Top of the Blogs 2018 #9

Auch verfügbar in English

Diese Woche bei „Top of the Blogs“ dreht sich alles um Frauen. Vier unterschiedliche Themen werden vorgestellt, die jeweils immer mit Frauen zu tun haben, oder bei denen Frauen zu Wort kommen. Die Themen reichen von einem Protestmarsch in Uganda über die digitale Kluft bis hin zu #Metoo.

Öl-Unruhen in Turkana
africanarguments.org

Turkana liegt in Kenia. Rund 80% von fast einer Millionen Menschen dort leben unter der nationalen Armutsgrenze, obwohl Turkana eine große Ölindustrie besitzt. Der „Öl-Boom“ hat bis jetzt mehr Frustration und Konflikte mit sich gebracht, als Hoffnung. Der Grund hierfür: Die Öl-Unternehmen haben die Jobs nicht denjenigen gegeben, die über Generationen hinweg auf dem Land lebten. Deshalb haben einige Mitglieder der Herdengemeinschaft aus Protest Straßen verbarrikadiert. „Als ich aufwuchs gehörte das Land der Gemeinschaft. Das ist, was ich wusste. Gott gab uns das Öl, ebenso wie das Land. Jetzt hören wir die Regierung sagen, dass alles ihnen gehört“, sagt Nakwaan Echwaa, eine Hirtin aus Nakukulas. Der Blog-Eintrag zeigt die Unsicherheit der Einheimischen auf.

Genug ist genug - ugandische Frauen protestieren gegen Tötungen
africablogging.org

Der 30. Juni 2018 machte Geschichte, wie Ruth Aine auf ihrem Blog „Africa blogging” schreibt. Frauen in Uganda marschierten zusammen und sagten: Genug ist genug. „Es war großartig zu sehen, dass Frauen aus allen Lebensbereichen zusammenkamen und ihre Bedenken und ihre Wut über die Respektlosigkeit von Frauen äußerten, was ihnen ein Gefühl von Unsicherheit, Vernachlässigung und Nicht-Beachtung gibt“, sagt Aine. Plakate mit den Gesichtern und Namen von 43 Frauen sind getragen worden, um ihnen die Ehre zu erweisen, welche ebenfalls auf dem Blog gefunden werden können.

Die Social Media Steuer in Uganda wird die digitale Kluft vertiefen
africablogging.org

Die Social-Media-Gebühr wird hauptsächlich Frauen in Uganda betreffen und die digitale Kluft weiter vertiefen. Die Barrieren, die Frauen in Uganda beim Zugang zum und beim Nutzen des Internets ausgesetzt sind, sind immer noch massiv. Nur eine von neun Frauen in Afrika hat Zugang zum Internet. Die Ziele der nachhaltigen Entwicklung verpflichten die Regierung, bis 2020 universelles, erschwingliches Internet zu erreichen – aber hohe Kosten halten die Mehrheit der Frauen offline. Die digitale Revolution gab Frauen in Uganda im Internet eine Stimme, sie ermöglichte es ihnen, sich politisch zu engagieren, eröffnete ihnen Zugang zu Informationen und die Verbindung untereinander. „Es ist klar, dass Präsident Museveni den Punkt verfehlt, wenn er sagt, dass Social Media für Klatsch da ist. Aber selbst wenn, Kommunikation ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis“, macht Prudence Nyamishana in ihrem Blogeintrag klar.

#MeToo, Afrika und die Politik des transnationalen Aktivismus
africasacountry.com

„#MyDressMyChoice“ im Jahr 2014, „#BeingFemaleinNigeria“ 2015 oder „#NakedProtests“ ebenfalls 2015 – jede dieser Aktionen stellte die gleichen Probleme von Verletzungen des weiblichen Körpers dar, die zum Kern von #MeToo gehören, aber nicht die gleiche internationale Unterstützung oder Aufmerksamkeit erhielten. Das liegt auch an der globalen Medienberichterstattung, die einen unbestrittenen Einfluss auf das hat, was die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zieht. Aber darüber hinaus sollte das globale Protestpublikum diesen Gegensatz nicht für selbstverständlich halten. Die Autorin Titilope F. Ajayi stellt in ihrem Blogeintrag einige Fragen, die jeder Leser für sich selbst beantworten kann: Würden weiße Frauen in den USA #MeToo in gleicher Weise unterstützen, wenn sie von Frauen in anderen Teilen der Welt gestartet worden wären? Reicht es aus, Hashtags wie #MeToo in die eigene lokale/regionale Sprachen zu übersetzen? Oder brauchen wir eine bessere Sprache – keinen Hashtag –, um echte Veränderungen zu diskutieren?