Die Rolle der Religionen in einer globalisierten Welt

BUCHVORSTELLUNG IN DER PÄPSTLICHEN UNIVERSITÄT GREGORIANA

Bei der Vorstellung der Publikation “Religion and politics” in der Päpstlichen Universität Gregoriana diskutierte Kardinal Tagle mit Dieter Althaus sowie Giancarlo Bosetti, Direktor der Zeitschrift Reset und den Teilnehmern der Gruppe Sinderesi. Sinderesi meint einen Kurs von Studierenden und jungen Erwachsenen, die sich seit nunmehr vier Jahren regelmäßig an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom treffen, um politische Grundthemen aus der Perspektive der kirchlichen Soziallehre zu diskutieren.

Dass unterschiedliche Religionen zu-sammen arbeiten können, steht für Kardinal Antonio Luis Tagle, Präsident von Caritas Internationalis außer Frage. Alle Religionen suchen Antworten auf das Leiden der Menschen, so Tagle im Rahmen der Buchvorstellung in der Päpstlichen Universität Gregoriana. Gerade im Jahr der Barmherzigkeit werde deutlich, dass die Barmherzigkeit die Grenzen der Katholischen Kirche überschreiten müsse. Um die Weisheit, der Barmherzigkeit tat-sächlich zu erfassen, müsse man sich die unterschiedlichen Religionen und ihre Traditionen genau anschauen, so der Kardinal. Dazu sei es notwendig, nicht nur aus Büchern zu studieren, sondern Menschen kennen und verstehen zu lernen, mit ihnen zu sprechen, zu lachen und zu streiten. Nur so sei man in der Lage, in die Kultur des anderen einzutreten, sagte Kardinal Tagle. Mit Blick auf den Gast aus Deutschland, Dieter Althaus, Mitglied im Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemaliger Ministerpräsident des Frei-staates Thüringen, zeigten die Studie-renden ein besonderes Interesse an dem deutschen Modell und die Regelung des Zusammenspiels zwischen Staat und Religion im Grundgesetz durch Artikel 4 und 140. Hier erinnerte Dieter Althaus u.a. daran, dass das Grundgesetz zum Beispiel das Recht gewähre, den obligatorischen Kriegsdienst aufgrund religöser Überzeugungen zu verweigern. Althaus erinnerte daran, dass die Beziehung zwischen Kirche und Staat in Deutschland auf der Ebene der Länder geregelt werde. Der ehemalige Ministerpräsident des Freistaats Thüringen zitierte den Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde und seinen Ausspruch, dass der Staat von Voraussetzungen lebe, die er selbst nicht garantieren könne. Gerade in den neuen Ländern, so Dieter Althaus, seien 80 Prozent der Bevölkerung konfessionslos. In den letzten Jahren könne man jedoch beobachten, dass die Bürger auf der Suche nach einem sinnstiftenden Kultur seien. Hier spielten Religions-gemeinschaften eine wichtige Rolle, so Althaus. Bei der Vorstellung der Publikation “Religion and politics” in der Päpstlichen Universität Gregoriana diskutierte Kardinal Tagle mit Dieter Althaus sowie Giancarlo Bosetti, Direktor der Zeitschrift Reset und den Teilnehmern der Gruppe Sinderesi. Sinderesi meint einen Kurs von Studierenden und jungen Erwachsenen, die sich seit nunmehr vier Jahren regelmäßig an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom treffen, um politische Grundthemen aus der Perspektive der kirchlichen Soziallehre zu diskutieren. Das Auslandsbüro Italien fördert die Arbeit von „Sinderesi“ und publiziert die im Rahmen der Diskussionen entstandenen Texte zusammen mit dem Verlag der Päpstlichen Universität GB Press. Hier können Sie sich das Buch ansehen

Autoren

Caroline Kanter, Silke Schmitt

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Rom, 26. Februar 2016