Politische Sprecher und Politikjournalisten aus Israel zu Besuch in Deutschland

Studien- und Dialogprogramm vom 13. - 19.09.2017 in Berlin und NRW

Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung waren dieser und vergangener Woche politische Sprecher und Politikjournalisten aus Israel zu Gast in Berlin und in Nordrhein-Westfalen.

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Die Delegation mit Dr. Joachim Rother, Palina Kedem, Dr. Gerhard Wahlers und Thomas Birringer

Die Delegation mit Dr. Joachim Rother, Palina Kedem, Dr. Gerhard Wahlers und Thomas Birringer.

Das Programm hat dazu beitragen, den Teilnehmern einen fundierten Einblick in die Wahlkampfmechanismen im unmittelbaren Vorfeld bis hin zum eigentlichen Wahlabend zu geben. Es wurde deutlich, wie stabil die politische Situation in Deutschland ist und wie die Unionsparteien mit den Herausforderungen von Populismus und Radikalismus umgehen. Die Multiplikatoren, die an dem Programm teilnahmen, nutzten ihre Erfahrungen, um deutlich zu machen, dass Sorgen über eine Zunahme von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus im Umfeld des Wahlkampfes kein Fundament haben und dass das deutsche Parteiensystem mit diesen gesellschaftlichen Herausforderungen umzugehen weiß. Gerade vor dem Hintergrund der deutsch-israelischen Geschichte ist letztgenannter Punkt von großer Bedeutung.

Das Interesse für politische Vorgänge in Deutschland ist in der israelischen Öffentlichkeit überdurchschnittlich hoch. In den letzten Jahren schaut man in Israel angesichts der Aufnahme der großen Zahlen von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten mit einer Mischung aus Bewunderung aber auch Sorge auf die politische Situation in Deutschland.

Die Art und Weise, mit welcher die Bundesregierung mit diesen Entwicklungen umgeht, bringt einerseits zwar eine positivere Wahrnehmung Deutschlands seitens Israels mit sich. Andererseits jedoch sehen viele Israelis die Gefahr, dass die Verunsicherung, die in der deutschen Wählerschaft herrscht, die politische Karte Deutschlands nachhaltig verändern wird – mit unabsehbaren Auswirkungen auf die Deutsch-Israelischen Beziehungen. Auf der politischen Ebene wie auch in der Öffentlichkeit ist man sich weithin im Klaren darüber, dass es v.a. die Unionsparteien sind, die als maßgebliche Träger der deutsch-israelischen Beziehungen im Deutschen Bundestag fungieren. Hier besteht die Sorge, dass die Union geschwächt aus der Bundestagswahl hervorgehen könnte und stattdessen radikale und rechtspopulistische Parteien mehr Einfluss gewinnen könnten. Ein Kernproblem dabei ist, dass derzeit eine sehr geringe Anzahl an israelischen Korrespondenten das Deutschlandbild vieler in der Heimat prägt. Ein Pluralismus der Ansichten ist damit nicht immer zwangsläufig gegeben.

Das Besucherprogramm wurde vom Team Inlandsprogramme organisiert und wurde von Dr. Joachim Rother, Trainee und Palina Kedem, Projektmanagerin, beide im Auslandsbüro Israel, begleitet.

Verantwortlich für die Durchführung von Seiten des Teams Inlandsprogramme: Christina Baade

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Berlin, 26. September 2017