Anmerkungen zur Reform des Gesetzes Ley 30 aus 1992. Gesetz zur Höheren Bildung
Policy Paper CPSXXI
Auch verfügbar in Español
Die Corporación Pensamiento Siglo XXI stellt ein neues Dokument aus der Reihe seiner “Policy Papers” vor, das mit Unterstützung der Konrad Adenauer Stiftung erarbeitet wurde. Dieses Paper enthält Beiträge des ehemaligen Erziehungsministers, Dr. Jaime Arias Ramírez, zur aktuellen Situation der höheren Bildung in Kolumbien.
Die Publikation ist in drei Teile gegliedert: erstens eine Übersicht über die Problematik, wobei Arias betont, dass „eine eigentliche Krise nicht existiert, obwohl es Probleme mit einem grossen Verbesserungsbedarf gebe.“ Vor allem weil das System aufgrund des Gesetzes Ley 30 aus 1992 sowohl quantitativ als auch qualitativ gewachsen sei und darüber hinaus eine grosse Anzahl von Vorteilen biete, die normalerweise bei Reformen nicht berücksichtigt würden.
In diesem Sinne weist er auch darauf hin, dass eine umfassende Sicht erforderlich sei, um die Problematik der höheren Bildung von Grund auf zu verstehen, denn wenn es eine Krise gebe, dann nicht in der höheren Bildung sondern in mehr im Bereich der Vorschule sowie Grund- und Hauptschulen.
Im zweiten Teil der Publikation, mit dem Titel “Welche Universität braucht Kolumbien im 21. Jahrhundert?”, hebt Arias hervor, dass es für eine Ausweitung des aktuellen Bildungssystem ohne Qualitätsverlust unumgänglich sei, Bildungsmassnahmen und Mechanismen zu entwickeln, die mit dem Institut für Höhere Bildung abgestimmt werden, bevor daran gedacht werden könne, ausländische oder lokale Investoren mit Gewinnabsicht anzuziehen.
Arias fügte hinzu, dass die verschiedenen Kategorien von Bildungeinrichtungen, angefangen bei den technisch orientierten bis hin zu den Universitäten mit hohem wissenschaftlichen Forschungsauftrag, gefördert werden sollten. Und wenn es wirklich gewinnorientierte Investitionen gebe, sollten diese auf die technische und technologische Ausbildung beschränkt bleiben, da auf diesen Gebieten in Kolumbien am wenigsten qualitativ hochwertige Angebote exisitierten. In diesen Bereichen benötige dieses Land am meisten Wachstum und hier könnten die Erfahrungen anderer Länder am ehesten für die lokalen Bedürfnisse genutzt werden.
Im dritten Teil kommentiert der ehemalige Erziehungsminister abschliessend den Reformentwurf zum Gesetz Ley 30 aus 1992, in dem betont werde, dass „der Grossteil der Artikel annehmbar“ sei.
Weiterhin schlägt er verschiedene Lösungsmöglichkeiten vor, wie mehr die Nachfrage als das Angebot erhöht werden sollten, sowohl der staatlichen als auch der privaten Einrichtungen. Innerhalb dieser sollten die begabten Jugendlichen aus allen Gesellschaftsschichten und der Einsatz fähiger Professoren, talentierter Studenten und effizienter didaktischer Medien gefördert werden.
Dr. Arias beschliesst seine Ausführungen mit der Empfehlung, dass in Kolumbien mehr Anreiz für eine technische und technologische Ausbildung gegeben werden sollte, als Antwort auf die Anforderungen des künftigen Güter- und Dienstleistungsmarktes, weil definiert werden müsse, welche Art von Forschung das Land benötige und was realisierbar sei.
Trotzdem bietet, nach seiner Auffassung, die vorgeschlagene Regelung nicht genügend effiziente Lösungen für viele der latenten Probleme, die zu Beginn des Dokuments beschrieben wurden. Auch wenn er die Einschränkung macht, dass „nicht alle Probleme mit gesetzlichen Vorschriften gelöst werden könnten und andererseits, viele Normen verabschiedet würden ohne damit wirklich die konkreten Probleme lösen zu wollen“.
Serie
Veranstaltungsbeiträge
erschienen
Kolumbien, 9. Februar 2012