Sozio-kulturelle Kurzinformationen

Geographische Lage Die Demokratische Republik Kongo ist der drittgrößte Staat in Afrika und mit 2.345.410 km² ca. 6,6 x so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Eine 9.165 km lange gemeinsame Grenzen besteht zu den Staaten: Republik Kongo (Brazzaville) im Westen, Zentralafrikanische Republik im Norden, dem Sudan im Nordosten, Uganda, Ruanda, Burundi und Tansania im Osten, Sambia im Südosten und Süden, Angola im Süden und Südwesten. Die 40 km lange Küste nördlich der Kongomündung stellt die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar. Diese trennt die angolanische Exklave Cabinda vom Rest der Republik Angola ab. Hier befinden sich unter anderem Erdölvorkommen. Im Osten des Landes befindet sich die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens, die die Ostgrenze bildet. Dazu gehören unter anderem (von Nord nach Süd) der Albertsee, Eduardsee, Kivusee und Tanganyika-See. Sie birgt darüber hinaus mit die bedeutendsten Bodenschätze Afrikas. Da sich das Land beiderseits des Äquators befindet, herrscht Äquatorialklima: kontinuierlich warm und feucht, dennoch mit Nuancen gemäß der geografischen Breite und der Höhenlage: heiß und feucht im äquatorialen Flussbecken und in der Hauptstadt Kinshasa, kühler und trockener im südlichen Hochland um Lubumbashi, kühler und feuchter in Kisangani und im östlichen Hochland. Nach dem Amazonasgebiet weist das Kongobecken den zweitgrößten Bestand an tropischem Regenwald mit reicher Biodiversität auf. Dazu kommen die artenreichen Bergregenwälder im Osten des Landes, u.a. bekannt als Heimat der Berggorillas. Diese Wälder sind stark gefährdet durch die Nachfrage nach tropischen Hölzern (siehe auch: Bericht des KAS-Büros zum Klimawandel). Bestandsaufnahmen, Schutz und Aufforstungen wurden bisher nicht systematisch durchgeführt. Die Regierung von J. Kabila hat sich zwar bereit erklärt, dem Umweltschutz größere Priorität einzuräumen. Dazu ist es aber bis heute auch nach der Einsetzung einer demokratischen Regierung nicht gekommen. Das Fachwissen in den Ministerien ist limitiert. Demographische Daten Die gesamte Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo wird auf 62 Millionen Menschen geschätzt, allein 8 bis 10 Millionen wahrscheinlich davon in der Hauptstadt Kinshasa.

Zu den wichtigsten Städten zählen, Lubumbashi 1.283.380 Einw., Mbuji-Mayi 1.213.726 Einw., Kisangani 682.599 Einw. und Bukavu 471.789 Einw. (Stand 2004). Die gesamte Stadtbevölkerung wird auf 30% geschätzt. Knapp die Hälfte der Bevölkerung (47,5%) ist weniger als 15 Jahre alt, 50% sind zwischen 15 und 64 Jahren alt und 2,5% haben das Alter von 65 und mehr Jahren. Die DR Kongo ist ethnisch, linguistisch und soziokulturell äußerst heterogen. Insgesamt leben in der DR Kongo 200 bis 250 Volksgruppen. Die wichtigsten heute sind die Luba (18%), die Mongo (17%), die Bakongo (16%), die Banyarwanda (13%), die Zande (8%) und die Lunda (5%). Einige Quellen gehen von der Existenz von etwa 200 Sprachen aus, die sich wiederum in 25 linguistische Gruppen gliedern. 4 Hauptsprachen werden als Nationalsprachen angesehen: Lingala, Kisuaheli, Kikongo und Tshiluba. Die Amts- und Schriftsprache Französisch ist sicherlich als ein wichtiger Faktor zu sehen, der dazu beiträgt den staatlichen Zusammenhalt zu sichern. Mehr als 80% der Bevölkerung bekennen sich zu christlichen Religionen. Mit 50% ist die Katholische Kirche die einflussreichste Konfessionsgemeinschaft; 20% sind Evangelisch und 10% gehören der einheimischen christlichen Kirche der Kimbanguisten an. Daneben gibt es kleine muslimische Gemeinden. Die verbleibenden ca. 10% hängen traditionellen Religionen an. In den letzten Jahren haben afrikanische Freikirchen eine zunehmende Bedeutung erlangt.