Top of the Blogs 2017 #12

Auch verfügbar in English

Diese Woche liegt der Fokus von Top of the Blogs auf verschiedenartige Herausforderungen, reichend von Präsidentschaftswahlen bis Umweltprobleme, die Afrika zu bewältigen hat. Die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen letzter Woche in Kenia wurden schon angefochten und die Perspektive von Wahlen in Burundi 2020 beunruhigt die internationale Gemeinschaft. Nigeria soll Herausforderungen nach schweren Überschwemmungen meistern. Wir werden aber diese Woche Top of the Blogs mit einer Würdigung von afrikanischen Menschen, die die Geschichte gemacht haben und die Herausforderungen in ihrem Land gemeistert haben, abschießen.

International Observers and the Kenya Election

https://www.cfr.org/

Präsidentschaftswahlen haben letzte Woche am 8. August in Kenia stattgefunden. Die Ergebnisse sind aber umstritten. Die International Electoral and Boundaries Commission (IEBC) hat den bisherigen Präsidenten Uhuru Kenyatta zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt. Der Oppositionsführer Raila Odinga hat aber die Ergebnisse abgelehnt und behauptet, er habe Beweise dafür, dass die Wahlen ‚gestohlen‘ wurden. Auch wenn Präsident Kenyattas Regierung eine starke ‚Recht und Ordnung‘ Haltung annimmt, wächst die Kritik an der Brutalität der Polizei. Amnesty International verlangt auch dringend eine Untersuchung zu den Berichten über die Gewalt der Polizei gegenüber pro-Odinga Demonstranten. Odinga hat vor Kurzem seine Enttäuschung über die internationalen Betreuungsteams geäußert. Obwohl diese Teams die Stimmabgabe während der Wahlen beobachten können, ist es komplizierter, die Abrechnung der Stimmen landesweit zu verfolgen.

Burundi 2020: Is President Nkurunziza already at it again?

http://africanarguments.org/

Burundi wird seit zwei Jahre einer heftigen politischen Krise ausgesetzt. Menschenrechtsgruppen und internationale Beobachter sind besorgt, obwohl Präsident Pierre Nkurunziza letzten Monat noch versichert hat, dass Burundi „an Frieden und Stabilität gewonnen hat“. Die Burundikrise begann im April 2015, als Präsident Nkurunziza bekannt gab, er würde für eine dritte Amtszeit als Präsident kandidieren. Dieser Bekanntgabe fo lgte im Mai ein gescheiterter Putsch und ein erneuter Gewaltausbruch. Internationale und regionale Akteure versuchten mehrmals, Regierung (CNDD-FDD-Partei) und Opposition (CNARED) an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Regierung lehnt aber weiterhin extern-vermittelte Gespräche ab und behauptet, Fragen bezüglich der Verfassung und der Wahlen im Jahre 2020 seien schon beantwortet worden. Dabei wurde über eine mögliche Aufhebung der maximalen Amtszeit und die Verbannung der Opponenten im Hinblick auf 2020 berichtet. Das Vorgehen der Regierung beunruhigt die internationalen Akteure, die eine Wiederholung des 2015-Szenarios befürchten.

It’s only just started, flooding is going to get a lot worse in Nigeria

https://qz.com/

Das Land wurde dieses Jahr mit schweren Hochwasserproblemen konfrontiert, die Chaos in der Region von Lagos und anderen Regionen verursacht haben. Dramatische Bilder wurden auf sozialen Netzwerken veröffentlicht mit unglaublichen Szenen wie das Einfangen eines Krokodils im Flutwasser. Dreizehn Menschen sollen in Suleija, eine Stadt in der Nähe der Hauptstad Abuja, ums Leben gekommen sein. Zwei Faktoren werden erwähnt, um das Phänomen zu erklären: lokal starke Niederschläge und das Ablassen des Überschusswassers aus dem Lagdo-Stausees, ein See im nördlichen Teil von Kamerun. Auch wenn Überschwemmungen in Nigeria regelmäßig auftreten, verschärft sich die Situation aufgrund des Klimawandels: die Stürme werden immer stärker und der Meeresspiegel steigt in den Küstenregionen. Ein weiterer Faktor, der zu Hochwasser führt, ist das rapide unkontrollierte Städtewachstum.

7 underrated African heroes you should know about

http://www.okayafrica.com/

Um mit einer positiveren Meldung abzuschließen, sei auf die Bloggerin Jacqueline Traoré hingewiesen, die eine Liste von sieben verkannten afrikanischen Helden aufgestellt hat, welche nicht oft erwähnt werden aber ihre Spuren in der Geschichte hinterlassen haben. Unter ihnen, vier Frauen, die eine zentrale Rolle in der Entkolonialisierung überall in Afrika gespielt haben. Josina Muthemba Machel war eine Leitfigur im mosambikanischen Kampf für Unabhängigkeit; Yaa Asantewaa bekämpfte 1900 die britischen Streitkräfte; Funmilayo Ransome Kuti protestierte gegen den britischen Kolonialismus in Nigeria und die Schriftstellerin Mariama Ba prangerte den Status der Frauen in der senegalesischen Gesellschaft an.