ILLEGALE WIRTSCHAFT VERSUS UNTERNEHMENSINITIATIVE: AUSWIRKUNGEN EINER ILLOYALEN KOMPETENZ

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Im Rahmen des Projekts “Hacia una economía social de mercado: Retos institucionales, empresariales y ciudadanos” (Auf dem Weg zu einer Sozialen Marktwirtschaft: Herausforderungen für Institutionen, Unternehmen und Bürger) fand am Donnerstag, dem 10. August 2017 die vierte Expertenrunde im Institut für Politikwissenschaften (ICP) Hernán Echavarría Olózaga statt. Das zentrale Thema des Treffens war die Funktionsweise der illegalen Wirtschaft und deren negative Auswirkungen auf Initiativen von Unternehmen.

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ILLEGALE WIRTSCHAFT VERSUS UNTERNEHMENSINITIATIVE: AUSWIRKUNGEN EINER ILLOYALEN KOMPETENZ

Der akademische Leiter des ICP, Andrés Molano, begrüßte die Anwesenden und erklärte den Ablauf der Veranstaltung. Er betonte wie wichtig solche Diskussionsmöglichkeiten seien, da sie zu einem Austausch zwischen Regierung, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft beitragen. Unter den Teilnehmern befanden sich Vertreter des öffentlichen, privaten und akademischen Sektors, die wichtige Argumente für eine Analyse der illegalen Wirtschaft und deren Auswirkungen auf Zivilgesellschaft und wirtschaftliche Initiativen sowie Ideen für mögliche Lösungen des Problems lieferten.

Die Diskussion drehte sich hauptsächlich um das Fehlen staatlicher Gewalt in einigen Teilen des Landes. Das begünstige die Entwicklung illegaler Unternehmen und legitimiere sie in den Augen der lokalen Bevölkerung. Man dürfe sich nicht nur auf die Bekämpfung der „großen Fische“ der illegalen Wirtschaft konzentrieren, sondern die Aktionen auch mit lokalen Maßnahmen kombinieren.

Auch spiele die Justiz eine große Rolle in dieser Diskussion, da die staatlichen Organe nicht in der Lage seien, die Verantwortlichen für Straftaten die im Rahmen der illegaler Wirtschaft zur Verantwortung zu ziehen oder gar Strafen einzuführen, die die Kette der Illegalität unterbrechen könnten. Einige Vertreter des Wirtschaftssektors betonten, dass die Überregulation, die der Staat auf kolumbianische Unternehmer ausübe, negative Auswirkungen auf Investitionen habe und eine übermäßige Kräftekonzentration darstelle. Dadurch werde den Auswirkungen der illegalen Wirtschaft nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Man war sich darüber einig, dass das Problem vom Drogenhandel getrennt betrachtet werden sollte. Auch wenn der Drogenhandel eine zentrale Ursache der illegalen Wirtschaft darstelle, müsse man mit der Bekämpfung der vielen anderen, kleinen Ursachen zu beginnen.

Die Teilnehmer stimmten auch darin überein, dass die Justiz sehr ineffizient sei und keine wirklichen Resultate hervorbringe. Obwohl das gesetzgeberische System in Kolumbien auf internationaler Ebene gelobt werde, es doch in der Praxis versage. Auch müssten die Richter zur Ausgrenzung der Verantwortlichen in der illegalen Wirtschaft, auf allen sozialen Ebenen ermöglichen.

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Veranstaltungsberichte

erschienen

Kolumbien, 11. August 2017