Nationalen Treffen der Versöhnungskommission über ihre Arbeit für Versöhnung und Frieden in Kolumbien teil

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Am 26. Juni 2018 nahmen wir am Nationalen Treffen der Versöhnungskommission über ihre Arbeit für Versöhnung und Frieden in Kolumbien teil. An der Veranstaltung in der Kolumbianischen Bischofskonferenz nahmen außer Kirchenvertretern aus 15 ehemaligen Konfliktregionen, auch Experten der Kommission, Vertreter verschiedener Diözesen, des Erzbistums sowie regionaler Versöhnungskommissionen teil.

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Nationalen Treffen der Versöhnungskommission über ihre Arbeit für Versöhnung und Frieden in Kolumbien teil

Es sollten vor allem die aktuellen Bedürfnisse der Bevölkerung auf regionaler und lokaler Ebene als Voraussetzung für Versöhnung und Frieden identifiziert werden. Weiterhin sollte die Arbeit der Kirche in den Regionen vorgestellt und Kontakte zwischen den einzelnen Regionen und Institutionen hergestellt werden, damit die Friedensbemühungen effizienter gestaltet werden können. Das Treffen war in vier Themenblöcke aufgeteilt, zwei am Vormittag und zwei am Nachmittag.

Im ersten Block stellten die Teilnehmer zunächst ihre regionalen Projekte zur Förderung von Versöhnung und Frieden vor. Im zweiten Block diskutierte man in sechs Arbeitsgruppen über spezifische Probleme der einzelnen Regionen, wobei unterschiedliche Perspektiven des Friedensprozesses und des Postkonflikts angesprochen wurden. Im Ergebnis betonte die Gruppe “Kommunikation und Versöhnung für den Frieden” die Notwendigkeit, den Betroffenen psychosoziale Hilfe zu bieten. Die zweite Arbeitsgruppe hatte die Friedenspädagogik zum Thema; dabei wurde das erfolgreiche Beispiel der Korporation für Entwicklung und Frieden in Córdoba und Urabá “Cordupaz” vorgestellt, die mit Unterstützung der Diözesen Workshops zum Thema Kommunikation und Frieden durchführt. In der Arbeitsgruppe “Management, Überwachung und Evaluierung von Projekten” konzentrierte man sich auf einen effizienten Einsatz der Finanzen. Die vierte Arbeitsgruppe “Erziehung und Ausbildung” behandelte die Einbeziehung von Seelsorgern in Schulungsprojekte. In der Arbeitsgruppe „Umsetzung der Friedensvereinbarungen“ wurden verschiedene Ansichten zum Thema diskutiert. In der sechsten Gruppe „Einfluss der Politik und Stärkung der Zivilgesellschaft“ behandelte man die wichtigsten Herausforderungen für die Konstruktion von Public Policies unter Einbeziehung der Bevölkerung.

Der zweite Block bestand aus einem Panel mit Vertretern der Versöhnungskommission; Teilnehmer waren: der Erzbischof von Tunja, Monseñor Luis Augusto Castro; der Politologe Ernesto Borda Medina; der ehemalige Botschafter Kolumbiens in Deutschland, Juan Mayr; die Wirtschaftswissenschaftlerin Consuelo Corredor sowie das Vorstandsmitglied der Universidad Minuto de Dios, Padre Camilo Bernal. Es wurde in erster Linie die Zukunft des Landes angesichts der momentanen Polarisierung und der Bemühungen um eine Versöhnung diskutiert. Dabei stellte zunächst jeder Panel-Teilnehmer die Thematik aus seiner Sicht dar; anschließend hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen an die Experten zu stellen. Zum Abschluss hatten die Teilnehmer aus den Regionen an den Informationsständen der einzelnen Projekte, die Möglichkeit zum Gespräch mit den Experten. Auch die KAS war mit einem Stand vertreten, wo deren Mission und Projekte in Kolumbien erklärt und Publikationen verteilt wurden. Dabei zeigten vor allem die Teilnehmer aus entlegeneren Regionen des Landes großes Interesse an der Arbeit der KAS in den Regionen.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Kolumbien, 27. Juni 2018