Erlebnisraum Europa

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Die Europäische Union nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Politische Entscheidungsfindungen verlagern sich stärker auf die europäische Ebene. Um die europäischen Bürger/innen an der Entwicklung und der Integration der EU teilhaben zu lassen, müssen sie deren gemeinsame Werte und Grundsätze verstehen. Die Menschen müssen in die Lage versetzt werden, sich im politischen Raum Europa zurecht zu finden. Sie benötigen Kenntnisse, nicht nur über den geografischen Raum und den institutionellen Aufbau, sondern auch über die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Europapolitische Bildung muss daher Transparenz in den Strukturen schaffen, in denen sie sich derzeit bewegen und in denen sie sich künftig bewegen sollen.

Schulische Bildung ist dabei ein sehr wichtiger Vermittlungsraum für die europäische Idee. Doch in vielen Ländern kommt „Europa“ kaum in den Lehrplänen vor und es mangelt an europäischen Inhalten in den Schulbüchern. So auch in den baltischen EU Staaten. Aus diesem Grund haben die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Fakultät für Pädagogik und Psychologie der Universität von Lettland und das Jaan Tönisson Institut aus Estland das Projekt „Adventure Sphere Europe“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Bildungsministerien, relevanten Nichtregierungsorganisationen sowie 22 Lehrer/innen, Pädagog/innen und Europa-Expert/innen aus Deutschland, Lettland und Estland entstand ein starkes und erfahrenes Team, dessen Ziel es war, ein Handbuch für die europapolitische Bildung zu entwickeln. Unterstützt vom Institut für Internationale Bildung (CIVIC) in Düsseldorf arbeiteten die Beteiligten an neuen Konzepten für eine bessere Vermittlung des Themas Europa an Jugendliche.

Das Handbuch „Erlebnisraum Europa“ stellt didaktische Möglichkeiten der europabezogenen Bildung dar und versucht Lehrerinnen und Lehrern innovative und kreative Wege aufzuzeigen um die gemeinsame europäische Geschichte, Werte und Ideen sowie das politische Zusammenspiel der EU-Institutionen verständlich und interaktiv vermitteln zu können.

Gemeinsam erarbeitete man im Oktober 2009 während einer Kick-Off Konferenz die wichtigsten Themen und Schwerpunkte, im Rahmen von vier weiteren Workshops wurden dann Konzepte für eine interaktive Methodik im europapolitischen Unterricht entwickelt.
Um möglichst viele Menschen in Estland und Lettland zu erreichen, wurde das Lehrbuch in lettischer, estnischer und russischer Sprache veröffentlich. Auf diese Weise garantierte man die Einbindung der russischsprachigen Minderheit in die europapolitische Bildung in den baltischen Staaten.

Zur Einführung des Handbuches finden zahlreiche Workshops für Lehrer in Estland und Lettland statt. Das Ziel dieser Seminarreihe ist, die Lehrer mit dem Handbuch und den darin enthaltenen Methoden vertraut zu machen sowie die Einbeziehung der Materialien in den Unterricht zu gewährleisten.
„Erlebnisraum Europa“ bietet Lehrern und Schülern in Estland und Lettland die Möglichkeit die Weiterentwicklung und das Gelingen der europäischen Idee aktiv mit zu gestalten.