Japan, India and Germany in a Changing World

März 26 Dienstag

Datum/Uhrzeit

26. März 2013, 10.00 - 18.00

Ort

Nippon Foundation, Tokyo

Typ

Symposium

Trilaterales Symposium in Zusammenarbeit mit dem Institute for International Policy Studies und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin.

Auch verfügbar in 日本語, English

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In einer mehrjährigen Veranstaltungsreihe zu den trilateralen Beziehungen zwischen Japan, Deutschland und den einzelnen Staaten der BRICS Länder veranstaltete das Auslandsbüro Japan am 26. März 2013 ein internationales Symposium zum Thema Japan, India and Germany in a Changing World.

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Das Symposium setzte sich aus vier Keynote-Vorträgen und drei Paneldiskussionen zu unterschiedlichen Themenblöcken zusammen und wurde durch begrüßende Worte des JDZB-Präsidenten und ehemaligen japanischen Botschafters in Berlin, Herrn Yushu Takashima, sowie Herrn Jörg Wolff, Leiter des KAS Auslandsbüros, eröffnet. Anschließend gab Herr Ken Sato, Präsident des IIPS, eine kurze thematische Einführung in die Veranstaltung.

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In einer ersten Keynote Speech beschäftigte sich Volker Stanzel, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Japan, mit der Rolle Deutschlands und Europas in einer G20 Welt, während Frau Yoriko Kawaguchi, Mitglied des japanischen House of Councillor und ehemalige Außenministerin, in ihrer Rede die japanische Sicht auf die Veränderungen im regionalen Machtgefüge Ostasiens schilderte.

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Shyam Saran, Chairman des National Security Advisory Board und ehemaliger indischer Foreign Secretary, ergänzte daraufhin die Bedeutung wertegebundener Partnerschaften zur Entwicklung angemessener Institutionen für eine multipolare Weltordnung, bevor Elmar Brok, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Committee on Foreign Affairs, seine Einschätzung zur Entwicklung der Rolle der EU in dieser neuen globalen Umgebung präsentierte.

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Im ersten Panel unter Moderation von Brahma Chellaney, Professor of Strategic Studies, Center of Policy Research, stand die Frage im Vordergrund, in welcher Weise die drei Länder tatsächlich miteinander verbunden seien und welche Rolle hierfür ihre geteilte Wertebasis als freiheitliche Demokratien spielt. Dabei kam auch bereits die mögliche Fortsetzung einer stärkeren Zusammenarbeit der drei Staaten bei der Reform der Vereinten Nationen und speziell des VN Sicherheitsrates zur Sprache, die insbesondere von japanischer und indischer Seite durch die Herren Lalit Mansingh, Prof. Emeritus, Foreign Service Institute of India und ehemaliger indischer Foreign Secretary, und Hiroshi Hirabayashi, Präsident der Japan-India Association und ehemaliger japanischer Botschafter in Indien, nachdrücklich befürwortet wurde. Heinrich Kreft, Director General for Public Diplomacy and Dialogue among Civilizations im Auswärtigen Amt, ergänzte und unterstrich die besondere Verantwortung zur Verbreitung und Förderung demokratischer Prinzipien und Werte in den verschiedenen Regionen der Welt. Auch ähnliche Interessen in den bereichen nicht-traditioneller Sicherheit wurden als wichtige Ansatzpunkte zur Vertiefung der zwischenstaatlichen Beziehungen identifiziert.

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Im zweiten Panel, moderierte von Herrn Manfred Hoffmann, Executive Director, Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan, wechselte der Fokus auf die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung Asiens und die Potentiale der ökonomischen Beziehungen zwischen den drei Staaten. Die trilateralen Beziehungen dürften nicht ausschließlich auf Regierungsebene betrachtet werden. Der Vortrag von Herrn Friedolin Strack, Direktor für Asien, Nahost und Außenhandelsförderung des Bundesverbands der Deutschen Industrie, ließ keinen Zweifel, dass die Bedeutung Asiens auch für Europa und insbesondere Deutschland stetig wachse, wobei speziell China von besonderem Interesse bleibe, das spätestens zu diesem Zeitpunkt ein zentrales Thema der Veranstaltung wurde. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan, Indien und Deutschland blieben, wie vor allem die beiden anderen Panelisten Herr Yoshihiro Watanabe, Chairman des Standing Committee des Japan-India Business Cooperation Committee und Managing Director des Institute for International Monetary Affairs, sowie Frau Vijaya Bajpai, Ostasienexpertin in der International Division der Confederation of Indian Industry, betonten, dem entgegen hinter ihren Möglichkeiten zurück, könnten aber beispielsweise durch in Aussicht stehende Freihandelsabkommen und vorgesehene Investitionszuwächse gefördert werden.

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Das abschließende dritte Panel thematisierte unter Leitung von Herrn Shinichi Kitaoka, Professor am National Graduate Institute for Policy Studies, Präsident der International University of Japan, Executive Director of Research bei IIPS und früherer japanischer Botschafter bei den Vereinten Nationen, die Unsicherheiten im sicherheitspolitischen Gefüge Ostasiens und deren Auswirkungen auf Europa. Nach einem einleitenden Vortrag durch Herrn Nobushige Takamizawa, Präsident des National Institute for Defense Studies und ehemaliger Director General Defense Policy Planning des japanischen Ministry of Defense, erkannten alle Panelisten einstimmig die entscheidende, jedoch nicht zwingend stabilisierende Rolle der Volksrepublik, die Bedrohung durch Nordkorea sowie die bleibende Wichtigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika. Weiterhin von herausragender Bedeutung für alle drei Länder bleibe auch, wie unter anderem Herr Ulrich Schlie, Director General Security and Defence Policy im Bundesministerium der Verteidigung, in seinem Kommentar unterstrich, die zukünftige Entwicklung in Afghanistan und Pakistan. Nicht zu vergessen sei ebenfalls, wie Brahma Chellaney als dritter Panelist erinnerte, die zunehmende Bedeutung einer expansiven Resourcenpolitik bestimmter Länder sowie die auch dadurch verstärkte Störung des internationalen Gleichgewichts. Auch die Taiwan-Frage fand zuletzt als gemeinsam erkannte Herausforderung Eingang in die Diskussionen. Schwieriger als die Feststellung und Identifikation der vorliegenden Risiken bleibe jedoch die Suche nach angemessenen und wirkungsvollen Reaktionen und Stabilisierungsmaßnahmen, die durch die wachsende Vielschichtigkeit der Verhältnisse weiter kompliziert werde.

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Die Veranstaltung endete mit einer Zusammenfassung durch Frau Beatrice Gorawantschy, Leiterin des Teams Asien und Pazifik der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Ansprechpartner

Thomas Yoshimura

Referent PASTIS

Thomas Yoshimura
Tel. +49 30 26996-3496
Fax +49 30 26996-53496
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Naoko Ogawa