Wochenspiegel 12. bis 16. August: Darüber diskutiert Israel

Sicherheitslage in Jerusalem Seit der Beilegung des Streits um Sicherheitsvorkehrungen am Tempelberg vor etwa zwei Wochen blieb es in der Jerusalemer Altstadt weitgehend ruhig. Jedoch riss die seit Herbst 2015 anhaltende Serie der Messerangriffe auch in dieser Woche nicht ab: am Samstagnachmittag (16.08.) attackierte eine Palästinenserin aus Ostjerusalem einen ultra-orthodoxen Mann, der den Angriff jedoch abwehren konnte. Kurz darauf verwundete sie einen weiteren Passanten, den sie für einen jüdischen Israeli hielt, sich jedoch wenig später als Palästinenser herausstellte. Der Mann wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, die Angreiferin wurde von der Polizei festgenommen und verhört. Am Sonntag (17.08.) nahm die Jerusalemer Polizei einen Verdächtigen fest, der Anschläge in Israel geplant haben soll. Dabei beriefen sich die Beamten auf Informationen des Inlandsgeheimdienstes. Der Mann wurde im Zuge der Festnahme durch einen Schuss am Bein verletzt.

Ex-Präsident Katsav: keine Lockerung der Bewährungsauflagen Keine Gnade für Katsav: Staatspräsident Reuven Rivlin lehnte am Sonntag (17.08.) das Gesuch seines Amtsvorgängers Moshe Katsav ab, dessen Bewährungsauflagen zu lockern. Katsav war im Jahr 2011 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, durfte das Gefängnis jedoch im vergangenen Jahr auf Bewährung vorzeitig verlassen. Zu den Auflagen für die verkürzte Haftentlassung gehören unter anderem Hausarrest für die Abendstunden sowie das Verbot, Israel zu verlassen.

Debatte über elektrische Zweiräder Der Unfall des bekannten Models und Moderatorin Shlomit Malka am Montag (14.08.) mit ihrem elektrischen Fahrrad, bei welchem sie schwer verletzt wurde, gab Anlass für eine neue Debatte über Verkehrssicherheit. Mit der gestiegenen Zahl an elektrischen Fortbewegungsmitteln wie E-Bikes, E-Roller und Hover Boards stieg die Zahl der durch motorbetriebene Zweiräder Verletzten im Straßenverkehr in den vergangenen Jahren drastisch, seit 2013 gar um 800 Prozent.

Schlechte Noten für israelische Bildung Laut einem am Mittwoch (16.08.) veröffentlichen Bericht des Shoresh-Instituts zum Bildungsniveau in Israel rangieren israelische Schülerinnen und Schüler unter den letzten fünf Prozent aller OECD-Länder. „Die Hälfte aller israelischen Kinder bekommt eine Erziehung wie in der Dritten Welt“, monierte Professor Dan Ben David, Leiter des Think-Tanks, aus dessen Feder der Report stammt. Für den Bericht wurden nationale und internationale Rankings ausgewertet. Laut PISA-Studie von 2016 schnitten die schwächsten israelischen Schüler sogar schlechter ab als alle anderen Schulgänger aus Industriestaaten, dies obwohl israelische Kinder an weit mehr Tagen lernen als in allen anderen Ländern und die Schulwoche sechs Tage umfasst. Als ein Grund für das schlechte Abschneiden werden die niedrigen staatlichen Investitionen in primäre Bildung angeführt: mit 10.9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes pro Schüler liegt Israel hier ebenfalls auf einem der untersten Ränge. Im Gegensatz dazu erhalten private Schulen in Israel die höchste Förderung unter allen untersuchten OECD-Ländern – das Gros der Privatschulen (d.h. Schulen, die weniger als 50 Prozent des Budgets aus öffentlicher Hand erhalten) in Israel sind jedoch Schulen für ultra-orthodoxe Kinder, an denen oftmals säkulare Fächer wie Mathematik und Fremdsprachen eine marginale Rolle im Lehrplan einnehmen.

Brückeneinsturz auf Autobahn 4 Nachdem am Montagabend (14.08.) ein Lastwagen mit aufmontiertem Kran mit einer Fußgängerbrücke auf der Autobahn 4 kollidiert war, fiel diese in sich zusammen und begrub den Lastwagen samt Fahrer unter sich. Die Autobahn blieb beidseitig in beiden Richtungen bis Dienstagmorgen (15.08.) gesperrt, der Fahrer war über mehrere Stunden im Fahrzeug eingeklemmt und konnte nicht mehr lebend geborgen werden. Laut der für die Überprüfung der Brückensicherheit zuständigen Behörde Netivei Israel erfüllte die Elhanan-Fußgängerbrücke zwischen Bnei Brak und Givat Shmuel alle erforderlichen Standards und erhielt noch im April dieses Jahres eine hohe Bewertung.

Quellen:

O.V.: Safety company: Bridge had high safety grade.Arutz Sheva

O.V.: President Rivlin Rejects Katsav's Request to Lift Parole Restrictions. Haaretz

O.V.: Man stabbed, lightly wounded in Jerusalem attack. Times of Israel

Kropesky, Sefi: ישראל ראשונה בהשקעה בחינוך פרטי, אחרונה בציבורי Calcalist

Levi, Sarah: „Half of Israel’S Kids getting a Third World Education”. Jerusalem Post Rosenberg, David: Terror attack thwarted in Jerusalem. Arutz Sheva

Shaham, Udi: Terrorist attack thwarted in Jerusalem. Jerusalem Post

Shaham, Udi: Man wounded in Jerusalem stabbing attack. Jerusalem Post

Wootliff, Raoul: Route 4 reopens after fatal bridge collapse. Times of Israel

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Eva Keeren Caro

Projektmanagerin (Deutsch-Israelische Beziehungen sowie Interreligiöser Dialog)

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