International Order in East Asia

Critical Reflections from Asian Perspectives

März 29 Donnerstag

Datum/Uhrzeit

29. – 30. März 2012

Ort

Osaka School of International Public Policy, Osaka University

mit

Professor Dr. Beate Neuss, Stellvertretende Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung

Typ

Workshop

Zweitägiger Workshop in Zusammenarbeit mit der Osaka School of International Public Policy (OSIPP) zur Entwicklung der regionalen Ordnung in Ostasien mit einer Keynote Speech von Prof. Dr. Beate Neuss, Stellv. Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung

Auch verfügbar in 日本語, English

Nach der Begrüßung durch den Dekan der Osaka School of International Public Policy (OSIPP), Toshiya Hoshino, zeigte Stefan Biedermann, stellvertretender Generalkonsul des deutschen Generalkonsulats in Osaka-Kobe, den Anwesenden asiatischen Experten auch anhand seiner persönlichen Lebensgeschichte als Bewohner des ehemaligen deutsch-deutschen Grenzgebiets die Bedeutung einer friedlichen politischen Integration für die Menschen in einer Region auf. Eine ähnliche Erfahrung für die Bevölkerung in Nord- und Südostasien sei wünschenswert und müsse als Ziel politischer Bemühungen in den zwischenstaatlichen Beziehung wahrgenommen werden.


Prof. Beate Neuss
Prof. Beate Neuss

Im Anschluss daran führte Prof. Beate Neuss, stellvertretende Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, mit einer Keynote Speech in die Veranstaltung ein. Hierbei betonte sie besonders die Bedeutung gemeinsamer Werte und Interessen als Grundlage für den Erfolg der europäischen Integration in der Vergangenheit und Zukunft. Auch der Mechanismus der Konferenz und später Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE bzw. OSZE) bzw. die dauerhafte Einbindung des sowjetischen Raums in die Belange Europas rief Sie als wichtigen Baustein der Entwicklung in Erinnerung. Trotz der sicherlich nicht von der Hand zu weisenden Unterschiede zwischen dem Europa des 20. und dem Asien des 21. Jahrhunderts, könne und sollte die europäische Geschichte zumindest als Anhaltspunkt und Wegweiser für die zukünftige regionale Entwicklung in Asien zu Rate gezogen werden.


Lam Peng-Er
Lam Peng-Er

In der ersten Session referierten Lam Peng-Er von der National University of Singapore und Pavin Chachavalpongpun vom ASEAN-Institute of Southeast Asian Studies zum aktuellen Stand der regionalen Integration in Asien und nahmen insbesondere zur Parallelität der verschiedenen Ansätze sowie im Detail zur Rolle der Association of Southeast Nations (ASEAN) Stellung. Bei der Beurteilung des Erfolgs der asiatischen Integration zeigten sie dabei wichtige Differenzen zwischen der Wahrnehmung durch die westlich geprägte Politikwissenschaft und regionale Experten auf.


Pavin Chachavalpongpun
Pavin Chachavalpongpun

Um die theoretische Grundlage dieser Diskussion zu verstärken analysierte Tang Shiping von der chinesischen Fudan University in einem anschließenden Vortrag den Begriff der (internationalen) „Ordnung“. Hierbei verwies er auf die Bedeutung mehrerer Definitionsebenen und -subebenen, namentlich

  1. Voraussagbarkeit sozialer Interaktionen,
  2. Abgrenzung zu anderen Begriffen (Autorität, Macht, Struktur, Stabilität und Legitimität)
  3. operationale Abgrenzung durch faktische Ausdehnung, Gewaltmonopol und Institutionalisierung
  4. Stabilität durch Gewaltmonopol, Institutionalisierung durch Wohlstandsverbesserung und Internalisierung
  5. normative Legitimität als holistische Prozesseigenschaft, die nur in einer liberalen Demokratie zu verwirklichen sei


Chin-fu Hung
Chin-fu Hung

Im folgenden Vortrag der zweiten Session zeigte Chin-fu Hung von der taiwanesischen National Cheng Kung University die Bedeutung der Internetmedien oder New Social Media für die gesellschaftliche Entwicklung in der Volksrepublik China sowie deren mögliche Auswirkung auf die zukünftige Entwicklung der regionalen Gesellschaft und Ordnung, bevor Haruko Satoh von der Osaka School of International Public Policy in Ihrem Vortrag die Rolle Japans als kulturell asiatisches Land mit westlichen Werteeinflüssen auch im Hinblick auf Japans Perspektive auf mögliche Integration mit seinen direkten Nachbarn betrachte.


Hahnkyu Park
Hahnkyu Park
Zainuddin Djafar
Zainuddin Djafar
Herman Kraft
Herman Kraft

Am zweiten Veranstaltungstag widmeten sich in der dritten und letzten Session Hahnkyu Park, Kyung Hee University, Korea, Keokam Kraisraphong, Chulalongkorn University, Thailand, Zainuddin Djafar, University of Indonesia, Arpita Mathur, ehemals Nanyang Technological University, Singapur, und Herman Kraft, University of the Philippines, abschließend noch einmal der Definition regionaler und nationaler Interessen in Asien, wobei entsprechend den Aussagen der Keynote Speech von Prof. Neuss deren eminente Bedeutung für die bisherige und weitere Entwicklung der regionalen Integration hervorgehoben wurde.

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Die gemeinsam mit der Osaka School of International Public Policy (OSIPP) organisierte Veranstaltung "International Order in East Asia" wurde durch eine Keynote Speech der stellv. KAS-Vorstitzenden Prof. Beate Neuss eröffnet.

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Durch detaillierte Nachfragen und Kommentare, wie hier durch Herrn Tang Shiping von der Fudan University, wurden die qualitativ hochwertigen Vorträge der einzelnen Sessions weiterentwickelt und ein tiefgehender, sachlicher Meinungs- und Gedankenaustausch in Gang gesetzt.

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Auch der Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Tokyo, Jörg Wolff, brachte sich mehrfach aktiv in die Diskussionen ein und konnte somit die deutsche Perspektive sowie europäische Erfahrungen mit Integrationsprozessen in die Überlegungen der Experten einfließen lassen.

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