sich die KAS derzeit:

  • Dialog über Werte mit Parteien und Parlamentariern sowie Austausch zwischen deutschen und indischen Politikern
  • Unterstützung von Indien bei seinem sozialen, strukturellen und politischen Transformationsprozess auf der Grundlage von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Säkularismus;
  • Stärkung der Wirtschaftsreformen, der kleinen und mittleren Unternehmen und einer effektiven Marktwirtschaft sowie Unterstützung der Integration Indiens in die Weltwirtschaft und den Prozess der Globalisierung;
  • Intensivierung des Dialogs zwischen Indien und Deutschland im Speziellen, sowie Indien und Europa sowie anderen Großmächten im Allgemeinen, zu verschiedenen Themen insbesondere zur aktuellen Außen- und Sicherheitspolitik und
  • Förderung der Ausbildung junger Journalisten.
KAS 50 years Logo

Ansprechpartner

Peter Rimmele

Leiter des Auslandsbüros Indien

Peter Rimmele
Tel. +91 11 26113520
Fax +91 11 45506836
Sprachen: Deutsch,‎ English,‎ Français,‎ Bahasa Indonesia