Top of the Blogs 2017 #2

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Gambias Yahya Jammeh plünderte die Staatskassen bevor er das Land verließ
qz.com
Es gibt gute und schlechte Nachrichten für die Einwohner Gambias. Die gute Nachricht ist, dass der ehemalige Staatspräsident Yahya Jammeh endlich auf dem Weg ist ins Exil nach Äquatorialguinea. Der Zusammenschluss westafrikanischer Führungsmächte ECOWAS hat ihn gedrängt, sein Amt niederzulegen. Lynsel Chutel berichtet allerdings auch über schlechte Nachrichten für das kleine Land: Jammeh verlässt Gambia mit geschätzten 11 Millionen Dollar aus der Staatskasse. Nachfolger Adam Barrows Amtszeit beginnt nun mit finanziellen Schwierigkeiten.

Kameruns Zukunft: Einheit in Vielfalt
africablogging.org
Kaum ein Land ist kulturell so vielseitig wie Kamerun: mit über 200 verschiedenen Volksstämmen und 150 Dialekten ist es neben Kanada außerdem das einzige Land, indem Englisch und Französisch offizielle Amtssprachen sind. Anne Marie Befoune erklärt, warum genau das zu einer Spaltung in der Gesellschaft führt. Im öffentlichen Dienst und bei offiziellen Ansprachen des Präsidenten wird ausschließlich Französisch gesprochen. Das politische Geschehen findet nur in den frankophonen Provinzen des Landes statt. Die englischsprachige Bevölkerung fühlt sich ausgeschlossen, wird oft belächelt und als „Anglos“ bezeichnet. Befoune kritisiert die Regierung, die die Spaltung der Gesellschaft trotz Protestbewegungen ignoriert und diskutiert Lösungen für das Problem.

Drei Lehren über Burundis Krise aus Gesprächen mit politischen Flüchtlingen
africanarguments.org
300.000 Menschen haben ihr Heimatland Burundi verlassen und Unterschlupf in den Nachbarländern Tansania, Uganda oder Ruanda gesucht. Die Regierung Burundis behauptet, das Land sei politisch stabil und Oppositionelle hätten nichts zu befürchten. Und das wird von internationalen Behörden nur zu gerne geglaubt. Aber wie denken betroffene Flüchtlinge darüber? Richard Moncrieff stellt die Ergebnisse einer Studie vor, für die Exil-Burundier interviewt wurden. Viele der Flüchtlinge wurden von Polizei oder von Milizen der regierenden Partei bedroht, weil sie nicht einer Meinung mit der Regierung waren. Sie halten Burundi für politisch instabil und eine Rückkehr für zu gefährlich.

Wie Kenia die gesundheitliche Versorgung älterer Generationen sicherstellen kann
theconversation.com
Weltweit beschäftigen sich Experten mit dem Phänomen alternder Gesellschaften. In einem Interview mit Gesundheitsredakteurin Joy Wanja Muraya hakt Lucy Maina nach: Welche Konsequenzen hat diese demographische Entwicklung für Kenia? Dank verbesserter medizinischer Versorgung und vielseitigerer Ernährung steigt die Lebenserwartung, doch der afrikanische Kontinent ist dafür nicht hinreichend aufgestellt. Risiken ergeben sich für die älteren Generationen vor allem daraus, nicht finanziell abgesichert zu sein. Außerdem fehlt es an gesundheitlicher Versorgung. Muraya betont, dass auch Kenia bessere medizinische Ausrüstung und gesetzliche Absicherung braucht. Bisher ist die Versorgung alter Menschen hauptsächlich Angelegenheit der Familien – das ist langfristig aber keine Lösung.