Vom Grand Vizir zum Regierungschef

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Gegenstand der Studie ist das Amt des Regierungschefs in Marokko. Die Methodik basiert weniger auf Texten und politischen Theorien oder einer isolierten Analyse des Amts des Regierungschefs. Sie stützt sich vielmehr auf die praktische Arbeitsweise der Institutionen, die politischen Abläufe und vor allem auf einen Vergleich zwischen diesem politischen Amt in Marokko, Frankreich und Großbritannien.

Ziel ist es, bestimmte Vorstellungen und Ideen zu entmystifizieren, die von dem Amt des Regierungschefs existieren. Diese empirische Vorgehensweise wurde angewandt, damit die Studie konstruktiv und gewinnbringend ist.

Ziel dieser Studie ist es nicht, den Erfolg oder das Scheitern des Amts des Regierungschefs von verfassungsrechtlichen Regelungen oder rechtlichen Verfahren herzuleiten, da politische Institutionen in der Regel evolutionär und variabel sind.

Das Amt des Regierungschefs wird aus mehreren Blickwinkeln präsentiert – historische, politische, juristische und soziologische Aspekte werden behandelt. Die Herausforderung besteht nicht so sehr darin, die utilitaristischen Aspekte der Funktion des Regierungschefs zu analysieren, sondern die Trennungslinien hervorzuheben, die diese Funktion definieren, ihr ihre Bedeutung und ihr Gewicht verleihen. Diese sind im Laufe der Geschichte und von den verschiedenen Völkern unterschiedlich wahrgenommen worden. Es spielt keine Rolle, ob die Regierung schneller oder langsamer arbeitet, wenn das erste und grundlegende Ziel darin besteht, ein Gleichgewicht innerhalb der Exekutive zu erreichen.

erschienen

Marokko, 13. November 2017