Positionen zu Europa. 60 Jahre Römische Verträge

Ja zu Europa!

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Ist die Europäische Union heute noch möglich – diese Frage stellten am Donnerstag, zwei Tage vor dem 60. Geburtstag der Europäischen Union, hochrangige Politiker und Experten aus den EU-Staaten im Rahmen einer Konferenz im italienischen Senat, organisiert von sechs Instituten aus den Gründerstaaten der Europäischen Union, u.a. dem Wilfried Martens Centre for European Studies, der Fondazione De Gasperi und der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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Ein "Ja" für Europa. Stimmen aus den Gründerstaaten Europas

Positionen zu Europa - 60 Jahre Römische Verträge. Ein "Ja" für Europa: Hochrangige Politiker und Experten diskutierten in der Sala Zuccari im italienischen Senat.

Cover: Positionen zu Europa. 60 Jahre Römische Verträge

    Die Antwort lautet ganz eindeutig „Ja“ , so Angelino Alfano, italienischer Außenminister und Vorsitzender der Fondazione De Gasperi, Wolfgang Schüssel, Vorsitzender des Kuratoriums der Konrad-Adenauer-Stiftung und Bundeskanzler der Republik Österreich a.D., Miklas Dzurinda, Vorsitzender des Wilfried Martens Centre for Euopean Studies, Viviane Reding MdEP, Ben Knapen, Mitglied des Senates in den Niederlanden, Steven van Hecke, Professor für vergleichende EU-Politik an der Katholischen Universität Leuven und Jean Dominique Giuliani, Präsident der Robert Schuman Foundation. Der ehemalige Bundeskanzler der Republik Österreich, Wolfgang Schüssel, plädierte für eine Bankenunion, um die ökonomischen Probleme der Europäischen Union besser lenken zu können. Außerdem müssen, so Schüssel, die vereinbarten Regeln mit der nötigen Flexibilität eingehalten werden. Den Raum für Investitionen dürfe man dabei nicht aus dem Blick verlieren. Ingesamt sieht Schüssel keine Notwendigkeit großer Änderungen in der Europäischen Union. Mit Blick auf den Austritt Großbritanniens aus der EU sagte Schüssel, man müsse sich für eine gute Lösung, ähnlich wie mit der Schweiz, einsetzten. Schließlich gehöre Großbritannien nach wie vor zu unserer Nachbarschaft, so Schüssel. Der italienische Außenminister, Angelino Alfano, sieht in der Bildung einer gemeinsamen Europäischen Armee und damit einer gemeinsamen Verteidigungspolitik einen wichtigen Schritt europäischer Integration. Laut Alfano handelt es sich um eine wichtige Entwicklung, deren Umrisse man bereits am Horizont erkennen könne. Damit werde die NATO keinesfalls überflüssig, so Alfano, sondern bleibe nach wie vor unersetzlich. Allerdings könne man auf diese Weise Gefahren, die durch den Internationalen Terrorismus verursacht werden, besser begegnen. Die Veranstaltung „Is the European Union still possible“ ist Teil der Veranstaltungsreihe „Positionen zu Europa. 60 Jahre Römische Verträge“, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Italien initiiert wurde. Ziel der Reihe ist es, mit hochrangigen politischen Entscheidungsträgern einen kritischen, offenen und vorausschauenden Diskurs über die Zukunft Europas in Gang zu setzen und über wichtige Herausforderungen der Gegenwart zu diskutieren.

    Autoren

    Caroline Kanter, Silke Schmitt

    Serie

    Veranstaltungsberichte

    erschienen

    Rom, 23. März 2017