Top of the Blogs 2017 #11

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Diese Woche liegt der Fokus von Top of the Blogs auf dem urbanen Afrika mit Themen zur dortigen Wirtschaft und anstehenden Wahlen. Die nächste Woche in Kenia stattfindende Parlamentswahl ist hart umkämpft und Blogger Ahmed Salim zeigt sich besorgt darüber, dass die wirtschaftliche Entwicklung, als eines der Schlüsselthemen, maßgeblich beeinflussen wird, ob die Wahl anerkannt wird. In Simbabwe ist die Oppositionspartei trotz der sehr schlechten wirtschaftlichen Situation des Landes nicht im Stande, die (urbane) Wählerschaft gegen die Regierungspartei zu mobilisieren. Eine neue Studie aus Großbritannien fand heraus, dass sich Armut und Marginalisierung besonders in afrikanischen Städten verfestigen. Die rasant wachsende Nutzung von mobilem Geld könnte jedoch einen großen Sprung vorwärts für die afrikanische Wirtschaft bedeuten.

Am 8. August finden die Wahlen in Kenia statt – diese Dinge gilt es zu beobachten
www.globalvoices.org
Die nächste Woche in Kenia stattfindenden Parlamentswahlen werden die bis dahin am meistumworbenen und teuersten Wahlen des Landes sein. Der Blogger Ahmed Salim nennt drei wesentliche Faktoren, die während und nach der Wahl im Blick behalten werden müssen: die Wahlkommission IECB, die Wirtschaft und Sicherheit. Salim ist sich sicher, dass deren Entwicklung darüber entscheiden wird, ob die Wahlergebnisse angefochten werden oder nicht.

Simbabwe: Das Problem der Opposition mit der städtischen Wählerschaft
www.africanarguments.org
Unter der Führung der Regierungspartei ZANU-PF und Präsident Robert Mugabe befindet sich die Wirtschaft Simbabwes in einem steilen Niedergang. Dennoch startet die Partei in das Wahljahr 2018 deutlich stärker als die Opposition „Bewegung für Demokratischen Wandel“ (MDC-T). Die MDC konnte sich stets auf die Unterstützung der unzufriedenen städtischen Mittelklasse und der ländlichen Wählerschaft verlassen. Über die letzten vier Jahre hinweg verlor die MDC-T jedoch wichtige Sitze innerhalb ihrer ehemaligen, insbesondere von der städtischen Wählerschaft geprägten, Hochburgen. Ärmere Bürger in Dörfern und Städten zeigen sich zudem frustriert über die Politik der Opposition. Das Vertrauen in die Oppositionsparteien war niemals geringer als zum jetzigen Zeitpunkt. Laut dem Blogger Chipo Dendere sei es noch immer ein Jahr hin bis zu den Wahlen. Er warnt jedoch davor, dass die Opposition verlieren werde, wenn sie nicht „einen Weg fände, ihre Botschaft wiederzubeleben und der Wählerschaft in der Art zu begegnen, wie sie es ehemals in den 2000ern vermochte.“

Afrikas Städte zeigen sich mit einzigartigen Risiken konfrontiert. Was kann getan werden, um diesen zu begegnen?
www.theconversation.com
Eine kürzlich veröffentlichte Studie über die Urbanisierung Afrikas zeigt, dass afrikanische Städte sich zu oft auf eine Weise entwickeln, welche Armut und Marginalisierung verfestigt. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass

• Afrikanische Städte teuer sind

• Afrikanische Städte sich nicht industrialisieren

• Afrikanische Städte von informeller Wirtschaft geprägt sind

Die Ausgaben, die Afrikaner für Grundbedürfnisse aufwenden müssen, die prekären Arbeitsverhältnisse und der Ausschluss von formeller Arbeit bedeuten, dass diesen Menschen nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen, um mit Umweltrisiken fertig werden zu können. Die Bloggerin und Forscherin Sarah Colenbrander, die Teil der Autorengruppe ist, sagt, dass es Lösungen für diese Probleme gebe. Um diese jedoch zu bewältigen, müssten Regierungen deutlich enger mit den Menschen zusammenarbeiten, die in informellen Siedlungen leben oder im informellen Sektor beschäftigt sind.

Mobiles Geld ist im Begriff afrikanische Märkte zu transformieren
www.qz.com
Mit weltweit über der Hälfte der in Anspruch genommenen Dienste und mehr als 40% der erwachsenen Bevölkerung als aktive Nutzer, stellt Afrika das Wachstum der restlichen Welt im Bereich der Nutzung von mobilem Geld in den Schatten. So macht das Beispiel des Fischers Karemera, der sich nun neunstündige Reisen spart, um das Geld von seinen Kunden abzuholen, deutlich, dass Mobiltelefone wesentlich dazu beitragen können, dass Afrika die verlorenen Jahre der Unterentwicklung aufholen kann. Der Blogger Moses K. Gahigi zitiert aus einem Bericht der Industrievereinigung GSMA, dass die Anzahl von Mobilgeldkonten in Sub-Sahara Afrika die der Bankkonten bereits überschreite. Besonders die Millionen Arme vom Land, die kein Bankkonto besitzen, profitieren vom mobilen Geld, da es ihnen die Chance gibt, an der Finanz- und Wirtschaftswelt teilzunehmen.