7. Internationale Konferenz von KAS Korea und RINSA

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Am 24. Mai 2017 richteten die Konrad Adenauer Stiftung Korea und das Research Institute for National Security Affairs (RINSA) der Korea National Defense University zum bereits siebten Mal die RINSA-KAS Joint International Conference aus.

7. Konferenz KAS u. RINSA

Das Thema der diesjährigen Zusammenkunft lautete: "Die Neue US-Administration und Ihre Allianzbeziehungen: Veränderung und Kontinuität". An der Konferenz nahmen aus Deutschland die Mitglieder des parlamentarischen Verteidigungsausschusses, Frau MdB Gisela Manderla und Herr MdB Robert Hochbaum sowie Herr Sebastian Feyock von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), der auch Mitglied im Arbeitskreis "Junge Sicherheitspolitiker" der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) ist, teil. Insgesamt zählte die Konferenz rund 200 Teilnehmer. Die Veranstaltung wurde hauptsächlich auf Englisch abgehalten und simultan ins Koreanische übersetzt.

Stefan Samse (Leiter des KAS Korea-Büros) und Prof. Young-Ho Kim (Generaldirektor von RINSA) eröffneten die Konferenz. Weitere Ansprachen wurden von Prof. Byeong-Jo Kim (Präsident der Korea National Defense University), Oliver Sperling (Leiter der politischen Abteilung der deutschen Botschaft Seoul) und Robert Hochbaum (MdB und Mitglied des Verteidigungsausschusses) gehalten.

Es folgte der erste Teil der Konferenz, dessen Thema "Bedrohungsanalyse in Nordostasien und Europa" von den Podiumsteilnehmern eingehend vorgestellt und diskutiert wurde. Prof. Beom-Chul Shin (Korea National Diplomatic Academy) analysierte die Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien. Er kam zu dem Schluss, dass es "demnächst" zu Verhandlungen mit Südkorea, Nordkorea, den USA und China kommen sollte und müsse. Prof. Jae-Woo Joo (Kyung Hee University), der sich mit Chinas Aufstieg und der globalen Sicherheitsordnung auseinandersetzte, sieht vor allem die ideologischen Differenten zwischen China und den USA als ein Problem an. Dadurch, dass sich die Ideologien beider Länder gegenseitig ausschließen, bezeichnete er die Zukunftsaussichten für das sicherheitspolitische Verhältnis beider Länder als "düster". Gisela Manderla beleuchtete die globale Sicherheit aus europäischer Perspektive: Russland sei die Hauptbedrohung für die Sicherheit in Europa, aber auch der Islamische Staat und der Korea-Konflikt seien für Europa von hoher Bedeutung. Die neue US-Regierung, so Frau Manderla, lasse derzeit eine klare Strategie in der Außen- und Sicherheitspolitik vermissen. Die ganz grundlegenden Rahmenbedingungen der US-Politik hätten sich jedoch nicht geändert. Tragende Säule sei die NATO.

In der anschließenden Diskussion wurde geäußert, dass auch Deutschland in die Lösung des Atomstreits mit Nordkorea involviert sein sollte, da die wirtschaftlichen Beziehungen zu Südkorea sehr stark sind und Südkorea zudem ein "Partner" der NATO ist. Was Europa angeht, so sei Russland die größte Bedrohung für die Sicherheit in Europa, was vor allem daran läge, dass Russland die rechtspopulistischen Parteien Europas unterstütze und somit indirekt bei der Verbreitung anti-europäischer Sentiments mitwirke.

Das Thema des zweiten Teils der Konferenz lautete "Ausblick auf künftige Entwicklungen der Allianzsysteme". Prof. Geun-Wook Lee (Sogang University), sprach über die Veränderungen der Allianzstrategien durch die neue US-Administration und kam zu dem Schluss, dass Supermächte wie die USA und China sich ihrer internationalen Verantwortung bewusst sein müssen und in internationalen Konflikten in jedem Fall verantwortungsbewusst handeln müssen. Daran anschließend analysierte Prof. Hyun-Wook Kim (Korea National Diplomatic Agency) die Zukunft der Allianz zwischen Südkorea und den USA. Präsident Trump und Präsident Moon müssten die Interessen des jeweils anderen respektieren und sich bemühen das Vertrauen zwischen den politisch Verantwortlichen in beiden Staaten aufrechtzuerhalten. Würden nur die eigenen Interessen gesehen und verfolgt, könne dies zu einer Schwächung der Allianz insgesamt führen. Die mögliche künftige Rolle der NATO in der globalen Sicherheitsarchitektur skizzierte Sebastian Feyock. Die NATO sei weiterhin offen für neue Mitglieder - und neue Partner. Partner wie Südkorea seien wichtig. Beide Seiten würden das Wertesystem teilen und sähen sich ähnlichen sicherheitspolitischen Herausforderungen gegenüber. Er schlug vor, dass man die Zahl der Verbindungsbüros der NATO erhöhen könne und diese auch in Partnerstaaten eröffnen könnte.

Die anschließende Diskussion drehte sich vor allem um eine mögliche Amtsenthebung des US-Präsidenten und das Engagement der USA in und für die NATO. Die Podiumsteilnehmer kamen zu dem Schluss, dass sich das US-Engagement auf Grund der unklaren Strategie in der US-Sicherheits- und Außenpolitik stetig ändern könne. Gisela Manderla betonte in Ihrem Schlussbeitrag nochmals die außerordentlich hohe Bedeutung internationaler Kooperation. Das sei der wichtigste Faktor, wenn es um globale Sicherheit und Frieden gehe.

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erschienen

Korea, 24. Mai 2017