Debatte: Quo vadis democratia?

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Die Krise der Demokratie stand im Zentrum einer Diskussionsveranstaltung der KAS-Italien in Zusammenarbeit mit dem Luigi-Sturzo-Institut am 18. Juli 2018. Professor Giovanni Orsina von der LUISS Universität stellte seine zentralen These aus seinem neuen Buch “La Democrazia del narcisismo” über die Relevanz und Anwendbarkeit der Demokratie-Grundlagen in Zeiten der Globalisierung vor und diskutierte diese mit den Gästen aus Wissenschaft, Politik und Journalismus. Dabei sind politische Parteien laut dem Politikwissenschaftler Orsina nicht die Ursache der aktuellen Krise der Demokratie, sondern lediglich ein Symptom. Darüber hinaus, hat nach Ansicht Orsinas die Abgabe von politischer Verantwortung und Gestaltungsmacht an andere - nicht politische - Akteure dazu geführt, dass das Vertrauen der Wähler in politische Institutionen und deren Repräsentanten stetig abgenommen hat. Italien ist leider Vorreiter dieser Entwicklung - die auch andere europäische Staaten durchlaufen. Eine "Re-Politisierung" (Ri-Politicizzazione) der Bürger und der Beweis, dass die Politik, die Gestaltungsmacht wiedergewinnt, könnten Auswege aus der Krise darstellen, so die Experten der Diskussionsveranstaltung.